Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1927 (1927)
- Issue
- Dezember (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6727475-6074758-10846867--1639-4868257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die Tendenz der Jugendbücher*: eie sollen Liebe und Begeisterung wecken für Juden und Judentum, nicht durch absichtsvolle Darstellung, sondern dadurch, daß sie offenbaren, wie sehr jüdischer und europäischer Qejst, insbesondere jüdische und deutsche Welt, sich in jahrtausendelange'rWechselwirkung gegenseitig durchdrungen lind befruchtet haben. Der Anlaß, der zu der Aussprache über den Gegenstand im Oeneralkomitee geführt hat, ist bekannt. Er ist in dem 713. Protokoll des Geschäftsausschusses mitgeteilt worden. Redner war überrascht, daß Angriffe auf die Kommission, die seit zwei Jahren mit aller Kraft an der Erfüllung der ihrübertragenen Aufgaben gearbeitet hat,mög- -'lich gewesen sind, und zwar in einer Schärfe, wie sie stärker -nicht sein "konnte. Es ist gesagt worden, daß die Jugendschriftenkommission überaltert ist, und daß sie in der bisherigen Zusammensetzung nicht weiterbestehen darf usw. Es bedeutet dies gegenüber den früheren Beurteilungen der Arbeiten der Kommission im Oeneralkomitee und im Geschäftsäusschuß einen Umschwung, dessen Ursache er sich nicht erklären kann. Den Vorwurf, daß die Jugendschriftenkommfssion ein Programm nicht aufgestellt hat, weist er zurück. Bereits in der Märznummer 1920.der Großlogenzeitung ist ein solches Programerunter dem Titel: Vom Erbe der Väter veröffentlicht worden, ohne daß die Brüder des Geschäftsausschusses gegen dasselbe Einwendungen erhoben haben. Den Vorwurf der Ueberalterung der Kommission hält er für unbegründet. Der Unterricht der Jugend — die meisten -Brüder der Kommission üben das Lehrfach aus erhält die Brüder jung und der ständige Umgang mit der Jygend zeigt ihnen auch, was die Jugend braucht- Die Zu wähl von .jungen Leuten, die an der Spitze von Jugendorganisationen, stehen, erscheint ihm nicht ohne weiteres geboten, weil nicht gesagt ist, daß organisatorisch gute Kräfte auch Verständnis für die seelischen Bedürfnisse her Jugend haben. Es ist weiter gesagt ■ wordendaß die bisher herausgegebenen Bücher keine eigentlichen Jugendbücher sind, daß die Jugend spannende.Erzahlungen haben, ia daß sie Aßeiiteurergeschichten lesen ■will Bei der besonderen Einstellung, die die Jugend- ’hücherei, weil sie eint jüdische sjin sojl, hat, wird es schwer sei’.-, solche Geschic:;:. |i zu erhalten. Das1, ver- . instaltete ‘’/ejsausschreiben f)3t gezeigt, daß solehe spannende 0>.-schichten_ nicht zu bekommen sirrej. t>lme •iaff sie eine einseitige tende>1 Mse Einstellung erhalten. Die Anregung, ,i;t pYomineiije jüdische Sihrrftsteller .rieranzutreten, um fii Jugendschrift an^uregen. erscheint mi Augenblick-best. «Xcnd. kann aber ni.cl t <tisgefülirt werden, wen Schöpferisches - und darum 'handelt •i "Sich auch hei .mejüdischn[ jugendschritt *:di nicht .orsc^ireiiw'n :ö»»t' T - fehlen , an; cidem die Mittel, die irtorde.'kcT s;nd, . dir op nit.onte Schriftsteller zu honorieren., auch •vetu. .ne hvi üinctji bestellten Arbeiten liicht geeignet sind f »er ffi<rer eipjjeschlagene Weg ei.