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Der Orden Bne Briss · 1927-09-01 · September (9.1927) · p. Seite 51

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
September (9.1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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1 des Outen, den Gedanken der Hilfe in gemeinsamer Not — zunächst auf jüdischem Gebiete und wo es möglich war, darüber hinaus — gegeben. Der Krieg konnte eine Unterbrechung ' herbeiführen, keine Unterbindung. Leuchtend werden zwei Taten hellen erwärmenden Sonnenscheins von den dunklen Wolken des Nachkriegshimmelsi sich abheben — als Taten des Bne Briss-Gedankens: die Kriegswaisenhilfe für die des Ernährers beraubten Kinder, der Darlehensfonds für die wirtschaftlich darniedergebrochenen prüder. Wenn aüch die Inflation gar vieles durch Millionen-Ziffern, die mehr Nullen als Zahlen waren, von dem Segen, der in Zahlen liegen kann, zerstäubt hat, so bleibt doch die Tat und ihr Gedanke bestehen als eines der schönsten Dokumente dps menschlichen Herzens. Nun abeij hat sich die bereits bestehende seelische Annäherung durch Körperliches ver-; tieft: Br. Alfred M. Cohen, unser hochwürdiger Ordenspräsident, hat nach dem Antritt seines hohen Amtes im Jahre 1925''innerhalb einer großangelegte a Europa-Reise unseren Deutschen Distrikt zum ersten Male besucht. Unsere Erinnerung wendet sich einen Augenblick pietätvoll zurück zu den beiden Besuchrn, die der ehemalige Ordenspräsident Br. Adolf Kraus * in den Jahrei 1909 und ’912 in Begleitung seines freuen Mitarbeiters Br. Seelenfreund dem Deutschen Distrikt abgestattet hat. Wir haben sie in dankbarem Gedächtnis. Wir verweilen gleichzeitig in kurzer Oedankenrast bei den Besuchen des angjährigen ehemaligen Ordenspräsidenten uid Ordenskanzlers Julius Bien im Jahre 1885 urd 1897. Nach der Installation der Englischen Großloge, die na:h ca. einjährigem Bestehen die feierliche Weihe durch den Ordenspräsidenten * am 19. Juni 1927 erhalten hat, wandte sich Br. Alfred M. CDhen in mehrtägigem Aufenthalt den drei Hamburger Logen zu, um in Berlin in der Zeit vom 3. bis 7. Juli d. J. mit der Großloge unseres Distriktes und den neun Berliner Logen Fühlung zu nehmen. Den Höhepunkt des Be rl«ner Aufenthaltes bildete die Festloge am Mon lag, dem 4. Juli, der sich ein gemeinsames Abendessen im engeren Kreise anschloß. Der festlich erleuchtete Berliner Tempel mit seinen Nebenräumen war von einer dichten Schar von Brüdern gefüllt, als der Ordenspräsident, geführt von Br..Großpräsident Dr. Baeck in Gemeinschaft mit den Brüdern des Geschäfts-Ausschusses und Vertretenil der Berliner Lögen erschien. j '—51 Nach einer gesanglichen. Einleitung durch Br. Oberkantor FrigdmannT begrüßte Br. Baeck in englischer und} deutscher Sprache msere Gäste, Br. Cohen jund seiner! Schwiegersohn Br, Expräsidenten Prpf. Dr. Louis Marin, Ch cago. Er würdigte sodann die Persönlichkeit unsefes hochverehrten Ordenspräsidpnten, und verstand es, sie in wenigen Zügen den. Herzen der Eirüder näher zu führen. Br; Louis Salinger, der e nzige noch lebende Ben Briss aus der Zeit der Oi densgründung in Deutschland, erinnerte nunmi:hr"iri wenigen tief gefühlten Worten an die .Ah ängszeit des Deutschen Distriktes und die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren.’ Der Präsident der jüngsten Berliner Loge, Br. SalomDnski, nahm das Wort für die Berliner Logen und schuf Verbindungsfäden zwischen den Namenspatronen und Namen der Berliner Logen und dem amerikanischer! Ordensdistrikt und seinem Führer. Dann erhob sich unser verehrter Oast Br. Cohen und sprajch in längerer Rede zi den Brüdern. Nach einem innigen Dank an den Br. Großpräsidenterj Baeck und alle bete ligten Brüder für den so. überaus' herzlichen untp festlichen Empfang berührte er — ausgehend von der Gemeinsamkeit des Fühlens,-die Brüderlichkeit schafft — die amerikanischen Ö densverhältnisse, die Arbeiten und Leistungeii, die in der Gegenwart als Bne Briss-Arbeiten in Amerika zu bezeichnen sind. , , Wir sahen in seinen Ausführungen die Hillel-Oründungeri ‘ an'den amerikanischer Universitäten Illinois, Wisconsin, Ohio — demnächst auch Michigan — am Werke, wie sie. Tausende jüdischer Studenten mit Stolz auf ihr Judentum erfüllen, wie die A. Z. A.itlie Aleph Zadik Aleph- Gemeinschaften, die Jugend von 16—2jl Jahren erfassen, nachdem die Einwandererfragen und •Sorgen durch die strengen gesetzlichen Einengungen in den Hintergrund treten -mußten. Man empfand die Richtigkeit des früher einmal uns übermittelten Wprtes, daß. der,Order sich drüben bemühe, die eihwandernden Juden zu »amerikanisieren t, sie in-amerikanisches Leben und Denken einzuführen, auf der anderen Seite die amerikanisierten Juden zu »judaisleren«sie . für jüdisches. Fühlen empfänglicher zu nu(chen._} Wir merkten, wie die Brüder drüben sich bemühen, in der Anti-dpfamation-League den Verleumdungen entgegen zu treten, vor denen auch in dem Lande der unbegrerizten Möglichkeiten die Juden keineswegs gesichert [Sind.. Wir sahen, wie der Orden —■ und insbesondere die südlichen Distrikte Texas und ,New-Orleans — mit

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