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Der Orden Bne Briss · 1927-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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ziehen, gemeinsam mit den Propheten seine.Sehnsucht nach JOngerschaft, sein unverfälschtes Gefühl für das Triebhafte, Kindliche in der Seele einfacher Bauern und Hirten, sein Sinn für die Schönheit der Natur, seine Liebe zu den Tieren. All diese Seelenzüge finden in Mahlers Werk ihren Niederschlag. Mahlers Tondichtungen sind fast stets idealisierte Selbstporträts. Alle Anregungen schöpft er aus eigenen Erlebnissen oder er vertont visionär erst in der Zukunft eintretende Begebenheiten. So schrieb er seine Kinder-Totenlieder, bevor er seine geliebte, erstgeborene Tochter verloren, er komponierte den Schlußsatz des »Liedes von der Erde* und seine 9. Symphonie, Werke, in der die Tragik seines eigenen Scheidens geschildert wird, in. einer Zeit, in der er scheinbar auf der Höhe seiner » V'l Erfolge stand, und der Todesengel ihn noch nicht gestreift. Auch von philosophischen Gedankengängen wurde er angeregt, ohne philosophisch musizierenzu woHen. Als höchstes Ergebnis seiner Weltbetrachtung und künstlerischen Wiedergabe ^ind alle seine Weike ein. einzigartiger ergreifender Hymnus seiner allumfassenden messianischen Menschenliebe, daher h£nnt Mahlers Biograph Specht mit vollem Recht Mahlers Werke die musikalische Bergpredigt unserer Zeit. Musikhistorisch steht Mahler am Ende der groben Epoche deutscher Musik, die, beginnend mit Johann Sebastian Bach, in Richard Strauß mit seiner virtuosrealistischen Kunst ihren Abschluß findet und die nun Mahler'durch Synfhese aller den verschiedenen Organender deutschen Musik innewohnenden Kräfte einer neu«}. Blute entgegenführt. Mahler, in deutschem jKulturkreis aufgewachsen, war als einem Kinde der semitischen Rasse die Krafy gegeben, die germanische Musik noch einmal über' sich selbst hinaus zu erheben. Man hat seine Kunst eine (Jeberspannung deutschen Wesens durch die Intensität einer zäheren Rasse genannt. Bekanntlich wurde Mahler Hauptobjekt des Kampfes gegen das Judentum in der Musik, ein Kampf, der seit Wagners bekannter Streitschrift immer und immer wie'der anhebt und niemals weder hüben noch di üben mit Sachlichkeit geführt wird. Auf alle die hierher gehörigen Fragen, so interessant ihre Diskussion auch wäre, kann hier leider nicht eingegangen werden. Ebenso wenig auf die Frage, ob es überhaupt eine jüdische Musik oder ntir Musiker jüdischer Abstammung gibt. fraglos ist Mahler neben -Mendelssohn die bedeutendste Erscheinung unter aus hier. fir den Musikern jüdischer Abstarhm von ganz entgegengesetzter Prrjguii: Mendelssohn die harmonievollste* Begabung unter den großen Meisjti erscheint Mahler als rastlosester unaufhörlich suchende, der mit ti um Befreiung ringt und so das Werk unserer Zeit baut. Wie sein Landsmann und vätei Bruckner ist Mahler nur Symphöi bei Bruckner einige geistliche bei Mahler die Lieder, im ganzen kaiji Hundert, die Schlüssel zu seinen) s Reich. Ausgehend von Motiven V^underhorn sucht und findet Mal zu Werk in stets neuem Antrieb tung seines Weltbildes, dessen Gr schon gesagt,, seine Allumfassende als Thema hat,; immer zwingende Formen, die schließlich' im giganfi: 8. Symphonie ihre Krönung erhalle den einzelnen Werken' nachzuweia leider unterlassen, ich nenne hur wichtige Etappen dieser. Entwit 2 Symphonie'^njit der Ewigkeit, mit dehr-erg»eifenden £ erstehen, ja auferstehen.« ich nenn das Hohe Lied von der Liebe,* als alles Seien?, und skizziere kurz die Ganzen, seine schörv erwähnte die Mahler selbst einmal -als sei zeichnet. Zwei für den oberflächjli schauenden Menschen grundyers lieh weit auseinanderliegende Dictjt alte Kirchenhymne und der Schluß »Faust« II. Teil werden hier mit vi zu einem grandiosen Werk zusa zu einem Werk, das man im Hi großen Mittel, mit denen Mahler die Symphonie der Tausend genäi Bindeglied zwischen beiden‘Teilen wieder die Menschheitsliebe. der Hymne ist der sehnsüchtige Menschheit um Erlösung und hierauf gibt der zweite Teil des »Fäti Sie gipfelt in der freudigen.Zuve: lösung durch Werk und Liebe, chorus mysticus in er greifenden. Ausdruck bringt. Wer einmal di© >i auf sich wirken lassen, dem wirc zige visionäre Bühne bleiben, auf problem seine ideale Lösung aufführung itf München war Trtymph, den er — visionär hat er u ng, jedoch, g, 'Während spielerischste ern darsteift, als der tonischer Kraft symphonische Geist, imrmn Der -fini le Mail me rlicher Fr^ufid irikej. Bilden e, so bilden m ein ha bes yjmphonischen. des Knäben r.von Werk", die Gestalundidee, wie' Menschenliebe re, kühnere i^chen Bau der n. Dies an en, muß' ich >an2 kurz als.- klung seine:, :h Tod- und (j;horal: »Aufe die ä. als den Urgrund K'önung des . Symphonie, Messe beieh nur hincjiiedene, Zeitungen, eine von Goethes i^jonärer Kraft geschweißt, riblick auf die liier schaltet, hat. Das ist auch hier Kernpunkt Schrei der freiung und st« Antwort, rkicht der Erwie sie der Tönen zum e. Musik hat sie die eindas Faustfr Ihre Urers' größter es in seinem i r nt c ei; — 219

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