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Der Orden Bne Briss · 1927-06-01 · Juni/Juli (6.1927) · p. Seite 25

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
Juni/Juli (6.1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
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Ordensdeviee beibehalten wird, daß aber zu ihrer Erklärung die hebräischen Worte in Klammern dahintergesetzt werden. Br. W o I f s d o r { bemerkt im Aufträge von Br. ' Catzenstein, Hannover, daß die Zion-Loge in Hannover sich energisch gegen eine Aenderung der Devise ausgesprochen habe. Das gleiche kann er vön seiner ' .eigenen Loge, der Leopold Zunz-Loge in Braunschweig, berichten. Auch die heutigen Ausführungen haben einen Anlaß, die Devise zu ändern^ .nicht aufgezeigt. Dem Präsidenten soll die Möglichkeit gegeben werden, difc Devise zu deuten: die heutige Debatte hat gezeigt, in welch vielfältiger Weise eine Deutung möglich ist. i Br. Auerbach, Köln: Die Stellungnahme der beiden Logen ist unerheblich, w(jil sie ohne Kenntnis der heutigen Verhandlung erfolgt ist. Es liegt kein' Grund vqr, die Devise beizubehal^nj, wenn etwas Besseres an ihre Stelle gesetzt werden karfn. . Die Beibehaltung der Buchstaben bedeutet ein Entgegenkommen aus - taktischen Gründen, keine Gegnerschaft der Aenderuiig. Lediglich die Grundsätze der Wahrheit und des Geschmacks müssen entscheiden, da Neues immer befremdet. Nun ist gesagt worden, daß Worte s6 auslegbar seien wie Zeichen und daß sein Vorschlag gelten könne als Auslegung für das Wort, daß aber: Einklang nicht als.Wort der Devise aufgenommen werden könne. Weiter ist ausgeführt worden, daß Amerika wegen einer Aenderung der Devise befragt werden müßte.. Es handelt sich aber nicht um ein anderes Geleitwort, sondern nur um eine Anpassung an die englische Form. Will man also ein einheitliches Geleitwort, dann muß es gemäß dem Vorschläge gefaßt werden: Wohlwollen, Brüderlichkeit, Einklang. — Die Begriffe Wahrheit, Bescheidenheit und Ehrenhaftigkeit gehen , zu sehr ins Einzelne, während die Richtschnur von Wohlwollen, Brüderlickeit und Einklang aus dem Meitschentum abgeleitet ist. , vBc. Li sser geht zum Teil mit den Anträgen auf Abänderung der Devise, nur nicht m-Bezilg’auf »Einklang«. Die Abänderung der ersten beiden Worte beruht mehr im Sprachlichen. Man kann nicht jemandem gleich »Bruderliebe« 'auferlegen. Deshalb wäre das Wort durch »Brüderlichkeit« zu ersetzen. Sprachlich ztörend würde es nun sein, wenn zwei aufeinanderfolgende Worte auf »keit« ausklingen, daher müßte »Wohltätigkeit^. durch »Wohlwollen« oder »Wohltun« abgelöst werden. Bruderliebe ist eine Forderung, die, nfeht erfüllbar ist. »Eintracht« in dem weiten Sinn auch nach außen verstanden, ist nicht in »Brüderlichkeit« enthalten. Vielleicht handelt es sich hier um,eine Gegenwartsbetrachtung. Pie Forderung ist aber" bei der heutigen Zerrissenheit im Judentum so wichtig, daß er sie nicht missen möchte. Br. Werner: Die Frage einer Aenderung ist sehr erwägenswert. Zu einer Abstimmung sollte nicht" geschritten. werden, weil dann die Frage abgetan würde. Of> »Wohltun« oder »Wohlwollen« gebraucht wird,- ist ziemlich gleich. Die Forderung der »Eintracht« ist bei den gegenwärtigen innerjüdischen Verhältnissen außerordentlich wichtig, und es beruht wohl nicht auf Zufall], daß gerade gewisse extrem gerichtete Kreise, die selbst untereinander so wenig einträchtig sind, den Logengedanken vielfach abfehnen- Er bittet, von einer Beschlußfassung abzusehen, aber die Debatte möglichst aust führlich wiederzugeben und in die Logen hinausgelangen