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Der Orden Bne Briss · 1928-09-01 · Nr. 9 - September (9.1928) · p. Seite 129

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 9 - September (9.1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 129 (sequence 5)
Language
German
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Institution der Kriegszeit vjenig,bekannt ist, Hehl seien einige Bemerkungen ber ihr Zustande- Wieder Verheiratung ^u mac kommen und Bestehen gestat et, Als ehrenamtliches Mit| lied des Magdeburger Wohlfahrtsamtes fiberjiahm ich im Jahre 1916 die KriegerWitwenberati ingsstelle für die Provinz Sachsen. Täglich tiiit mir bei dieser Arbeit die moralische und i virtschaftliche Not der Kriegerwitwen vor Aul;en. Die Frauen waren oft in sittlicher Hinsj:ht gefährdet; die wirtschaftliche Grundlage wadurch den Verlust des Ernährers schwer eri chüttert. Witwen von Kaufleuten klagteri über, erheblichen Rückgang ihres Geschäfts, handi /erkliche Betriebe waren meistens vollständig i lahmgelegt. Aufgabe, der Wohlfahrtsämter vjar es gewöhnlich, die Witwen vor der Gefahr] der Pfändung zu bewahren. Ein anderer Zwj ig der damaligen Wohlfahrtspflege, die Kriegsbej ichädigtenfürsorge, bemühte sich, den aus dem Hei re ausgeschiedenen Kriegsverletzten beim Aufl au einer neuen Existenz behilflich zu sein. Kriegerwitwenberatungsstelle iind Kriegsb schädigtenfürsorge hatten des öfteren Hand in Hand zu arbeiten und so kam mir der Gedank einer behördlichen Eheberatung nahe. Ein typi eher Fall, der sieh damals ereignete, sei zur Illus rierung geschildert. Die Kriegerwitwe eines gefallenen Bäckermeisters konnte die Bäcker« i nicht allein aufeit, passende Bekannt chatten len, warer g ering, ür eine recht erhalten. Alle Versuch die Frau zu stützen, schlugei i fehl. Ein Frauenberuf kam nicht in Frage, da die Frau sich nicht von ihrem kleinen Kit de trennen konnte, Die Kriegsbeschädigtenfürsi rge konnte aber einen kriegsbeschädigten E äcker nachweisen, der den Betrieb der Witwe weiterführen sollte. Ueber seine Person und V« rgangenheit wurde von Amtswegen genaue Infoi mation eingezogen, die günstig lautenden Ergi bpisse hatten zur Folge, daß sich beide Interes senten näher traten und nach einem halben Ja ir heirateten. Das jahrelang bestehende Gewer je wurde dadurch gehalten, den Beteiligten w irde eine gute Einnahmequelle gesichert und vor allem, die Grundlagen eines neuen Familien jlücks wurden geschaffen. Mein Plan fand lebhaft« Unterstützung bei allen maßgebenden Behördei oft fielen die Frauen! Herirat^sc.hwindlertn jn die Hände. Unsere Beratungsstelle, deren Leitjmg mir übertragen wurde, War sieli der Schw ie igkeit ihrer Aufgabe voll bfewußf. Nur sittlich! und wirtschaftliche Erwäglungen iurften diese \rbeit leiten, die .ganz besonders große Gewissen-' haftigkeit verlangte. Es galt licht, eine’rriöj[liehst große Zahl von Ehen zu sti ten, sondeijn durch genaue Nachforschungen ut d Rückfragen Klary heit über die Verhältnisse der Ehekandidaten zu erlangen und So jFehlsdpläge zu, vermeiden. Der Geschäftsgang war folgender: Angehende Gesuche wurden zunächst durch Zu se idung eines bis ins einzelne gehende {Fragebogens beantwortet. War dieser1 ausge üllt zurück je reicht, so wurden vertrauliche Auskünfte über die Kandidaten eingehöit. Außirdem wurde monatlich eine nach Männiern u id Frauen getennte Bewerberliste den Int^ress^i'ten zugeset ic kt, die kurze Mitteilungen Übdr Beruf,, Heimit Einkommen usw. der ijnter aufenden Nummern veröffentlichten Bewerber enthielt. Ging dann von einem Interessenten d e Erklärung zu, mit Nr. soundso in Verßindu'n j treten zu vrollen, so übernahm die Bdratungs: teile die Vferin ttlung von Briefaustausch, jeido^h vorläufig noch ohne dann der Bäckerinnung, Namensnennung. Gegebäisnfalls wurde den Beteiligten die^Änschr ft bekannt gegeben und gebeten, dem tyohlf« hrtsamt den mitzuteilen. Auf Oruhd ldir dreijährigen kejt der Vermittlungsstelle haben 126 Personen geheiratet und zwar: ledig verwitwet Zahl der Männer 48 '15 22 Frauen .19 44 66 Leider hat unsere Vermittlungsstelle trot^ ihres geringen Spesenapparates die Beendigun Krieges nicht lange überdauert. Es feh Mittel, um sie lebensfähig;:u erhalten. Immerhin kann vielleicht diese Einr der Kriegszeit für die Einric ltung einer jü Ehevermittlungsstelle wertvolle Hinweise Es besteht eine gewisse A ehnlichkeit ztk dem Problem der Wie< erverheiratung , man sah ein, daß Kriegerwitwen und de^n 'den Frauen der sachvers ändige Leiter des Eheschließung von h|eu<e. Geschäfts oder Betriebs M ilte,, daß sie aber traprig es um die Ehejschli vor allen der seelischen S|1 ütze bedurften, die ein^r. jüdischen Gemeinde jpder sie mit ihnen eine Hochzeit zu den ihnen die Sorgen abhahm teilte. Ein Geschäftsführet konnte keinen vollen Ersatjc oder Werkmeister bieten. , Die Möghört man von einer Misch« Professor Hanauer-Frankfurt a. M. und — 129 — von Problem der jüdischen Wir wissen :ßung bestellt ie Magdeburg v S :ltenheiten, ai he. irfolg Tätig- Kinder j des k n die clitung »*’• Ischen j [eben. ‘ sehen Wie st, in (gehört I« infalls auch

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