Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 1 - Januar (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029143-6074766--1662-4868290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gen haben, können wir wie eine Schiedsbehörde wirken. Wir müssen von höchster Stelle aus den Brüdern, die in den Verwaltungen der Gemeinden, den Büros der Parteien sitzen, die strikte Anweisung geben, sofern sie Bne Briss sein wollen, für die Milderung der Parteigegensätze zu Wirkern Wir müssen sie nicht einmal und nicht dreimal, sondern unaufhörlich mit ihren Gegnern zusammenführen und an eitler tisch setzen. Wir müssen dejm Juden unserer ■Zeit so viel positive Ziele seUen, daß er weder [Geld noch Zeit und Lust füij unergiebige Del- ‘batten hat. Das erstrebt, selbst wenn nicht erreicht, wäre eine geschichtliche Tat des Deut] sehen Distriktes. I Die Londoner 'Konferenz gegen den Mädchenhandel. Der Orden Brfe Briß hat* die Bekämpfung des Mädchenhandels von jeheF mit" zu seiner Aufgabe gemacht. Im Rahmen seiner großen Ideen, seinem Eintreten für Menschenwürde und Gleichheit, mußte er sich gegen ihn wenden, weil er Menschen hinabstößt in die Tiefen eigener Schmach und fremder Verachtung. In Erfüllung seiner jüdischen- Aufgabe arbeitet er an der Unterdrückung der verbrecherischen Taten mit, weil es unter den Händlern und mehr noch unter ihren Opfern auch Juden gibt, weil es des Ordens Aufgabe ist.'zü retten und zu erziehen, über jüdische Ehre zu wachen! Bereits vor mehr als einem Viefteljahrhundert, im Jahre 1897, erwählte die Großloge einen Sonderausschuß zur Bekämpfung des MädchenhandelsT-, der mit den ausländischen Komitees in Verbindung trat und segensreiche Arbeit leistetes- So war es denn auch selbstverständlich, daß Sich die Großloge bei dem; internationalen jüdischen Kongreß vertreten ließ, der im Sommer dieses [ahres unter Leitung von Br. . Claude Montefiore in London zusammentrat. Zum ersten Male nach dem ‘Kriege kamen die Vertreter der judenheit aus fast aflen Ländern zusammen^ um die alten, durch das Ringen der Völker zerschnittepen Fäden wieder zu knüpfen, um alte Beschlüsse zu erneuern, um gemeinsam einer sittlichen Aufgabe zu dienen. Wäre auf dem Kongreß nichts anderes erreicht worden,* als diese Verbindung der besten Kräfte des jüdischen ethischen Wollens, so hätte er genug getan. Er*1 hat aber weit .darüber hinaus der Klärung der Theorie gedient, .und damit hat er auch der praktischen Arbeit neue Wege gewiesen. . Im Mittelpunkte aller Erörterungen standen die drei Fragen nach der Größe des, jüdischen Anteils am internationalen M ä d chenhandel, nachden U r - sachen der trau tigenErscheinungen, nach deri Wegen zur Abhilfe! Schroff standen sich beim ersten Punkte die Meinungen gegenüber* Die Behauptung der einen Onjippe — meist waren es Juden ausl dem Westen,! die die Erscheinungen lediglich literarisch kannten — daß der jüdische. Anteil ein großer sei, w^rdc aber doch durch die besonnene Kritik def Mehrheit zurückgedrängt, die nyr bedauerliche Einzelfälle zugeben wollte, dig freilich die ernste Bekämpfung und Ausrottung auch dieser wenig; zahlreichen Vergehen forder|je. Bemerkenswert war; daß eine Statistik der Bestrafungen wegen ^Mädchenhandels überhaupt, i geschweige . denn des jüdischen Anteils, nichtj vorgelegt werden konnte, was gleichfalls auf leine starke l/eberjtreibung der jüdischen Mittäterschaft aus durchsichtigen antisemitischen Gründen schließen läßj. Auch das Problem der Ursachen ^urdje seiner Klärung nähergeführt. Einen Aufruf ap das Weltgewissen darf man die {Feststellung nenneg, daß vor allem der Antisemitismus duren seine politische und wirtschaftliche Entrechtung der Massen des Ostens, durdi die Verarmung, die er verursacht, den Boden gchafft, auf! den, das Unglück des Frauenhatmiels' gedeiht, i Besonders betont wurde, daß; dieser Begriff im weitesten Sinne zu versteheg sei, und daß er somit jede Verleitung zur Unsittlichkeit und zur Prostitution in jeglicher F<|rm unjfasse. Die Konferenz begriff und betönte, daß es sich beim Mädchenhandel ledig! th um einen. Teil der allgemeinen, sozialen Frage hapdet, der besonderer Beachtung! und Behandlung bedarf, weil er die schwächsten, am wen^sten geschützten Teile der menschlichen Gesellschaft, Kindet, junge Mädchen und unselbständige Frauen betrifft. .; i Und damit fand der Konjgreß auch die Wege zur* Lösung! Ohne den Wert der Bekämpfung bestehender Schäden durch organisatorische Maßnahmen zu unterschätzen, legte nian d;n Hauptwert auf die Vorbeugung! In glOnl-