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Der Orden Bne Briss · 1928-01-01 · Nr. 1 - Januar (1.1928) · p. Seite 3

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 1 - Januar (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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I ■ Millionen verbluten. Um Bodenschätze sich'anzueignen, werden Mittel geopfert die“ ein Vielfaches des erhofffeii Gewinnes pusmachen, vom Moralischen nicht in reden, dessen Verlust sich im Kampf von selbst versteh^ Das alle^ ist nur. möglich, weil in der Hitze jdes Gefechtei eine Verzerrung d< r Maßstäbe eiiitritt,: die den aus der Distanz, beobachtendeh Beurteiler beinahe komisch anmntet. , Auch bei den! jüdischen Kämpfen unserer Gegenwart ist eine solche Verzerrung der Maßstäbe festzustellen. Wennman bisweilen den Ton in Zeitungen i und Versammlungen hört, könnte man auf die Vermutung kommen, als ob eine beispiellose Zerrissenheit und Zerklüftung in der jüdischen Gesellschaft herrsche. Davon ist gar keine Rede. Connubiijim und commernoch unter‘den Boykott ist es cium gibt es G. s. D. immer streitenden . Parteien, bis zun wohl noch I nie'gekommen. Uird was; noch viel Wichtiger ist: den Massen sine die Streitigkeiten der Führenden unendlich gleichgültig, und nur mit allen Mitteln der Dialekti < ist es möglich, gelegentlich Interesse zu erwecken. . Es ist viel leichter, daß Völker j sich vertragen, als daß Regierungen Frieden schließen. In jeder Einzelheit sind Kompromisse möglich und werden täg-fic^i geschlossen. Erst wenn es ijm die blasse fdee geht, fängt der Kfmpf an. Glaubt wirklich jemand, daß die Liberalen diese assimilationswütigen Gesellen sind,-wie sie. geschildert ' werden? Sie wollet» genau so gut aas Judentum erhalten wie die andjern. Mßh sehe,, wie liberale Jugendvereine den Söder begeben! Also handelt es sich um Nuancen! Wolen die Zionisten wirklich alle nach Palästina auswandern, fehlt ihnen jegliches deutsche Heimatsgefühl und Kulturbewußtsein? Dem ganzjen Streit, ob Nation, Volk, Rasse, Schicksalsgemeindchaft oder wie sonst immer, steht selbst der Durcnschnittlszionist mit absoluter OJeichgültigkeit gegenüberL >$7ir sind nun einmal — nach_ Naumann — Zwischenschichtler und zwar ku 99 Prozent. I Mögen die 1 Prozent Extremer aller Parteien ihre, Streitigkeiten mit einander j außfecfiten. wir übrigen wollen Frieden habeü. i 'Denn in Wirklichkeit das Gemeinsame, sondern Zeit hoch Geld für dies* Geld, das der letzte E erlinef hat, hätten wir das dringe errichten können, fruchtbarem Hader iberwiegt ir haben auch weder füllen, gute Bücher Kämpfe Wahlkarni d nötige Könnten wir, stätt ein! Dutzend Zeitungen zu drücken und in derselben nicht nur cFür das pf gekostet Altersheim mit un- ■; ' \/ Auflage den Indifferenten Jin^ . Haus schicken wir würden mehr dam t geleistet haben. Die positive Leistung ist das Bleibende, ßitscheidendk, ni^ht-der ephemere, cjahinschwipdende, schnell vergessene iind| doch so teuere jKampf. Bevor Völker in imperialistischem Machitdrange ihre Bevölkerungsüberschüsse über die (jirenzen des eigenen Landes Werfen und ärtdre verdrängen, sollen sie die -Oedländereien innerhalb der eigenen Grenzen .kultivieren, j Wir haben noch genug. Oedland im deutschen Judentum. Taufe und Mischehe reden darüber eine furchtbare Sprache. Die geistig^ Spannkraft des Judentums nimmt dauernd ab. Die beste Widerlegung eines Buches gegen Palästina wäre nicht ein noch so glänzend geschriebener Artikel, sondern die Gründung von einlrpaar neuen Kolonien oder eine Verringerung der Arbeitslosigkeit. Gegen Tatsachen kämpfen die besten Argumente vergeblich. Indes sich unsere Führer über Wert urtd Unwert von jüdischen Schulen die Köpfe heiß reden, sind einige Musteransialten, mit hunderten von Schülern entst ändert, und ob die Mittel von denjenigen hergegeben sind, die erst im Wortkampf von der Notwendigkeit jüdischer Schulen überhaupt überzeugt worden waren, fsf biliigzu bezweifeln. In der Versammlung werden meistens nur die überzeugt, die vorher bereits überzeugt waren. * Vielleicht 'das beste, was auf moralischem Gebiet der Sportsgeist henorgebracht hat, ist der Begriff des fair play. ‘ Man kämpft in der Arena mit allen erlaubten Waffen. Wenn das: Spiel aus ist, schüttelt man . sich die Hände und erkennt im Gegner den gleichwertigen Menschen und Kameraden an. Die jPartei ist groß, die ihre Niederlage eingesteht, ais ihr lerpf und sie überwindet. Wer sie vertu >cht, wjer, stets das letzte Wort behalten will, schadet sich mehr, als er sich nützen kann. Nur eines lernen wir unbedingt ab: die Spaltäng, die Separation, den Austritt aus der Gemeinde. '. * . Weshalb diese Erörterungen, in unseren unpolitischen Ordensblätlem (stehen, ist klar, ln weiteslen Kreisen dejs deutschem Judentums verlangt man von unserem Orden Bne Briss eine lat. Wir dürfen nicht untätig beiseitestehen, wenn sich jüdische Brüder — gewiß in edelste Absicht — angreifen, wenn sich unser Judentum selbst zerfl :iscnt. Wir müssen die zentripetalen Kräfte tei ‘uns stärken und die zentrifugalen Bestreb»ngeri ausschalten. Eintracht ist unser Programm, Wirken und Wachen. Weil wir unter uns BrCdei aus allen Pärteirichtun- 3 —

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