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Der Orden Bne Briss · 1928-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1928) · p. Seite 70

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Unser Orden stammt aus Amerika. Und wenn der verehrl. Bruder auch die dortigen, höchst erfreulichen Bemühungen um Beeinflussung Andersgläubiger nicht freundlich zu begrüßen scheint, dann darf vielleicht auf dafc schon vor 3. Jahren erschienene Buch hingewiesen werden: »Die internationalen christlichen Bewegungen. Amerikanisch gesehen. Vom Generals, des Federal-Council der Kirchen Christi in Amerika.« Von 36 (!) Organisationen weiß dieses Buch zu berichten, die dem christlichen Gedanken in der Welt international dienen. Und im Vorwort des Verfassers heißt es: Nicht durch den Gewinn und die Ausübung weltlicher, politischer Macht werden die christlichen Institutionen ihre wahre Rolle in der neuen Weltordnung spielten .... sondern vielmehr durch die gegenseitige Berührung gu|env Willens und durch gegenseitige Hilfe. Der Einfluß der Kirche und des Christentums auf die Regierungen liegt in der Stärk^ einer moralischen und geistigen Macht 1 I So der Verfasser. Und wie hat doch Jesaia vor 21/, Jahrtausenden gesagt: »Es ist mir zu wenig, daß du mein Knecht s^ist, die Stämme Jakobs aufzurichten, die! Geretteten Israels zurückzuführen. Zum Licht der Völker stell ich dich hin, daß mein Heil bis ans Ende der Erde gelangt.« Könnte Jesaia mit uns heut zufrieden sein? Br. Rabb. Dr Oottscbalk, Frankfurt a. M. Universität Die ^am 1. April 1925 in Gegenwart von Vertretern der Wissenschaft aus allen Ländern auf dem Skopusberge in Jerusalem feierlich eröffnete Hebräische Universität hat nach dem Berichte des deutschen Verbandes der .Universität Jerusalem in den verflossenen zwei Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht. Sie ist noch keine Vpll-Universität, sondern nur eine Zusammenfassung von Forschungsinstituten, die ihre Aufgabe darin sehen, der reinen Wissenschaft zu dienen und Studenten in der Methodik der Forschung heranzubilden. Die Universität Jerusalem wird von einem Kuratorium verwaltet, dem führende jüdische Gelehrte aus allen Ländern angehören. Diesem Kuratorium steht bei Berufung und Ernennung von Dozenten ein Akademischer Rat zur Seite, der sich aus bekannten jüdischen Gelehrten der ganzen Welt zusarrimensetzt. Die lokale Verwaltung der Universität liegt in den Händen einer dreigliedrigen Exekutive. Gegenwärtig umfaßt die Universität Jerusalem acht wissenschaftliche Institute: , das mikrobiologische»lnstitut, die hygienische Abteilung, das chemische Institut, das naturhistorische Institut, das mathematische Institut, das judaistische Institut, das orientalistische Institut, > die Universitätsbibliothek. Das judaistische Institut wird von einem besonderen Verwaltungsrat geleitet, zu dessen Mitgliedern u. a. aus Deutschland folgende Jerusalem. Persönlichkeiten gehören: Dr. Martin Buber,. Rabbiner Dr. Leo Baeck-Berlin, Professor Dr. Elbogen-Berlin, Professor Dr. Freimalnn Franko furt a. M., Professoif Dr. Horowitz-Frankfurt a M. ~ sämtlich — außer Buber — Brüder unseres Ordens. I Die Gesamtzahl! der Hörer betrug im Wintersemester 1927/28 211. * * I .* Der »deutsche | Verband zup Förderung der Universität Jerusalem« hat bald nach seiner Begründung am 28. juli 1925 in Berlin sich mit einem Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit gewandt mit dem Erfolge, daß die meisten an deutschen Universitäten tätigen jüdischen Professoren sich ihm angeschlossen haben. Da seine Mittel noch knapp sind, beschränkt sich der Verband zunächst darauf, die Universitätsbibliothek in Jerusalem materiell und ideell zu fördern. Sein Streben geht dahin, die Betreuung und die finanzielle Unterhaltung des Naturhistorischen Instituts zu übernehmen. Die Aufgabe dieses Instituts ist, die Naturgeschichte Palästinas zu erforschen, eine Aufgabe, die nur im Lande selbst zu lösen ist.,: . Die Universitätsbibliothek ist aus der im Jahre 1892 unte.r dien Auspizien der Bne Briss in Jerusalem begründeten Abarbanel - Bibliothek hervorgegangen, die seinerzeit vom Exekutivkomitee unseres Ordens, sowie auch von unserer. Großloge gefördert wurde (vgl. M. B. 1Q08 Dez. II No. 12 und 1926 März No. 3 S. 35). ’ F—I.

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