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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · April (4.1927) · p. Seite 16

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
April (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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etwa dieStellung'zum Minoritätsrecht oder Fragen religiösen, philosophischen und sozialen Inhalts eingelaufen, dann wird man Umschau halten müssen nach Rednern, die von diesen Thiemen innerlich erfüllt sind. / Hierfür freilich werden Mittel seitens der üroßloge zur* Verfügung gestellt werden müssen. Denn die Redner sollen guH honoriert werden. Er erinnert an das Vorgehen der katholischen Kirche, die zu den Problemen des täglichen Lebens von ihren Priestern in der Oeffentlichkeit Stellung nehmen läßt. ■ Im Bfuderkreise gibt es genügend Menschen, die einmal die Gabe der Rede besitzen und dann von dem Gegenstand, den sie behandeln, innerlieh erfüllt sind. Daneben käme auch die Verbreitung von Flugblättern und die Herausgabe von Sammelblättern in Frage. Br. Sommer ergänzt die Ausführungen durch Anführung der Verhältnisse in den Badischen Logelt. Die Einwirkung auf die Brüder in der Loge wird weniger durch auswärtige Redner als durch das Beispiel der Expräsidenten und Präsidenten in den Logen erfolgen. Es wird keine ' Logejgeben, in der alle Brüder vollwertig sind. Eine ethische Erziehung der Brüder wird nur in wenigen Fällen erreichbar sein. Das einzige, was die Logen bewirken, ist die Hebung des jüdischen Bewußtseins. Br. Ros in, Berlin: Die Frage der Pflichtthemen ist nur eine Teilerscheinung im/ganzen großen Fragenkomplex. Die Loge ist gegründet worden als Helferin in dem Bemühen zur Erhaltung des Judentums und für ihre Notwendigkeit und Existenzberechtigung spricht, daß sie sich auf den Eioden des praktischen Judentums stellt. Die sonstige Arbeit, die in den Logen geleistet wird, kann auch durch den Eintritt in andere Orden erfüllt werden. Der Bne Briss.^hat fruchtbare Arbeit geleistet und leistet sie noch; difrch ihn sind zahlreiche Juden ihrer Religion erhalten geblieben. ’> Dann ist ein zweiter Gedanken durchgedrungen, und zwar der geistige. Die Logen würden sich verbrauchen, wenn nicht irgend etwas in ihnen lebte,'das ihre Brüder über das Alltagsleben hinwegbrächte. Hier neue Anregungen zu geben, ist Sache des Sonderausschusses. Die Brüder in den Logen gehören im allgemeinen der-großen Masse dier Gebildeten an, und es gibt unter ihnen nur wenig Prominente. Diese Masse aber zu durchgeistigen und sie mit dem Besonderen der Loge zu ejfüllen und so durch sie neue Kräfte zu gewinnen, müssen Wege gefunden werden. Die Großloge soll Themen, die sie von sich aus oder in Verbindung mit den-Logen aufstellt, ausarbeiten; lassen und geeignete Redner in die Logen entsenden. , Br. Kahn, Berlin: Der Orden ist in zwei Lager geteilt: die alte und die neue Generation. Die alte Generation ist optimistisch und zufrieden weil sie auf die Vorkriegszeit zurückschaut und berechtigt mit den damaligen Leistungen zufrieden sein kann. Die neue Generation ist unzufrieden und pessimistisch, weil der Orden den heutigen Ansprüchen und Bedürfnissen nicht genügt. Der Pessimismus j darf aber nur theoretisch und selbsterzieherisch wirken,iin der Arbeit muß man optimistisch sein, um das möglichste zu erreichen. Das geistige Leben , muß unbedingt gefördert werden. Dies den kleinen Logen zu überlassen ist unmöglich, da an kleinen Platzen die Menschen fehlen.! Die