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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · April (4.1927) · p. Seite 15

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
April (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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I des Verbandes der Vereine für jüdische Oeschichte und Literatur, hat sich zustimmend geäußert. Er schlägt vor, das Jahrbuch mit dem des Verbandes der Vereine für jüdische Oeschichte und Literatur zu vereinen. Dieser Vorschlag bedarf reiflicher Erwägung. Zu dem Punkt »Preisausschreiben« ist nur wenig auszuführen. Die in den Logen schlummernden geistigen Kräfte ' müssen ge weckt werden, zu dem Problem der Gegenwart muß Stellung genommen werden. Die Einbeziehung der Frauen in die geistige Arbeit bedeutet die Anerkennung der Tatsache, daß in der geistigen Arbeit der Schwesternvereinigungen eine erfolgreiche Mitarbeit geleistet wird. — Der Redner meint, daß seine Ausführungen nur dartun sollen, daß zur Hebung <|es geistigen Lebens in den Logen etwas geschehen muß, daß gegenüber der rein körperlichen, und äußerlichen Tendenz der Gegenwart eine Vertiefung erreicht werden rtiuß. Welche Wege eingeschlagen werden sollen, um das zu erreichen, muß die Erörterung ergeben. Es tritt nunmehr eine Pause ein. Br. Schindler eröffnet die Sitzung um 2 Uhr Wieder und erteilt Br. C a h e n, Köln, das Wort zum Korreferat zu den Punkten 2 und 3 der Tagesordnung: Br. C a h e n : Es ist bereits ausgeführf worden, daß die pessimistische Einstellung ein Grundfehler ist. Der Orden und die -Logen haben Outes gewirkt und tun es auch noch, und die stärkere jüdische Einstellung beruht, wenn auch nicht allein, so doch zu einem großen Teil auf der Wirkung des Ordens. Wer wünscht, daß 'der Einfluß sich vergrößere, muß anerkennen, daß der Orden und die Logen auch weiterhin ihre Aufgabe erfüllen können. Die dem Orden früher obliegende Aufgabe, die Sammlung von Juden und ihre Einführung in soziale Tätigkeit ist vielleicht erledigt. Von ' diesem Gesichtspunkt aus sind die Vqr- ' Schläge von Br. Rosenthal zu betrachten, die nicht abgelehnt werden sollen, aber doch klein und unbedeutend erscheinen. Entgegen seiner früheren Einstellung erkennt der Referent heute an, daß Berlin, das mehr als die Hälfte aller deutschen Juden umfasse, ein Recht darauf habe, daß seine Interessen im allgemeinen beachtet werden. — Er meint, daß der Orden schon ßann seine Aufgabe erfüllt, wenn durch die Zugehörigkeit zu ihm Brüder dem Judentum erhalten bleiben. Es ist auch nicht nötig, daß die Mitglieder der Logen ausgesprochen geistig sind, sondern es genügt, daß die Loge das Material beschafft, auf das eingewirkt werden kann. Je mehr in den Logen auf die Brudergemeinschaft eingewirkt werden kann, umso mehr geschieht dies im Interesse des Ordens und des Judentums. Gegenüber den Ausführungen von Br. Max Wolff betont er, daß erwogen werden kann, ob die Schaffung von’Oraden im Orden angebracht erscheint. Wird die Verpflichtung der fortdauernden Einwirkung anerkannt, dann wird mehr erreicht als durch die Mittel, die -von den Brüdern Rosin und Rosen'hal vorgeschlagen werden, ' und die als ein äußerlicher Versuch zur Belehrung bezeichnet werden können, der fehlschlagen kann. — Die Sammelblätter der Jehuda Halevi-Loge stellen eine dankenswerte Tat dar. Wird in den Logen ohne Rücksicht auf die politische’ oder religiöse Einstellung^des einzelnen eine geeignete Führerschaft herangebildet, dann haben die Logen ihre Pflicht getan und erfüllen das, was im Interesse des Fortbestandes des’ Ordens geschehen