Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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sch wunden, daß ein Hinweis recht notwendig erscheint. Pann findet nun ii dieser an Kleist’sche Erzählungskunst i he ‘anreichenden urwüchsigen Dorfgeschichte eine wunderbare, natürliche Kraft der Darstellung, der Zeichnung von Menschen und Verhältnissen, die so mitreißend wirkt. Und endlich hat c änn die Meislererzählung mit Juden zu tun, wenn auch die Juden hier yorerst nicht als Hauptgestajten auftreten und nur ein passives Schicksal erleben und erleiden. Aber die Juden bilden hier auch das dramatische und treiberide Element, um dessent villün die Erzählung so erschütternd groß aus äuft... Wie kommt die Dichterit, cie zweifellos fast nie mit Juden persönlich i n Berührung gekommen ^ein mag, zu Juden md jüdischen Gestalten? In ihren iBriefen, die zum großen Teil Bekenntnisse ihres Herzens sind, findst sich einmal ein ganz kurzer Hinweis auf |Stoff und Entstehung der »Jijdenbuche«. j An Wilhelm Junkmann*) 4. August 1837: » . .. Was ich vornehme? Darüber habe ich vd: nachzudenken, indessen, da W r auch gerade darüber zu reden kommen: ich Ihate den Fehler, nichts zu vollenden ... So stehjt auch jetzt mein Sinn, ich weiß nicht wohin, abe^ m ch etwas neu zu Beginnendem'. Und doch |liegen noch so gute Sachen in meinem Schreibtische! Lachen Sie darüber, es ist1 g ewiß wahr, es sind Dinge darunter, die es nich verdienen, so schmählich zu verkotnmen. Da ist /orhanden...« Nun zählt Annette auf:... >2 Eine Kriminalgeschichte Friedrich Mergel, istinji Pi iderbornischen vorgefallen, rein national und seit] merkwürdig, diese habe ich mitunter große Just, zu voll« enden ... 7. und 8. noph zwjei Jtoffe. Einen zu einer Kriminalgeschichte, ist wirl fich in Brabant Ejch reibt sie am dann zunächst >rerst noch Zeit, passiert ,und mir von einer na Person mitgeteilt, die einen fu durchaus nicht zu erwischenden 20 Jahre lang als Knecht in^inrem Der zweite zu einem Gedicht Oesängen, den ich ganz vollstäi durch alle Gesänge, die ich zu lEr betrifft die Entdeckung eine$ einem Juden, die ein blinder B< ttler! "dadurch aßt, e beteiligten htbaren und Räuber fast Hause hatte, on mehreren ig geträumt, :sen glaubte. Mordes an befördert, daß er den Mörder-veran Worte auszusprechen, die jener, c in einem Gebüsche ruhend gege denselben während des Mordes se gen *) Wilhelm Junkmann, GymnaSiallehjtr ih i "• » dieselben zt ringesehen iw^rtig war, hörte. — Münster.' — 81 endeten Art eiten, t sind Entwürfe? der ijh hs.tte damals (vor mehieren Jahren) ungeheu re Lust, das Ding zu: sc hreiben und es ist Wirklich schade darum, d^ß e 3 so verkömmt.. .« I Sc i schreibt die Dichte in im Jahre 1837. ber in selben Jahre hatte iie das Glück, das ensdiliche und dichterische Olück, den jrngen - hrifliteller Lewin SchUccjng kennen zu J;rnen, r noch mehr als jecjei andere Mensch ihrer ekanr schaft sie mitfthlerd anspornte, zu denken, zu lieben und zu dichten, Und als vollem s Lewin Schücking zusammen, mr Ferdinand Freiligrath im Jahre 184 0 ein Buch h trausgab: »Malerisches und romanisches Westfalen«, und siü als Mitarbeiterin päs f reifräulein Annette gewonien hatten, dawurd^ ihi Arbeiten, bei euert. Sii: schwankte, welcher Art ihre Beiträge sein sollten, ob sie Qespp-Sclu, Briefe, No/eilen oder sachliche, farbige Berijchte I teisteuern so Ute 4. Sie hat in allen diesen Dar^jellui igsarten Versuche gemacht.. . da zogen siel roäc ltig die im Briefe an Junkmann erwähnten, ünvol die Kriminalgeschichten, äh. Was sind Pläne? |was Reizvo I is|t es, dem Arbeitet der Dichterin, ihrem khaffensprozesse zuzusc lauen. Mit einer genfalen Sicherheit und Zwec kmäßigkeitj mit einer lierrlilchen, dichterischen Entschlossenheit vergeh nilzt) sie alle ihre Entwürfe und rjimnri alle Motivei die früher iri drei Arbeiten verJ streut Waren, und vereintj sie zu einer einzigen, vertieften, mächtigen Handlung, zt ir »Judenbu|che«! Wie w<r es aus dem Briefe an Junktnann; kenfner. Die Kriminalgeschichtel riedrich Mergel, darjn die Kriminalgeschichte, » die wirklich in Brabart passiert« .. . und den Stoff,, »den sie get’äurnt« zu einem Gedieht von mehreren Gesängen, das die Entdeckung ei les Mordes an ein :m, udejn schildert,... vjerdich»< :t .siel zu einem bedeutenden, großen Gähzen tnd ihr njachtvollste», erzählendes Werk;, ein Werk der Welt-' literatur, 4Die Judenbuche«, stellt vor uns da. Als diese Novelle zuerst in »Cotta’qchen Mc rgelblatte« erschien, wollte mm und zutneist , dei Herausgeber des Blat'es, Ha iff (ein Bruder de: f üh | heimgegangem n Die tfers Wilhelm Hauff), durchaus nicht glauben, daß dr Meisterwerk aus der Fee er des damals nicht bekannten Freifräulens hef'ühren kö|r und trän vyollte Lewin Schücking zuschreiben. Die Dichteirin dfe wel rte sich und S:hücking sprach die Wahr rielt, wenn er beteuerte, qn dem Werke ganz unb< fertigt zu sein! « So begann die Novelle ihren siegeszug und machte^ nun auch die Dichterin {bekannt.1 Die teses' noch innte, Lorbeeren aber