Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 185 (sequence 47)
- Language
- German
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Kaiser, dem Kurfürste i und dem Reichstag vertrat — nicht selten mit eigene r Lei ensgefahr. Er führte ein wahrhaft heroisches 1 *eber. Er verteidigte seine Schützlinge gegen dij: Beschuldigung der Hostien» Schändung, des Ritual^ iord< |s/ während des Bauernkrieges <1525> verstai d z' es, durch! kluge Verhandlungen* mit den | Hat ptlingen die Juden vor vollständiger Ausrottmg « urch die Aufständischen zu bewahren. Er erwirkt legien für die Juden | gan Austreibungen, Metzele ien mit getauften Denunzianter mit großem Erfolg / vc r d er die Juden ob det B Luthers Abfall verurs^c tt, hatte er die heftigen Schutzbriefe und Privier Provinzen, verhütete ind Bedrückungen, führte öffentliche Disputationen :n Katholiken verteidigte schuldigung, sie halten und vor den Protestanten Jnd ‘ gehässigen Angriffe er die Luthers abzuwehren. I na dässig war er auf Reisen. Aus allen Gegenden |des Reiches wandte man sich an ihn, um eine droierde Gefahr abzuwenden, oder um Hilfe undi J du tz / seine Zeit gehörte nämlich zu den sdilimnsien in der Geschichte der deutschen Juden. Perscnlidf war er der denkbar bescheidenste und anspiuc isloseste Mensch von der Welt, So ungeheuer beschäftigt er war, fand er Zeit, Memoiren zu 'sch re ben und wissenschaftliche Schriften über tafmudisch : i nd kabbalistische Themen zu verfassen. In der H ibsburgischen Monarchie zeichnete sich auf ähnlik Sch'thadlan Koppel T Ende des 18 Jahrhundei t: "nes Verhalten in Lebens; imponierte, daß es ih Fällen, trotz mächtiger G durchzusetzen.;qfahr dem Kaiser so sehr gelang, in schwierigen n e jnersdiaft, seine Anliegen c < :r c) Unzählig sind die ern > die sich an die Namen knüpfen, welche sich dut keit ausgezeichnet haber Bescheidenheit, Frömmi Wohltätigkeit. Durch allj heroischer Zug, der ihre des Bösen und Wider wär||i etwa durch die rohe Gew durch die hehre Kraft des die alles Gemeine bändig wegkommt, wird dageger Aureole heldenhaften Glan durch sein unerschrodceihre große Gelehrsam¬ oder noch mehr durch ieit, Gerechtigkeit und diese Legeoden geht ein- Helden als Ueberwinder igen zeigt, natürlich nicht t des Schwertes, sondern Geistes und des Willens, * / Der Chazan, der ii n Sprichwort so schlecht von der Sage mit einer es umgeben. Die Sangeskunst des Chazan entflai lmte die Phantasie des Juden und nahm sie gelangen. Sie erschien den Juden als eine direkte Gabe des Himmels* Die ganze Kunstbegeisterung «(es Juden, die heutzutage Weise der Parnas und lltben aus, der gegen en und heiteren Legenden, einzelnen -Rabbiner weite Gebiete umspannt, konnte s ch im Ghetto - nur an dem Gesang des Chazan be m Goittes^- d ien st ausleben. Mail pilgerte . w^ite Strecken, um einen berühmten Chazan zu hören) Die Bewunderung 'der Juden für ihre Chazanit^i war mehr als die heutige Bewunderung, les Publikums für einen berühmten Tenor oder Bär ton, deinit der Chazan diente nicht nur d profanen Vergnytungs» bedürfnis, seine Kunst st; nid im Dienste deslHöchsten, war Gottesdienst. Zahlreich siftd die Sagen von großen Synagojgensängernp der.eibe.hat durch seinen Gesang di: Herzen von verhärteten Sündern so gerührt, daß sie von ihrem bösen) Vorhaben abließen und Büße taten. Per andere) hatte mitten im Gefängnis, vo die gan:e Gemeinde, zitternd die Hencer erw, rtete, dä$ Tc tengeb^t an» gestimmt, und das Heiz des grausamen'Königs derart gerührt, daß er aüf der Stelle Befehl* ^ab, die Gefangenen frei zu I; ssen Wieder ein anderer sang am Jom Kippur beini Morgengottesdienst den Psalm »Aus der Tiefe r ir ich zu dir« mit so .viel Innigkeit und Fe uer, daß ihm beim Sinken die Seele ausging vor Entzücken. Eine der schönsten'«fieser Chazanim-Sagen knüpft;iA an das An lenken einer historischen Persönlichkeit aus 'der Mitte c|es vorigen Jahrhunderts, die man »das* Hausväicrcben von Wilna« nannte. Er hat eine große Af zahl ergreifender Synagögenmelod eh hinterlasser, die noch heute weit und breit be üfimt und bewnndert sind. •> i Er starb in sehr jugend icfiem Alter, pa er jnreht nur als Komponist, sondern auch, als 'Sänger^viel Bewunderung und Lieb:!erntete, hat dfe Volksphantasie um sein Lebrnj und seinen frühen Tod eine merkwürdige romantische Sage Von Liebe, Leid und Tod gewoben, die hi :r in kurzen Zügen wieder* gegeben werden möge. - , . Als er einmal an einem Sabbat in Warsmau vorbetete, verkleidete s di eine polnische Grälen toditer, zu der sein Ruhm gedrungen er Altar hintreten upd sich vor Gott, wie in früherlenl Zeiten, so vt war, als Synagoge ur d lauslhte es sich große Summen hren Palast kan und vor t einen Zaiibcr auf ihn, ..Jüdin, schlich sich in die seinem Gesang. Sie ließ kosten, daß er häufig in ihr sang. Einmal warf si daß er krank ward vor J^be z-uihr.. Endlich kam seine Frau aus Wilna und; nahm ihn mit-sich. ließ die größten Aerzte k nnjimen/ aber keiner körnte ihn gesund machen. S erlaubten alle, er wire krank am Leibe, aber-k :iher Grüßte, «fäll ihm «fas Herz weh tat. Die Fru i bereitete ihm fäder Wein, aus Milch und; us Tränen, aber es half nichts. . Er siechte dahin. "Er fühlte nur;' daß, wenn noch einmal in der gr{oßen Synagoge vor den recht sattsingen könt te ürde ilm 185