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Der Orden Bne Briss · 1928-06-01 · Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1928) · p. Seite 87

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 87 (sequence 11)
Language
German
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! seits vergegenwärtigen die Oemfiter erregend welchei politische Druck näch 48 auf Deutschland lastete und wie anderseits gerade Frankfurt, durch seine viel zentralere Lage begt nstjgt, der natürliche Schauplatz großer polit scher Ereignisse und ebenso eines bedeutenden Börsenh'andels geworden war. Niehl umsonst gediehen hier •die Rothschilds, nirgeids anders Hin zu denken als nach Frankfurt, vro die Börse damals noch der umfassendste unc maßgebendste unter, den deutschen Märkten für Staatsanleihen und ähnliche Fonds war. pier lebte seit mehreren Jahren im Oenuß det Bürgerrechte Leopold Sonnemann, desjsen Herkunft an diejenige Albert Ballins erinnert. Er war noch nicht 22 Jahre alt, als er Vater und Mutter verlor und das väterliche Großhandelsgeschäft, welches auch Beziehungen zu Amerika unterlief (was damals eine große Sache wa|), allein zu führen hatte. Er.wandelte es bald! in ein Bankgeschäft um und große Erfolge waren dem Unternehmen, das seine Fäden überall.hin spann, beschießen Aber in Sonnemann lebte auch! eine kräftige politische Ader. Sie j war es, die ihn bald dem Journalismus zufühHe. Reichter Kindheitserinnerungen in die Zeit Bayern das Ministerium Abel die maßregelte und einen Teil d^r völkerung aus dem Lande trieb, drücke als Jüngling empfing er Tagung des Frankfurter Parkimehts, Gebrechen der Folgezeit konnten « einem Scharfblick nicht entgehet). Er bekam sie insofern selbst zu spüren, alsj er nach seiner Schilderung auf einer Reise von Bremen nach Frankfurt über Minden—Köln gar Opel’ unter;dei damals üblichen Praktiken dei Passzw^ng iS zu leiden hatte. Diese an siCJi unscheinbare Begebenheit war für seinen Lebensweg die erwähnte Schilderung sein listischer Versuch, £r schrieb verschiedenes, das Ihm einer sprechung wert ersqhien — aber Ablehnung zuteil." Sjo fühlte er doch seine zurück, da in Protestanten üdischen Be- Seine Einwährend der und die entscheidend, Erster joumadain noch über Öffentlichen Beallem wurde 4aß hier eine Lücke in der Tageipresse bestand, an deren Ausfüllung mitzuwirken er sich füif berufen hielt. Ein anderer Bankier namens Rosenthal gab damals für seine Kundschaft einen |»Geschäftsbericht* heraus, d|n er bei dem gesteigerten Interesse des Frankfurter Pub iktjtms für den Börsenverkehr in eirj H a n d e s b 1a 11 umzuwandeln wünschte. Er trat an S mpemann heran und dieser, der zunächst gar ni :htj daran dachte, ein über einen bestimmten Rahm enj hinausgehen- > — 8‘ möchte es auch sagen, daß die »Fr. Z.< an keine^r Ejreignis deutschen Geschichte, innerpolitisch sein schädlichem öder sonst des Blatt zu schaffen, willigte mit Freuden ein. Der Umfang war zunächst 4' Seiten; der Inhalt des neuen Blattes {bestand aus Winken für kauf- und Verkauf, spätier kamen -Depeschen hinzu; vorherrschendes Zeichen des Blä tes war Kritik. Das Blatt fand Solchen Beifall, daß die Herausgeber sich schon; nach ein paar Wochen•!entschlossen, ihm eiüe mehr zeitgenäße Fornj zu geben und es »F r a n k f u r t e ■ H a n d e I-s - zeitung« zu nehnen. Nun wu de eine Rubrik »telegrafischer Kursbericht« hinzi gefügt, würde eine Einladung zum Abonnement i Blässen, würde ein Feuilleton in Form einer Sonn agsbeilage geschaffen. .Schon 1859 konnte das Blatt, welches inzwischen zweimal t ä g I i c Ir erschien, in »Neue FrankfürterZeitu ng-- f;ran kfurter Handelszeitung« umgeauft werden und seinjd r e i ma l i ga s E rscheinen, wirklich etwas Eijochemachende», aukündigen. Erst 66, nach noöh mancherlei Zwischenfällen, hat das Blatt seinen heutigen Titel »Frankfurt e r Z e i t u ntg und H a ri d e! s:b 11 11« erhalten,' das nun ausschließliches Eigentum von Leop. Sonnemann war, der am Kop f der Nummern als Herausgeber genannt wird. * j f Will man kurz {skizzieren, was die Fr.-Z.« in jenen Zeitläufen, da! sie selbst noch auf schvyachen Füßen stand, geleistet hat, so kam man sagen: sie verfolgte, indetn sie sich gegen Auswüchse einzelner Institute {wandte, eine, gesunde Bankpolitik. Sie arbeitete mit -i- und die« blieb j die für sie charakteristische Note — an der Gründung der seinerzeitigen deutschen Volkspartei; sie beeinflußte iehr sprk de öffentliche Meinung Frankreichs und dies trat treso iders s :ark vor und nach dem 70er Krieg zutage. 1871 zog Sonnemann in den Reichstag ein. Es fehlte dem aufblühenden; Blatte nicht! an Preß pro zeaiCn, und wenn man nur denjenigen mi I Bismarck erwähnt, den ersten, wo er ejen schweren, jedoch nicht bewiesenen Vorwurf j gegei i die '"Zeitung erhoben hatte,!daß sie mit Frankrech konspiriere; so hat man schon den Mann genannt, dessen Bekämpfung, wo es nur ging, Zei seines'Lebens eine der wesentlichsten Tendenz« n der »Fr. Z.«, gebildet hat. . Die dann fölgern en lahrzeh ite^ in denen mit dem Aufblühen der Kruste auch das Feuilleton der Zeiturig einen bedeutenden Aufschwung erfuhr, führen uns immer nähe/ an Eigeneriebtes heran. JV an Rann wjohl der tur und auf kulturellem, wirteinem Gebete liegen^

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