Oroßloge soll bewährte Rediler systematisch durch den Distrikt schicken, so daß jede Loge im Laufe des Winters drei bis vier gute V orträge von Fremden hört, was die Logenfrc udigkeit heben wird. Die Redner müssen gut honoriert wtrden, denn man braucht Qualitätsware. Die Logen müsst n gewöhnt werden, auch für das Geistige Opfer zu bringen. Das Geistige darf nicht überschätzt werden, aber vo 1 der intellektuellen Seite her erschließt man den modern :n Menschen am leichtesten. Das Geistige ist die Stufe zurr Ethischen. Soweit die Logen nicht selbst die Redner zahlt n können, solle der Gesamtdistrikt durch die Großloge dio Finanzierung vornehmen. Br. Rosenthal, Köln, ist gleichfalls Anhänger einer optimistischen Auffassung, nicht nur weil er-zu den alten Logenbrüdern gehört, sondern weil er schon seit mehr als einem Menscienalter in der Loge und an ihren Arbeiten mitgewirkt hat.! Dieser Optimismus ist bei allem Auf und Nieder, das es in . jedem Logenleben gibt, immer von neuem erweckt worden. Das Heil der Loge liegt nicht in der Berufung Prominenter von außen, weit'mehr kann durcji die Einwirkung des der Loge zugehörenden Bruders erzielt werden, wenn in seinen Ausführungen das >Ethos« der Loge zum Ausdruck kommt. Wirft man die Frage auf, was gegenwärtig fehlt, so muß man sich vor Augen führep, daß die Gründung des Ordens in eine Zeit fällt, in der das Judentum außerhalb der Loge fast totgeschwiegen worden ist, während jetzt die jüdischen Probleme weithin sichtbar in den Kampf der allgemeinen Interessen hineingestellt sind, mit denen sie sich mitbewegen. Das ist gegen früher eine Schwäche. Eine zweite Schwäche liegt auf sozialem Gebiete. Früher sind fast'alle sozialen Anregungen von der Loge ausgegangen. Heute haben jsich andere Institute und Kreise der anders gearteten sozialen Aufgaben angenommen. Deshalb erscheint es notwendig, die Loge im inneren zu einem gewissen Reflex der geistigen Bewegungen des Judentums zu machen und nach außen wiederum: aufzuzeigen, was die Logen leisten Das kann vielleicht geschehen auf einem oder mehreren der angegebener) Wege (Jahrbuch, Preisausschreiben). — Die Erziehung“ <ier Brüder wird in den Logen nicht völlig erreicht werden. Erziehung kann nur durch das Leben erfolgen. Br. Schindler verliest, das zu Punkts eingegangene Referat von Br. Moses, Mannheim, und bittet aber, das-, selbe als Materijd dem Sonderausschuß zu überweisen. Br. Finkei jiält die Erziehungsaufgabe der Logen für die wichtigste. (Sie kann durch Beispiel und Einwirkung erreicht werden.! Mit dem Besuch von Prominenten in den Logen, der höchstens 2-3 Mal im Termin erfolgen kann, werde auch nicht viel erreicht werden. Der Sonderausschuß hatte bisher fertige Vorträge und Literaturangaben den Logen und Brüdern zi^r Verfügung gestellt, um sie so in die Lage zu bringeh, einen Vortrag in der Loge zu halten und sie anzureg^n. Wenn hieraus auch kein allzu großer geistiger Gewinn erwachse, so werden die kleinen Logen durch den Hinweis auf Vortrs^sthemen doch aktiviert. Im übrigen | besitzt die Großloge einen Etatsposten für Vorträge, ags dem schwache Logen Zuschüsse für Vorträge erhalte^. •Br. Cahen^ Köln: Die Zuweisung von Material kann neben der Entsendung prominenter Brüder in Frage kommen. Die Oroßloge soll nicht warten, bis der Wunsch der Loge an sie herankommt, sondern sie soll von sich aus der Loge itiitteilen, daß der und der Bruder über ein bestimmtes Thema sprechen werde. Die Ausgaben,

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