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Der Orden Bne Briss · 1927-09-01 · September (9.1927) · p. Seite 50

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
September (9.1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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den Hamburger Logen IQr die Einladung. Hierauf ergriff Br. Alfred M. Cohen das Wort. Er dankte für den warmen, herzlichen Empfjang, der ihm bereitet wurde und der ihm ein^ Bestätigung dessen sei, was man ihm vor feinet Abreise nach Europa gesagt habe: Sit sind stolz darauf, ein Bruder *les amerikanischen Ordens zu sein. Wenn Sie nach Deutschland kommen, werden Sie stolz darauf .sein, daß die deutschen Logen zu uns gehören. Wenn es die Brüder interessiere, so wolle er einiges aus ^dem Wirkungskreis der amerikanischen Logen erzählen (allseitige Zustimmung.) Br. Cohen verbreitete sich dann ähnlich wie er es in seiner Rundfunkrede in Amerika getan hatte, über die verschiedenen Arbeitsgebiete der amerikanischen Logen. (Anti| - Defamation League, Hillel- Foundation, Tuberkulosenheim Waisenhaus, Mixed Marriage, Mexico). Erschloß mit dem biblischen Wort: Ich suche meine Brüder. Br Alfred Lisser, Vizepräsident der Groß- Loge, dankte dem Br. Cohen in englischer Sprache für die warmherzigen, von hohem Idealismus getragenen Ausführungen. Br. Cohen sei in einer Stadt, in drer die Kerntnis der englischen Sprache fast Allgemeingut sei und so dürfe er überzeugt sein, von al en verstanden worden zu sein. Aber auch diejenigen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, verständen die Sprache des Herzers und ständen unter, dem Eindruck, daß ein vorbildlicher Bruder aus der Fülle seines Hjer rens/zu seinen Brüdern gesprochen habe. Br. Lisser erinnerte daran, d.iß er heute zum dritten Mal die Ehre habe, in offizieller Eigenschaft beim Empfange eines Orlenspiäsidenten die Loge zu vertreten’ Vor 30 Jahren als jüngster Bruder der Loge, war er dem per« önlichen Dienst beim Ordenspräsidenten Br. Julius Bien zugeteilt. Vor 17 Jahren, als derzeitiger Präsident der Hf*nry Jones-Loge, begrüßte'er den vor Jahresfrist aus dem Amte geschiedenen Br. Adolf Kraus. Diesem hervorragendem Manne und seiner verehrten Gattin bewahren alle, die das Glück hatten, ihnen näherzutreten, ejn freundschaftliches Gedenken und er bitte Br. Cohen, bei seiner Rückkehr nach Amerika, diese Gefühle dem verehrten Paare zürn Ausdruck zu bringen. Und heute sei er besonders glücklich, daß %er namens der Loge und gemeinsam mit Br. Walter auch namens der Großlpge den Bruder begrüßen dürfe, der die schwere Bürde des Amtes von Br. Kraus übernommen habe, und ie Sitzung nach dem Ritual der, als der Ruf an ihn erging, antwortete: Hineeni! ln deutscher' Sprache fortfahrend ging er auf die vom Ordensprisidenten gestreifte Frage der Mixed-Marriage eir, indem er darauf hinwies daß. die jüngste Hamburger Loge, die Nehemiä Nobel-Loge, eine gesetzliche Regelung dieser Frage anstrebe in richtiger Erkenntnis, daß unserer Gemeinschaft auf diesem Wege viel mehr verloren gehe als durch den offenen Abfall. Er bat Br. Cohen, da eine gesetzliche Regelung wohl nur durch d e Konstitutions-Großloge erfolgen könne, diese Angelegenheit in Amerika zur Sprache zu bringen. Er schloß, indem er dem Wunsche Ausdluck gab, daß ‘Br. Cohen mit seinen Kindern und Enkeln schönC Tage in Deutschland und den Nachbardistrikten verleben möge, und daß er dem heutigen Tage und den Hamburger Logen efn freundliches Andenken bewahren möge. ~ Hierauf wurde d geschlossen. Die Beamtenräte der Logen, die Expräsidenten und die auswärtigen Brüder'mit ihren Damen blieben in zvrangloser Geselligkeit noch Cohen, seinem Schwiegersohn, Br. Prof. Main, und dessen Gattin zusammen. Br. Cohen hatte dann noch Gelegenheit, sich in private n Gespräch über jüdischphilanthropische Organisationen, insbesondere Immigrationsfragen zu unterrichten. An den beiden folgenden Tagen war Br. Cohen der Gast verschiedener Hamburger Brüder, welche ihm ihre sch ine Vaterstadt zeigten. Br. Cohen hatte die Liebenswürdigkeit, dem Schreiber dieser Zeilen in einem herzlichen Brief seine Freude über die ir Hamburg verlebten Tage zum Ausdruck zu bringen. Berlin.*) ln der Zeit der Ozeanflüge ist die körperliche Annäherung de ■ Kontinente-eine Angelegenheit allgemeinen r atürlichen Empfindens geworden. Man versucht, durch Begrüßungen, Ovationen, Feste f auch auf seelische Werte hinzuwirken. Auf unserem u'eigensten Gebiete, auf dem Boden des Ordens Bne Briss, war die seelische Annäherung der Kontinente längst vollzogen. Sie war seit der Ordensgründung in Deutschland — seit 45 Jahren — durch den Gedanken *) Deutsche Reicht Montefiore-Loge, Spin- Loge, E)erthold Auerbach-Loge, nbza-Loge, ‘Timendorfer Jubiläums- Loge, Akiba Eger-Ltge, Jehuda Halevi-Loge, Julius Fenchet-Logc, Abrahan i Geiger-Loge. > 50

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