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Der Orden Bne Briss · 1928-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1928) · p. Seite 68

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1928)
Date
1928-05-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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Briefe an den O.B.B. Bereicherung der Bibliotheken. Br. Prof. Dr. Rothenberg, Obmann des Ausschusses für die geistigen Interessen der August Lamey-Loge, Mannheim, schreibt uns: Br. Vizegroßpräsident jeselsohn hat mich veranlaßt, mit Nachstehendem die Anregung zu einer Maßnahme zu geben, die in unserer August Lamey-Loge einen ausgezeichneten Erfolg hatte "und deshalb vielleicht auch anderen Logen zu empfehlen wäre. Fast alle Brüder haben in ihren Privat-, bibliotheken literarische Erscheinungen in Bro- ■ schürenform, die, sobald sie gelesen sind, für den einzelnen meist keinen besonderen Wert mehr besitzen. Sehr oft werden diese Broschüren nur kurze Zeit aufbewahrt, früher oder später ganz beiseite gelegt. Für eine systematisch katalogisierte Bibliothek verlieren kürzere Abhandlungen über «die verschiedensten Themen jedoch nie ihre Bedeutung; sie erhalten in einer Bücherei neben anderen unter entsprechenden Gesichtspunkten geordneten Büchern vielleicht erst ihre dauernde Geltung. Unser Ausschuß für geistige Interessen ersuchte vor einigen Wochen die Brüder unserer Loge um Ueberlassung' einfacher Broschüren zur, Ausgestaltung unserer Bibliothek. Der Erfolg war überraschend gut; viele Brüder kamen jener Aufforderung bereitwilligst nach und für unsere Bücherei war in "kurzer Zeit eine ansehnliche Vermehrung des Bücherbestandes erzielt worden. Nicht eine einzige der erhaltenen Broschüren mußte als wertlos aussortiert werden. % Einer der Brüder allein bereicherte unseren Katalog um nicht weniger als 44 Nummern. Das Interesse der Brüder für unsere Bibliothek war von neuem geweckt worden. -Nur um Broschüren war gebeten worden; es wurden aber bei dieser Gelegenheit u. a. «auch sehr gute umfangreichere Werke, meist Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt, gestiftet,, zu deren Anschaffung unsere Loge die Mittel wahrscheinlich nicht hätte bereit stellen können. Das Erfreulichste jedoch war die Tatsache, <Jäß. die Brüder untereinander zu derartigen'Spenden geworben haben. Ein unmittelbarer Erfolg gerade dieser Werbetätigkeit war die Erklärung eines Bruders, die auf mehrere hundert Mark sich belaufenden Kosten zum Bezüge der Jüdischen Enzyklopädie in 15 Bänden tragen zu wollen; eine solche Spende wird nun sicherlich weiterhin ein Ansporn zur Gebefreudigkeit für die anderen Brüder sein. ,, Nachschrift der Red. Der Erfolg di sser Anregung ist überaus zu begrüßen Auch unsere! Großlogenbibliothek, insbes. das Archiv des Sonderausjscht sses für die geistigen Interessen, wäre,den I. Brüdern uni Logen sehr verbunden, wenn sie'uns Duplikate von Broschüren oder alte Zeitschriften, wie »Ost und West*,. »Im d sutschen Reich*, ‘(die alte Centralvereinszeitung) u a|. m sowie Veröffentlichungen aus dem Ordensleben fcur Vervollständigung unserer Bestände überließen. Redende Zahlen. Bruder Expräsident Ludwig Kronerjbejrger, Mainz, macht uns in dankenswerter Weise auf einen Artikel aufmerksam, der in dem Mitteilungsblatt des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens, Schriftleitun g Rabbiner S. Levi, Mainz, in der Februar-Nummer 1928 erschienen rst. In dem Aufsatz wird ausgeführt,: da|ß nach den Ausweisen aus dem Jahr 1910 die Zahl der jüdischen Seelen im damaligen Großherrogtum Hessen 24 063 betrug. Die letzte Volkszählung vom "16. Juni 1925 ergab die Zahl 20 4)1. Es ist damit zwar bewiesen, daß die öesimtzahl der jüdischen Bewohnerschaft Hessens ir diesen 15 Jahren um 3662 Seelen gesunken ißt; wie weit dieser Rückgang auf geringere Geburtenziffern, auf Abwanderung oder auf die Kriegsverluste zurückzuführen ist,< müßte J aber erst durch eingehende Untersuchungen geklärt werden. In kurzen Worten1'darf jedenfalls gesagt werden,1 daß die Geburtenzahl in diesen 15 Jahren derart zurückgegangen ist, daß sie den Hauptfaktör für den Zahlenrückgang darstellt. Es mag sein, daß die wirtschaftlich schweren Zeiten die Hauptschuld an dieser Erscheinung tragen. Wenn in früheren Jahrzehnten jüdische Familien mit 10 bi« 12 Familienangehörigen nicljit zu den Seltenheiten gehörten so finden wir im Jahre 1925 Familien mit 12 Familienangehörigen überhaupt nicht mehr;, mit II Familienangehörigen gab es noch 3, mit 10 noch 2, mit 9 noch 9, mit 8 noch 22, iViit 7 noch 57, mit 6 noch 127, mit 5 noch 339, j mit 4 noch 572, mit.'3, d. h. mit einem Kindj 878, mit 2, d. h.' kinderlose Ehepaare, 827. t)iese Zahlen können eine deutliche Sprache rerjlen. j ■ Bei aller Aperkennurtg des Empfindungslebens jüdischer! Eltern, die ihreiT Kindern eine gute Erziehung angedeihen lassen wollen, wird die Frage aufgeworfen, ob nicht die geringe Kinderzahl in ejen jüdischen Familien vielfach 63

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