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Der Orden Bne Briss · 1927-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 11 - November
Date
1927-11-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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I keinen Richter und keinen Zuschauer begehrt, für welches er nicht einmal sich selbst als j dauernden Zuschauer wünscht. Seine Pflicht ist getan, wenn das Werk getan ist, mit dem er j ein und dasselbe ist,-und über dessen Grenzen j er nicht hinaus.kann.- I -Und so wie sein großes Wollen ganz hin- | gegeben und die Tat und sein Werk ihn verj schlungen haben, so war auch die Art seiner Arbeit: sein nimmermüder Fleiß. Wie dieser unermüdliche Wille zur Arbeit, war auch die ganze Art seiner Arbeit.« j Br. Frank schilderte, wie Ludwig Cahen Abende und halbe Nächte Werte und Wissen j seinem Geiste zuführte, wie) er alles Erreichbare heranzuziehen suchte, um! einen Punkt, eine Sache, eine Frage zu klären, und wie er dann aus der Erinnerung seiner Seele vor den andern sich ausbreitete, um das zu erklären, was in ■ ihm zur Klarheit geworden war. »Wer hatte mehr an Wissen auf allen Gebieten, -mehr Empfänglichkeit für alles als er? ■ Nur was du dir so kämpfend erringst, was du wirklich, greifst, das allein gehört dir an. Das Leben schenkt dir unendlich viel, so viel du erraffst. Dem Wartenden, dem Zaudernden, dem immer nur Hoffenden entgleitet es 'Unter den Händen; so hintergeht die Ewigkeit gar manchen ums Glück der Vergänglichkeit: — darum ließ sich Ludwig Cahen niemals betrügen.« Gegenüber dem Pessimismus des Menschen, gegenüber dem Menschen lehrte Cahen: den Menschen nicht zu gering achten, nicht zu klein von den Menschen denken, an die verborgene Tugend eines jeden glauben. »Wäre nicht alle Menschenbildung, ja alle Menschengeschichte wertlos und sinnlos, wenn es nicht in uns, in jedem noch neue Reiche zu entdecken, neue Schätze zu heben gäbe?« Das war das Fundament, auf dem Br. Cahen auf der Großlogentagung des Jahres 1920 seine Lehre von der Verbreitung des Ordens vortrug. »Mit jeder Lebehsleistung und Guttat, mit jedem Werden und Bilden " erschien ihm etwas j für das unendliche Leben zur Lösung1 und Befreiung seiner schöpferischen Sehnsucht geleistet.« ' -! »Deutlich sprach es zu ihm und aus ihm, daß der schöpferische Wille den schöpferischen Täter mit überschwenglichem Glücke belohnt. Daraus zog Ludwig Cpfien sein nimmermüdes Wirken: die unerschütterliche, beweisbare, erfahrbare Tatsache des seligen Glückes des arbeits- und tatfrohen Menschen. Und woher dieses Glück, dieser Rausch, dieser freudige Jubel über das gelungene Werk im Busen des Menschen, wenn es nicht ein Widerhall wäre von einem ewigen Glück, einem grenzenlosen unausmeßbaren Heil, das in der schöpferischen Arbeit aus der Sehnsucht der Schwäche heraus“"im Kampfe errungen wird. Damit erst schien ihm wahre Religion gewonnen zu sein, und damit erst lehnt sich der Mensch ganz an den Busen tiefinnerlich quellenden Lebens.« Br. Frank .wies auf die magische Kraft der Erziehung hin, die in dem großen Beispiel liegt, und schloß mit den Worten: »Weine mein Bruder; Du wirst dennoch nicht so viel Tränen vergießen, als er, taktvoll, edel und fein im Stillen so , oft getrocknet hat Tröste Dein Herz, mein Bruder, an ihm lernst Du Menschenliebe und Leben!« * Br. Jonas, Präsident der Rheinland-Loge, würdigte die tausendfältigen Beziehungen des teuren Verstorbenen zur Rheinland-Loge. * Br. Alfred Goldschmidt gab der Trauer der Großloge Ausdruck, der Bewunderung und Liebe. Seelische Fäden knüpften sich von ihm, dem Teuren und der Besten einem, über örtliche Trennung hinweg zu allen denen, die in seinem Sinne zu leben sich bemühen. Das Geheimnis seines Herzens war und ist auch das Geheimnis ydes Ordens. Alles än ihm war Ausfluß einer Persönlichkeit. Sein Geistiges bleibt als unvergänglicher Besitz in unser aller Herzen. In .einem feinsinnigen kurzen Nachruf hat auch Br. Dr. Siegfried Braun kurz nach dem Ableben von Br. Cahen in der ersten Sitzung desjjeistigen Ausschusses der Moriah-Loge den hervorragenden Brüder gewürdigt. t' 204 —

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