-cheint •ihm als der richtige Die lende, z der Jugendbücher geht dahin, Xiehe und Begeisterung für Juden und Judentum •zu* wecken. Das jüdische Kirf! leidet in der Schulzeit und wir dürfen es nicht leiden lasser:. Wir habTij kein . Recht, ein Lebensalter a!s Vorbereitung auf ein anderes zu betrachten und die Jugend um! ihre Jugend zu betrügen. •Deshalb ist es. notwendig;, Bücher zu schaffen, die die rein deutsch eingestellten und1 jeden I hnweis auf Juden und Judentum vtrmddenden «Unterrichtsbücher der allgemeinen Schule ergänzen. Der Rtferent führt aus, daß auch die jüdischen Schulen kein jüdisches Lesebudr haben, sondern efn deutsches benutzen. Bücher wie das Im Kampf um die Menschenrechte« erscheinen also notwendig. Er führt aus, wie Palliere in seinem Buch «Das unbekannte Heiligtum* schildert, wie er durch die Bilder der Doreeschen Bibel angezogen worden ist. Die Herausgabe der «Bilder zur" Bibel* erscheint ihm deshalb durchaus geboten, Sie sollen kein »Kunstwerk« darsrellen sondern die Jugend mit dem Judentum enger vetknüpfen Von den der Jügenäschriftenkommission vorgelegter Originalerzählungen mußten die meisten abgelehnt werden, weil sie sich aus dem einen oder anderen Grunde als ungeeignet erwiesen. Der Nachdruck geeigneter Erzählungen erscheint wünschenswert, namentlich dann, wenn sie nur so der Jugend zugänglich gemacht werden können. Eine Richtschnur der. Jugendbücherei ist es auch, jüdische Gebräuche nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Er fajßt zusammen, daß die Jugendschriften - kommission für jede ihr zukommende Anregung dankbar sein und ihr1 soweit wie möglich nachkoinmen wird,daß sie auch gern jüngere Kräfte in sich aufnehmen wird, wenn sie imstance sind, der Jugend etwas zu geben, daß aber die Jugend; chriftenkommission sich nicht neu zu sammenzusetzen und auch keine neuen Wege zu suchen braucht, Br. V i z eg nimmt die Leitu heim, das Wort. Br'. Summier bemängelt, daß das Programm der Jugendschriftenkommission nicht durch die GeSamtkommission aufgesfc llt worden ist. Für die Jugend im allgemeinen ist ein» so zahlreiche Lektüre vorhanden, daß eine genaue Di ferenz’ierung für die einzelnen Altersstufen erfolgen kann.' Das fehlf für die jüdische Jugend und muß geschallen werden." Und da taucht die Frage airt, wie eine solche jüdische Jugendbücherei geschaffen werden soll. Hi :rauf möchte er antworten, daß zunächst der Begriff der jüdischen [ugendliteratur festgestellt werden muß. Die Jugendbücherei muß dem jeweilige*: Alter des. Kinilei daß" für die /eit biieher nicht f dieses Alters di< Märchen von / steht. Die Prii nicht" der jugen bleiben. die vie Arbeiten stellt. sind. Die llaup ist eA, den Kind zu machen. Br. L e s z v begehen. Die bähen sich’er da Sache gesteckt. . die die Arbeit < schäftsausschuß oßpräsident Jeselsolin über ig und erteilt Br. Sommer, Pforzangepaßt sein, wobei zu beachten ist. bis zum zehnten Jahr jüdische Jugendebraucht werden, weil für die Kindei allgemeine Jugendbücherei mit ihrer ndersen, Grimm usw. zur Veifüpung ung der eingehenden Arbeiten sollte lSGlirifter.koniniission allein überlasslr leicht zu große Anforderungen an di« Fs ist nicht notwendig,, „daß es immer erstklassige^Arbriten sind, wenn sie nur das Interesse der Kinder erwecken und im guten SinneJugendschrifteaufgabe der Jugendsdiriftenkonimission :m gute jüdische Literatur zugänglich i > k y , Berlin: Mit der Schaltung der jüdischen Jugend jjiciierei kann die Großloge eine Großtat iiüder der Jugendscliriftenkomtr issior Beste gewollt und all ihre Kraft in. die Bei aller Brüderlichkeit aber müssen sie sich Kritik) geial en lassen, wenn sie nur wohlwollend ist und sich nie it gegen Personen richtet. Die Kritik er Jugendscliriftenkommission im Gesrfahyenrbat-. hat sich in diesen Grenzen gehalten. Zur S iche seihst bemerkt er, daß die drei bisher herausge] 'ebenen Bändchen, so gut sie an sich sind, keine Jug« ndbüch.er im eigentlichen Sinne sind. t>4