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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · April (4.1927) · p. Seite 14

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
April (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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**. der Nennung des Themas durch die OroBloge sollte dem Redner in seiner Ausgestaltung freie Hand gelassen werden. Für eine besonders gute Durchführung des Themas sollten Preise ausgesetzt werden. Auf die Auswahl der Redner muß besondere Sorgfalt verwendet werden. Hierbei ist die Unterstützung der Logenverbände einzuholen, ihre Vorschläge sind sorgfältig zu prüfen. Der Redner empfiehlt ferner die Einsetzung einer Abteilung für Pflichfthemen bet der Großloge, die sowohl den Inhalt der Themen, als jauch die Technik der Durchführung beherrscht. Die Themen selbst sind aus dem Gebiete der Ethik auszuwählen. wenigstens in erster Linie, sie dürfen sich aber nicht mit allgemeinen, den einzelnen nicht bei ährenden sittlichen Gedanken befassen. Vielmehr sollen sie an das Leben der Jetztzeit anknüpfen, sich an die sittlichen Forderungen des Judentums halten. Die Lebenshaltung des einzelnen, die Lebensführung der Familie, das Verhältnis der Eltern zur Jugend und umgekehrt, wie das gesamte geistige Leben, soll scharf beleuchtet werden. Zur Läuterung und Reinheit des geschäftlichen Lebens soll aufgefordert, auf dem Gebiete des Taktes und Benehmens eingewirkt werden. Neben diesen ethischen Vorträgen soll das religiöse Bewußtsein gestärkt und soziale Fragen betont werden, weniger'die der Unterstützung und Wohltätigkeit, als vielmehr die der jüdischen Kolonisation und der Beziehungen zu den Juden der verschiedenen Länder. Ein sorgfältiger Auf- und Ausbau der vorgeschlagenen Themen, die für das Leben in den Logen von ausschlaggebender Bedeutung erscheinen, wird notwendig sein. Br. Rosenthal: Die Frage berührt die Punkte 2, 3, 4, 5 und 8 der Tagesordnung. Bruder Referent bittet um gemeinschaftliche Erörterung der Fragen. Br. S c h i n d I e r stimmt dem zu. Er bittet, vor der Frühstückspause die Referate anzuhören (und nach der Pause dann in eine gemeinsame Diskussion einzutreten. 8. Anträge der Zion-Loge, Hannover. Br. Rosenfeld begründet eingehend die Anträge der w. Zion-Loge betr. Schaffung einer Zentralstelle für das gesamte geistige Leben des VIII. Distrikts. Grundlegend für den Antrag sei die Auffassung, daß der Orden eine ethische Erziehungsgemeinschaft sei. Daher müsse die erzieherische Tendenz der, praktischsozialen-Leistung vorangehen. Aus der Gesinnung erwachse die Tat. Es müsse ein Lehrkapitel gebildet, der Wissensstoff gesichtet, Lehrmethoden entwickelt werden. Als eines der Mittel empfiehlt Br. Rosenfeld Zunächst Wettbewerbe für Flugblätter über Logenfragen. Durch sie soll erreicht werden Klare Formulierung der Logengedanken. Anregung für wette Bruderkreise, sich mit ihnen zu beschäftigen. Bausteine für eine Ordenslehre zu schaffen. Br. Rosin betont, daß seine Ausführungen sich mit denen Von Br. Rosenfeld decken, und daß es im wesentlichen darauf ankommen werde, sich darüber schlüssig zu machen, ob Vorträge in den Logen, die Verbreitung von Flugblättern oder beides gemeinsam dem gewünschten Ziele naher bringen. Für die Brüder, die die Loge nicht besuchen, würde die Versendung von, Fluglättem in Frage kommen. Auf das gesprochene Wort eines vollendeten Redners, das tief eindringt,.aber möchte