kann. Br. Ooldschpiidt: Gegenüber denrpessitnisinus kann der Wille zum Ordensleben nicht stark genug unterstrichen werden. Unsere Aufgabe liegt darin, uns selbst als Führer aktiv' schöpferisch zu erhalten., Die vorgeschlagenen Mittel zur Hebung des geistigen Lebens sind nicht ausschlaggebend, aber gegeben als. Möglich« keilen. Jedes Mittel, das die Aktivität stärkt, istilim recht. - Br. Lewkowitz: Mit unbedingtem .Optimismus kann man der Situation in unseren Logen nicht gegenüberstehen. Die Forderungen sind zu große. Wird die Ordensidee so aufgefaßt, wie das meist jjn den. kleine rv Togen der Fall ist, daß ein Kreis tfon Menschen, die »eelisfche Kultur haben,' die Idealisten sind,: zusarnmengefaU werde,- und daß der Orden prinzipiell im Gegerikatz zu den materialistischen Strömungen steht, dann ist d:r Kreis der praktischen Idealisten ein Meiner1, und das ErZiehungswerk, dasrin den Logen geleistet werden soll, nclch nicht getan. Für diesen Idealismus wird, nur ein kleiner Kreis gewonnen werden können. Deshalb muß eine Scheidung zwischen großen und kleinen Logen eintre’ten. DfC kleinen-* Logen stellen bei der Aufnahme tfon Brüdern andere An- * forderungen als die großen. |Es wird nicht nur auf die- Beitragszahlung, sondern vor lallem auf die Teilnahme an den Sitzungen und an der gesamten Logenarbeit JPert gelegt. In den großen Logen ist der Prozentsatz per Ungeistigen im sozialethischen Sinne des Wortes ein großer. Die Einwirkung durch Vorträge kann-erfolgen; wichtiger aber ist die Lösung der Frage der Persönlichkeit! bildung. Vor allem wird zu prüfen sein, ob etwa' durch e ine neue organisatorische Maßnahme die stärkere Heranziehung der Brüder zur sozialen Betätigung erreicht Werden kam. Der von Br. Wolff gewiesene Weg ist nifcht -gangbar, da eine Scheidung zwischen Brüdern, 'die Interesse haben, und solchen, die es nicht haben, 'nicht möglich ist. In letzterem Fall müssen eben die- Konsequenten ge-' zogen werden. Vielleicht führt der Versuch zt * einem - Resultat, daß in den einzelnen Logen für bestimmte Aufgaben ein bestimmter Kleis von Brüdern (Siel;tioneri), die für sie Interesse haben,, gewonnen wird; und st». statt einer Zersplitterung eilte Sammlung'von konkreten Aufgaben erfolgt, dnd das Interesse für die Logenarbeit ständig wachgehalfen wird. ' Auf. geistigem Gebiet könnten einmal im ^tonat bestimmte Themen beraten werden. Das Hauptgewicht wird jedenfallsdarauf gelegt werden müssen, eine größere Anzahl von Brüdern. . zu aktivieren und Persönlichkeiten heranzubilden. Br. O o I d s t e i n: Es ist schwer, sich zu dem Thema scharf zu äußern. In jüdischen Dingen >yird mit eirer optimistischen Voraussetzunggearbeitet, dieirrigghnanrit werden kann. Es ist die Voraussetzung,.daß das Gros der Brüder von inneren geistigen Nöten bewegt ist. Das ist n chtßer - Fall, wenngleich die. Juden im" Bewußtsein der Nieitjpden noch immer als .geistiges Volk“ leben. Das Prob em der geistigen 'Erziehung in den Logen' muß -daher von einem neuen Gesichtspunkt angesehen werden. Von dein-, S. A. für die geistigen Interessen und von der Großloge näßten die Logen-darauf hingewiesen werden, daßdie Ausgaben der Logen sich nicht ntir auf Wohltätigkeitsdinge erstrecken sollen, sondern auch auf Dinge, die auf geistigem Öebiet liegen, wie Honorierung von Rednern, Ans'chaffui gr von Büchein usw. Die Stellung von Pflichtthemen wird hur dann einen Anreiz auf die Logen ausüben, wenn ai s ihrer i Mitte Anregungen kommen über Dinge, die sie bewegen. Sind Anregungen zur Behandlung bestimmter Fragen,' wie u 15

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