Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 156 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Krautheimer) bereits 1111 als scola JucJeorum in Rom gemeldet wird und ncpch heute für die alten Prager Synagogen bezeichnend ist. Atjch alte Urkunden bezeichnen dieses Gebäude zumeist als »der Juden Schul«, woraus man schließen kann, daß diese Zweckbestimmung der Synagoge besonders .auffallend sein, mochte. Nur die großen Judengemeinden führten später eine Scheidung durch. Zu Ende des XVI. Jahrhunderts erbaute jder »kaiserliche Rat« Mardochai Meysl, der weit»; blickende Finanzmann Kaiser Rudolf II, zwei neue Synagogen in Prag sowie das. prächtige jüdische Rathaas, das, 1689 abgebrannt, in barockem Zeitinteressante Bauwerk nach der Judenvertreibung durch einen Patrizier für seine Zwecke umgebaut worden war. Der Name Tanzhaus läßt auf das , Vorhandensein eines größeren Saales schließen, in dem die Festlichkeiten abgehalten wurden, der aber! auch für Versammlungen der einstmals stattlichen Gemeinde dienen mochte. j! Ein anderes Beispiel für diese Scheidungj der Zweckbestimmungen alter Synagogen ist die Pirjkasschule in'Prag, deren altes, mit architektonisch bedeutsamen Gewölben überdecktes Gotteshaus etwa dem XVI. Jahrhundert angehört. Aron Meschullam baute dann an der Südseite i. J. 1525 neue Raum« ■y ’ä> Tn»*" Ehemalige Synagoge zu Pnssau geschmadc erneuert wurde und sich in diesem noch heute repräsentiert. Einzigartig < erscheint uns dieser monumentale Bau mit Seinen zwei Uhren (davon eine mit hebräisdten Ziffern) und seinem Türmchen, das vom Prajger Judenwappen gekrönt wird: dem Davidstern mit Schwedenhut. Auch andere grolle Gemeinden des Westens schufen, angeregt durch das Beispiel ihrer Umwelt, besondere Profahbauten; um ihre Synagoge von profai.en Zwecken zu entkleiden. Sie sind in den traurigen Zeitläuften des XVI. Jahrhunderts zumeist verschwunden. So in Rothenburg, dessen Gemeindehaus heute nur in seinen Grundmauern noch an »der Jvdcn Tnntzhaus erinnert«^ nachdem dieses man denken kanb —■ teile an, die ausschließlich Profanzwecken diejnten In dem J neugeschaffenen Erkerzimmer, das sijh als Gemeindesitzungssaa] erst ca. fO Jahre später erstand das vorgenannte Rathaus.— wurden auch die Reliquien des Salomo Molcho a jfbewahrt/ sie befinden sich dort bis zum heutigen Tage. . Wenn wir gesehen haben, daß der Bau von Rat- und Gemeindehäusern eine Uebernahme der Gebräuche der Umgebung erweist, so zeigt sich dies noch auffälliger in der Gründung von Handwerker-Innungen, wobei die Bräuche der christlichen Zünfte restlos übernommen wurden. Erhalten sind uns die Innungszeichen der Prager Fleischer» 156