er nicht verzichten. Er glaubt, daß die Ausführung beider Anregungen zu gleicher Zeit nützlich wäre. 2. Wie ke in man die Gegenwartsfragen, i die geistigen Bewegungen und Erzeugnisse den Mitgliedern ies U.O.B.B. fortlaufend nahe bringen nnrl 3. Jährliche^ Preisausschreiben des U.O.B.B. mit wechselnden Aufgaben aus den Gebieten des Logenwie des allgemein-jüdischen ^.Lebens für die Logen und Schwesternvereinigungen. Br. Rosdnthal führt zu den beiden Punkten aus Die einzelnen) Punkte der Tagesordnung durchzieht als roter Faden dje Sorge: Haben die Logen einen Anspruch auf Existenzberechtigung in der Zukunft? und der Gedanke, daß e|ne intensive Einstellung zu den Zeit- und Kulturfragen rjom Logengedanken aus notwendig ist, um die wachgewordenen Zweifel an der Existenzberechtigung zu beheben.; Die Grundfrage ist weit, schwerwiegend und umfassend, die von dem Referenten gegebenen Antworten eng und dürftig. Das ist gegeben. Eine geistig kulturelle Institution von dem Ausmaße des Ordens bestätigt ihre Existenzberechtigung aus sich heraus, oder sie. muß »— innerlich verbraucht und ohne eigentliche Kraftquelle — stagnieren und versagen. Ehe es aber zu solch einer Auflösung kommt, ist die Frage aufzuwerfen, ob nicht mehr äußerliche Hemmungen vorhanden sind, denen mit äußeren Mitteln begegnet werden kann. Eine solche äußere Hemmung wird in dem Umstand erblickt, daß die Logen zu schwerfällig geworden sind, um die' Gesamtheit der Brüder geistig zu umspannen und den Einzelnen Wissen vom Orden und seiner Idee zu vermitteln. Zu den betrübendsten Erscheinungen (jes Logenlebens gehört es, daß eine große Anzahl von Brjüdern, die nach der Einführung und den ersten Sitzungen der Loge fern bleiben, als interesseloser Ballast mitgeschleppt wird. — Um diesem beklagenswerten Umstaifd zu begegnen und Interesse für die Loge und ihre Arbeit zu wecken und zu verbreiten, schlägt der Referent vor, in Form eines Kalenders das tägliche Leben mit denj Logenleben, dem Logengedanken und der Oeschichte den Bne Briss in sinnfälligen Zusammenhang zu bringen. Dtirch einen solchen Kalender, der Bildnisse und Daten füllender Persönlichkeiten des Ordens, Abbildungen und1 Logeneinrichtungen usw. enthält, könnte äußere Propaganda bewirkt und eine stärkere Interessenahme der Briüder am Logenleben erzielt werden. — Ein weiteres 'Hindernis bietet die Vielseitigkeit des Lebens, in dap wir gestellt sind, und nach der sich unsere Interessen entwickeln und auswirken. Während früher das ganae geistige Können und soziale Tun in die Loge hineingettagen, wurde, dringt heute nur ein Bruchteil des geistigen Schaffens der führenden Männer des deutschen Judentums in qie Logen ein, obgleich doch jeder Bruder mit all seinem! geistigen und praktischen Wirken der Loge gegenüber verantwortlich ist Dieser Gedanke t müßte zu einler fortlaufenden Zusammenfassung - der Leistungen von Qrdensmitgliedein auf geistigem und kulturellem .Gebiet führen und gibt die Anregung zur Schaffung eines', Logen-Jahrbuchs. Zu den Sammlung des aus idem Bruderkreis stammenden Materials würden Arbeite^ treten, die ein Bild des geistig-jüdischen Lebens der Gegenwart geben. 'In einem besonderen Teil wären die besonderen Vorgänge aus dem {.ogenlebe11 des vergangenin Jahres zu bringen. Ein vorzügliches Vorbild bietet das Jahrbuch der Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner. Br. Benas Levy, Schriftführer — 14

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