Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1927-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdischen Frauen, die auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege so segensreich wirken, daß ihre Tätigkeit von ihr nicht wegzudenken ist, sollten auch dieses Problem tapfer anfassen. Es ist wohl neu und schwierig, ab Menschenkenntnis, Klugheit und Takt düffte za meistern sein. Kommt dazu, daß die früher etwas einseitige Einstellung unserer jüdischen Frauen hinsichtlich der Bewertung der Frauenberufe gegenüber der Ehe gesünderen Anschauungen gewichen zu mit es 7 ' sein scheint; Es muß sich immer meh^ die Anschauung Bahn brechen, daß d ir Beruf der! Frau nicht ein. Aequivalent der Ehe ist, sondern s ein dürftiges Surrogat, und daß jece Frau aus psychologischen und biologischen Gi finden Ihren Beruf verfehlt hat, die nicht zur Ehi: gelangt. * Die Ausführungen des Verfassers haben in , seinem Wohnort Frankfurt a.M. bereits lebhafte Zustimmung gefunden. Nichts für uns —? Mit dieser Frage soll nicht wieder einmal die schon oft behandelte Theorie aufgerollt werden, ob wir in unserer Logenarbeit nur Anderen gewähren, aber nichts für iftis beanspruchen sollen; obwohl auch diese Theorie, wenn sie noch so oft — und häufig; bis zum Ueberdruß — behandelt wurde, noch manche Klärung vertrüge und durch die Gewalt derzeit,! — ganz im Gegensatz' zu früheren apodiktischen Auslegungen — eine .Umgestaltung erfahren hat. Heute soll vielmehr von einem einzigen praktischen Ausgangspunkt aus diese Frage eine Betrachtung erfahren. Ein erstes Mal verbrachte ich mit meiner Familie in diesem Sommer einige Wochen in einem LogCnferienheim und zwar in dem von den Breslauer . Logen gegründeten Erholungsheim in Krummhübel i. Riesengebirge. Das hier beigefügte Bild kann nur das Aeußere dieses in freier und erquickender Höhe liegenden Heimes zeigen. Leitung und inneres Leben seien mit [einigen Worten gezeichnet: Umsichtige und gewissenhafte Führung sorgen fürpeinlichste Ordnung und Sauberkeit. Für einen angemessenen Preis wird ein angenehmer Erholungsaufenthalt Und eine; Sorgfältige rituelle Verpflegung gewährt. Erholungsheim Krummhübel Im Kiesengebirge. Dies kann man zwar unter gleirhen B.edini. gungen mancherorts auch in Hotels oder Gasthöfen finden; aber jeder Kundige w<:iß, daß die für einen Aufenthalt mit ritueller Verpflegung in Frage kommenden Orte zahlenmäßig recht begrenzt ‘sind, und daß viele jüdische fimilieh aus den. verschiedensten Gründen sich nicht iirttschließen wollen, jü4jscju Hotels aufzusuchen. Daß dann häufig in nichtjüdischen Hoteis unan genehme antisemitische Reibungen oder asemifischet Abschiießungen ' den jüdischen, Familien ien Aufenthalt verbittern trjd die Erholung in fr^ge stellen, ist eine Wahrnehmung, die man nicht erstdurche nzeJne Beispiele zu belegen braucht. Was aber ‘auch für Menschen, die i i ihrer Erholungszeit einen weiten und lauten gesellschaftlichen Kreisrticht suchenden Aufenthalt im get lannlen Logenheim angenehm macht, ist die Tatsache, daß man sich sfchoti nach der ersten Stunde kaum in einer fremden Jmgebung fühlt; denn soweit sind wir bereits in unserer Logenerziehung gekommen, daß das fiewußtsein der Logenzugehörigkeit die Menschen sich qhne tastende Versuche .leicht und ungezwungen zusammenfinden läßt: Das Hotelfre rodeln ist vermieden, man fühlt sich wirklich im Heim. 199 —