Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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in Schmach und Schande enden.« Wir brauchen — schließt er - keine Reform unserer religiösen Einrichtungen, sondern wir müssen das Herz jedes einzelnen Juden reformieren. ln dem Kampf um die Wiedererweckung der jüdischen Seele muß die Synagoge die Hauptrolle spielen. Das weiß der'Orden sehr genau, das sehen besinnliche Juden ein — darum zeitigt das »Zielerweiterungskortiitee« so glänzende Erfolge. ln New York, wo sonderbarerweise das Logenleben bisher nur schwach pulsierte, hat das genannte Komitee unter dem Vorsitz des Großpräsidenten Moritz B lo c h Versammlungen mit 800 bis 1000 Besuchern gehalten. Die tatkräftige Werbung für ein ideales Ziel hat dem Orden viele Außenstehende als Freunde und Mitglieder gewonnen. ' So konnten die New Yorker Logen am 1. März 150 neue Brüder einführen. Auch die > Hillelstiftung« macht Fortschritte. Die Universitäten in Atlanta, Tuscaloosa, in Virginien sowie die Marquette-Universität haben um Zweigniederlassungen gebeten. Leider ist im Anfang des Jahres der verdienstvolle Direktor der Hilielstiftungen, Rabbiner Benjamin Fränkel, gestorben. Der Orden ernennt in Zukunft einen Generaldirektor für sämtliche Hilielstiftungen (Professor A. L. Sachar von der Universität des Staates Illinois)! und jeweilig einen Ortsdiuktor. Bedeutende Stiftungen wurden von Brüdern für jüdische Waisenhäuser, für Erziehungs¬ und Wohlfahrtszwecke, ferner für Qelehrte und Schriftsteller — diese als »Israel Zangwill-Gedächtnisstiftung« — aufgebracht. Neu ist, daß die Frauenlogen im 4. Distrikt, vier an Zahl, es sogar zu einer eigenen Oroßloge gebracht haben! Ebenso erfahren wir aus England, daß auf Grund von Verhandlungen zwischen Großloge Nr. 15 und 5tudenlenvereinigungen ins Auge gefaßt wird, jüdische Studenten im Alter von 21—25 Jahren als Brüder B. B. aufzunehmen, deren Beitrag von Fall zu Fall voh deren Loge festgesetzt wird, j Die vorliegende Nummer enthält eine ganze Reihe belehrender und unterhaltender Aufsätze: ^»Die amerikanischeJudenheit vorder Revolution 1776 , »DasLondonerGhetto«,»DieUmgestaltung der hebräischen Schrift« (Ittamar Ben Avi in Palästina propagiert die Ersetzung der hebräischen Schriftzeichen durch lateinische!), »Die russisch-jüdische Kolonie in Berlin« (mit dem Bilde des Staatsrats Teitel) und »Das jüdische Buch in Deutschland« von Br. Expräs. Israel Auerbach mit einer warmen Empfehlung des herrlichen Buches »Das unbekannte Heiligtum« von Ai me Pal Tie re. Br. Eugen Wol b.e, Montefiore-Loge zu Berlin:. Zeitschriften anderer Distrikte. > B’nai B‘rith, Monatsblätter der Großloge für den Tschechoslowakischen s\aat. XI.. O. B. B. Jahrgang VII. Nr. 4. April 1928. Der bei' der Tagung der Großioge am 13. April erstattete Bericht des Bruder Großpräsidenten Popper gibt ein anschauliches Uebersichtsbild über $as Leben und die Leistungen unseres Naclibardistriktes. Indem der Bruder Großpräsident am Schlüsse seiner Ausführungen zpm Ausdruck bringt, däß der Einfluß des Distriktes in der Pflege des Allgemein-Jüdischen sichtbar wird, betont er mit stolzer Genugtuung die Gründung des o b e r s t em Rates der jüdischen e m e i n d e n als ein Werk ctes Ordens. F. T. behandelt im Anschluß an 'die Werke von Michael Guttyann Das Judentum und seine Umwelt« und Ziegler . Die sittliche Welt des Judentums Partikularismus und Universalismus. Partikularismus im Kultu^ liat im Judentum niemals den universalistischen Gedanken der Moral ausgeschlossen. Aus der Geschichte der Juden von Teplitz-Schönau« berichtet uns Wilhelm Buchwald. Das triste Judenschicksal deT Welt spiegelt sich im -kleinen wieder. Die ersten Spuren von Juden in Teplitz. finden sich im 12 Jahrhundert. Wohmmgs-, Steuerbedrückungen, Ausweisungen wechseln miteinander lab. fm 17. Jahrhundert wurden die Juden gezwungen,;als Abzeichen eine große Halskrause zu tragen, die sie sehr geschmackvoll zu .formen verstanden:- Es blieb Maria Theresia Vorbehalten, im 1$.'Jahrhundert an die Stelle dieser Kleidsamkeit einen gelben Tuchlappen zu setzen. In eine Pardonskasse mußten vom Jahre 1696 ab bei jedem Kaufend Verkauf Pardonsgeld und etwaige Strafgulden entrichtet werden. Das Zeitalter der Aufklärung brachte endlich aucjbBesserüng in die Lage 'der jüdischen Bevölkerung. »: j Im Jahre 1336 wurde ein geregelter Gottesdienst eingeführt, eine Orgel, die erste in Oesterreich, für die Teplitzer Synagoge angeschalft, und die Predigt zum integrierenden Teil des Gottesdienstes erhoben,. — Die Ausführungen schließen mit der Erwähnung des Baues einer neuen Synagoge, die in dem Jahre 188( 82 erstand. Von Bruder Prof. Kollmann, >Allianceir Budweis, werden uns Gedanken über j ü d i s c h«, Kulturgesinnung übermittelt. Jüdische Kulturgjesinnung ist der Glaube an einen jüdischen Kuiturwert, der zur persönlichen Herzenssache geworden ist. Eine -reichliche Ausschau und Umschau auf Länder