Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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mit einer eigenen Bequemlichkeit zusammenhängt. In vielen Fällen Ifegt ein unjüdischeri und unreligiöser Egoismu^ Ivor, den man in] früheren Jahrzehnten als unwtird g weit jvoni sich gewiesen hätte. *' , . Weiter heißt es in dem angezog men Aufsatz: Esx wird in unserer Zeit fast allent falben darauf hingewiesen, daß infolge des Uebe wiegens des weiblichen Oeschlechts I die Orü idung einer Ehe für Mädchen sehr efsahwert ei. Tatsächlich stehen auch in Hessen 9718 jüdischen 'Männern 10 653 jüdische i Frauen gegenüber. Aber diese Ueberzah! von J 905 Fi auen verteilt sich in.Hessen auf solche Altersstlfen, die für eine Eheschließung gar nichjt in Frs ge kommen; dehn unter den Ledigjen kon 1 i— 20 Jahren befinden sich 820 männlichen und 788 weiblichen! Geschlechts; unter | den .edigen von 20—25 Jahren befinden sifch 76' männlichen und 665 weiblichen Geschlechts unter den i. Ledigen von 25—30 Jahren! befinden sich 631 männlichen und 359 weiblichen Geschlechts. Wenn dann zwar in der Aljterstufc von 30 bis 40 Jahren den 377 männlichen :>89 weibliche Juden gegenüberstehen, soiist dreh für diese heiratsfähigen Altersstufen ein wesentliches zahlenmäßiges Ueberwiegep des männlichen Geschlechts erwiesen. Man; müß e also nach diesen Zahlenbelegen annehmen, daf > es in Hessen für jüdische Mädchen leicht sein sollte, einen jüdischen Lebenskameraden zu firden. t Dieses ist aber nicht der Fall, und die Zahl der jüdischen Eheschließungen geht dauernd zurück. Woran liegt das? ln der Antwort wird ejarauf hingewiesen, daß die Anforderungen derj jüdischen, jungen Leute an eine Eheschließung vielfach zu große sind, wobei die Vorwürfe," die zu machen .sind, nur zum Teil zu Lasten der Frauen gehen: Ein bescheidener Anfang würde oftmals Eheschließung auf solider Grundlage ermöglichen. Leider aber werden von den jungen Mähnern vielfach Aufwendungen für »Verhältnisse« gemacht, 'deren Höhe, schon einen bescheidenen Familienhaushalt ermöglichen könnte. Diese Verhältnisse enden vielfach katastrophal^ auch wenh der Abschluß eine Ehe ist. Diesen Zeitschäden gegenüber nehmen die Eltern njehf genügend ernste Haltung ein. Immer mehr muß die Erkenntnis sich Bahn brechen^ daß in unseren jüdischen Kreisen der Geist das Bestimmende und Entscheidende sein muß. *) Noch «inmal j,Logenmiss on“.*1). 1 .... Eine Vorbenjerkungr in meinen ersten Ausführungen habe idh ursprüngjch auch vor innerei Mission gesprochen. Diesen Teil liabc ich nur aus äußeren! Gründen z lrückgezogen Wir brauchen diese nnere Mission schon aus demurunde, um auch jlMichtmitgliei lern der Löge, arso iallen edeldenkepden Israelit':rit,. von Zeit zu Zeit durch ganz besondere Veranstaltungen einen Einblick in Wiiken undGfist -der I.pg« zu verschaffen, auf difese Weise c er Befriedung der Gemeinde und dejn gegenseiti jen Verst eher zu dienen. ' j *■ Hun aber die äußere Mission Einen schwächeren Einwind hätte’ der ver ehrl. Bruder kaum verbringen kennen als deri des noch nicht reifen Bodens in Deutsch and -■Liegt denn die ganie.Größe .und Stärke de: Judentums nicht darin mit, daß es eben ge wag: hat, inreifem Boden glanz neue, goße Gedanken einzu jflanzen oder vielmehr Men Versuch dazii zu nachen? Nicht jdaß Jesaia überhaupt das Friedensideal aufgestbllt,. daß. er es mitten in einer Wdlt von Waffen aufgeste It, war seine größte Tat. Und h|ute? Ueberkam den! ver v ehrten Bruder nicht mit mir brerneride Sc|ham als er von der internationalen Freuiidschafasarbei der K irchen las und ihrer Sjelh ngnahme zu Abrüstung? Hätte es wirklich 1er Loge' ge schadet, wenn man] von ihr* 'hatte schrcibei können, was der Städtpfarrer von Heide berj von der Tagung schrieb: »Es war eine Friedens tagung, die nie auep in! der kleinsten Weise gestöt wurde durch; brutale Formen der geg nerisc hen Meinung. Man spürte de ch zu deü lieh daß Her Weisheit unp innerliche Momente alle:! Säger und Tun beherrschten!« — Eine inter nationale Logentagung mit ma:htvollem Be kennen.zum Weltfrieden nützte dem Judentunj mehr als hundert Bücher von-um: oder ämJeni Wie einer auch zum Religiösen stet t,'als ethische Mens:h, als jüdischer Mensch muß er iocl bestrebt sein, die Grundgedanken seiner Ge meinschaft, Emes, Din, Schölaum, Wahiheii Recht, Frieden zur {Durchsetzung in der We zu bringen, die Din^e der Welt an den Maf1' Stäben des Judentums zu messen. Nur d irur geht ss und doch nicht, wie mancher fürchtet einzelne politische Maßnahmen des eihen od« andern Staates zu kritisieren. Vergl. hierzu I deij Aufsatz >Logenmissipn« vci I i Br. Oottschalk, Febr. Nr.i 2, 1928, unc die EntgegnuijJ; April *4r. 4, 1928, S. 60 upter Briefe an den Ö. B. B.| -M b9 — r