Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 8 - August (8.1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/6727475-6029143-6074774--1774-4868396- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Preisausschreiben der Großloge für Merkblätter über . Ordensfragen. Nur fünf Jahre trennen uns von dem Tage, an dem sichtfas erste halbe Jahrhundert unserer deutschen Ordensarbeit vollendet. Eine Zeit der Entwicklung, reich an sozialer und gedanklicher Arbeit, ein aufbauendes Schaffen liegt hinter uns. Rückblickend wollen wir an diesem Tage unseren Brüdern eine 'Geschichte des deutschen Distrikts und eine Darlegung unserer Ordensgrundlehren bringen." Damit dies nicht ein doktrinäres Gebilde wird, sondern die ganze Mannigfaltigkeit des Ordenslebens erfaßt, wenden - wir uns an unseren gesamten Bruderkreis und fordern ihn zur Mitarbeit auf. In Form von Merkblättern, die eine bis zwei Druckseiten möglichst nicht überschreiten, sollen die einzelnen Grundprobleme unseres Ordens klar und kurz dargestellt werden. ^iDie ersten, in besonderen Merkblättern zu behandelnden Fragen lauten: I. Weshalb nennen wir uns Orden? II. Weshalb nennen wir uns Brüder? III. Wer ist berufen, Bruder zu werden? Jeder Bruder helfe . uns, die Antwort auf diese Fragen finden! Für die ' besten Ausarbeitungen werden Geldpreise, und zwar ein erster Preis, von Mk. 100—, ein zweiter und dritter Preis ■ von je Mk. 50.—, sowie Bücher und Kunstwerke in Aussicht genommen. j Die Merkblätter sind, mit Kennworten versehen, bis zum 15. Oktober d. j. an die Großloge einzureichen. Der Name des Einsenders ist in besonderem verschlossenem Umschlag beizufügen, der als Aufschrift das Kennwort der Einsendung trägt. Das literarische Eigentum und Recht „ der Veröffentlichung der preisgekrönten Arbeiten geht an die Oroßloge über,, die auch das Recht hat, nicht mit Preisen ausgezeichnete Entwürfe anzukaufen. Berlin im Juli 1928 Sonderausschuß der Großloge für die geistigen Interessen Schindler. _ Finkei. Br. Arthur Kahn. Eine ehrwürdige Gestalt ist dem deutschen Judentume entrissen worden. Nur zwei Tage, nachdem seine Gemahlin in das bessere Jenseits hinüber gegangen W2r, hat uns Dr. Arthur Kahn verlassen. Aus priesterlichem Geschlechte hervorgegangen, war Dr. Kahn sein Lebelang ein Priester des Judentums, wenn auch sein Lebensberuf als Arzt ihn auf eine andere Bahn geführt hatte. War doch das Wesen dieses Kohen Zedek die Vereinigung von Güte und Stärke mit Würde und Schönheit. Man mußte ihn am Feiertage beim Priestersegen gehört haben, iim von der Geschlossenheit dieser ehrwürdigen Priestergestalt voll ergriffen zu sein. Dr. Kahn war ein Streiter, aber gegen den Streit. Ihm, der den Einheitsgedanken des Judentums in seiner religiösen Größe und Grenzenlosigkeit erfaßt wissen wollte, erschien der Bestand des Judentums nicht sichergestellj, wenn nicht die Gesamtjudenheit sich für dieses Ideal geeint fühlte, gesetzestreuen Juden Wenn er daher von den als einer der Ihrigen und 1 einer ihrer Besten mit Recht angesehen wurde,.1 so war er doch weit davon entfernt, im Sinne einer besonderen Partei dem judentume zu! dienen. Ihm lag an dem Zusammenschlüsse] des ganzen Judentums, in seiner ungeteilten Gedanken- und Gefühlswelt und in der Erfassung und Aktivierung aller seiner menschlichen Glieder und persönlichen Kräfte. In diesem Sinne waf es gelegen, wenn er schon vor fast <Jrei Jahrzehnten für das deutsche Judentum den ständigen »Judentag* als die Oesamtorganisation und höchste demokratische Behörde der deutschen Judenheit forderte, als den ersten und wichtigsten Schritt zur Einheit von K ’ 1 a l J i s r a £ I. j Dieser Gedanke der Einigkeit von Ganz- Israel war bei ihm auf einem tief innigen Brudergefühle aufgebaut, das der Güte seines Herzens entsprang. Man wußte, daß man an seine Tür nicht vergeblich pdchte, und daß es 110 —