zu lassen. Per Förderung, in den Logen alle Themen behandeln zu lassen, stimmt er zu. I zu Br. Goldsehmidt (Schlußwort): Die Debatte hat gezeigt, daß keine große Aussicht besteht, a.i(ch bei Beibehaltung alles Wesentlichen unserer ‘Devise eine zweckentsprechende andere Formulierung — weriigstens fiir den Augenblick — zu geben. Die .Frage i^t aber so wesentlich, daß sie heute nicht abgetan werden darf. Er schließt sich dem Wunsche"’des Vorredners an, es zu keiner Abstimmung kommen zu lassen. j Br. G o 1 d s t e i n:" Gegenüber" der bestehenden Devise hat -er das Gefühl der Patina, »die durch, nichts ersetzt werden kann. Gegen kleine Afefiderungdn Wäre nichts einzuwenden, wenn wertvoll Neues darin läge. Es ist nicht zu leugnen, daß idy: Devise einige lögische Unprtähglichkeiten hat,* auch ]ästherfscli nicht ganz einwandfrei ist, aber sie ist historisch gewordene Wahrheit, die durch keine neue Devise ersetzt werdemkänn.’ Unter .»Einklang« kann.er siel» so'tveriig öder vielmehr noch weniger vorstellen' wie unter .»Eintracht •. Einklang erscheint ihm unbestimmter und unlogischer. Aus'dem Begriff »Brüderlichkeit« hat er logisch%äsjenige,fHomenf herausgehoben, das wesentlich ist. Daß" t.s picht absolut ist, darüber kann man hinWegkommenL; Gegen den Begriff »BrUderüqhkeit ist nichts einzuwenden, er persönlich hätte auch keinerlei Bedenken, die! beiden“ •Worte »Wohltätigkeit^ und »Brüderlichkeit^ aufeiftanderfolgen zu lassen. Ein historisch neues "Sginbol schaffen ist außerordentlichschwer. Das, was iän-1 änderungsvorschlägen gemacht worden ist, deckt das Negative auf, gibt aber nichts Neues1. Die Einschränkung neuer Brüder soll nicht aus gesellschaftlichen, Sandern aus Gemeinschaftsgründen erfolgen. Es ist einß Tatsache, daß der neu eingetretene Bruder keine Rührung hat im Hinblick auf die Ordensdevise und den Ordensgeist. Deshalb soll ihm ein Bruder beigegehen »erden, der ihn fördert. Er wiederholt die FordeTungei: Abschaffung der Titel und Behandli/ng aller Themej» in der Loge im Geiste der Brüderlichkeit, Br. L e v i, Mainz, verkennt nicht, daß Br. Goldsehmidt eine weitverbreitete Stimfnung in den Logen jwiedergegeben hat. Die Devise wild nicht mehr sb Verstanden, daß sie eine Lebensleitung bildet. Versuche, eine ^Gärung herbeizuführen, sind gut. Interessant ist, daß ier und Br. Auerbach zu entgegengesetzten Wegen gekommen 'sind. Während er vom Persönliche^ ausgegangbn und mit dem Allgemeinen geendet bat, ist dies bei Br. Auerbach umgekehrt... Es wurde ausgeführt, daß der Begriff »Wohltätigkeit« Meute nichts Wohlklingendes hätte. Der Begriff, der ursprünglich jüdisch War, ist Gemeingut weiter Kreise geworden. Der-Klang war ein guter, solange der Begriff unser, individuelles Gut gewesen ist. Seitdem er Allgemeingut" geworden-ist, ist in ihn etwas ■hineingekommen, was wir ablehnen möchten. Es kommt aber vielleicht eine Zeit, in der wir. stolz auf'das Wort sind. Brüderlichkeit und Ejhlracht hat eine lallende Klimax nach dem, was ausdinandergesetz.t worden ist. Nichts deutet aber das eigentliche’ Wesen des Logenbruders .besser als »Eintracht«, d. h. danach’tiachten, daß man einig ist. Nicht einverstanden "würde er damit sein, daß den deutschen Woften’zur Erklärung die hebtäiachen in Klammern beigegeben wer,deh. Einjer Umänderung der Devise ins Hebräische würde er- -nur dann zustimmen, wenn der gesamte Orden sielt hierzu entschlösse. Die Zeit ist hierfür, sich dafür aus, daß den Logei in ausführlicher Berichterstattung übgr die Aussprache gezeigt wird, wie das 25

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