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Der Orden Bne Briss · 1927-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1927-10-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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beginnt qrst das eigentliche! »Schau-Spiel«. Sehr reizvoll, mit vielen dichterischen Feinheiten, auf .rein geistig-logischer Ebene! ,— Es kommt in der lauen Herbstnaclht zu einer großen dramatischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern. Tiefste Fragen der Humanität und Staatsraison werden mir köstlidi-geistreicher Dialektik »gelöst« und in , volkspsydiologische und philosophisch-politische Horizonte geweitet, sichere Bestände des Philisters werden ad absurdum geführt.' Zwei verschiedene Welten prallen aufeinander, deutsche Pedanterie und gallische Grazie. Zwei Antipoden kreuzen ihre, blitzenden! dialektischen Florette. Der Moralist und der Gesintiungs-Outsider, der Schwerblütige und der Leichtsinnige, der Stubengelehrte und der Künstler! j Das Resultat hat etwas Wundersam- Poetisches, an sich: die Beiden, geboren; sich gegenseitig zu nassen, bekehren einander, sie verstehen sich zuletzt aufs beste, sinken sich beinahe gerührt und versöhnt in die Arme. Fast vertauschen sie ihre Ansichten. — Ewige Weisheit von der Relativität aller'Moral und Einsicht! —, Es haben ja meistens 'alle beide« Recht! Der Herr Sraatsminister befreit den Inhaftierten Er möchte am ^rohsten se bst fort, fort aus seinem dumpfen, bisherigen Leiben^jn ein neues freies Land, in dem die Sonne waihrer Humanität niemals untergehr. — Dieses symbolische Orplid wäre die Sphäre der Völkerversöhnung, das »dritte Reich«, nach dem sich die Besten aller Völker und Zeiten von jeher innigst gesahnt haben. — Es ist kein Zufall, daß Jacob diese Wunschvision gerade einen Juden träumen läßt Ist deich das Judentum einst die Wiege des hfcssiänismus und der brennendsten Sehnsucht nach Vollendung gewesen, die am liebsten den Himmel ayf die Erde reißen möchten! LIeb'erhaupt ' ist etwas jüdisches Kolorit sehr fein in das Stück gewoben. Unvergeßlich die Szene, in der die greise jüdische Mutter Sonnenfels’ ihrem Sohne sein Lieblingsgericht — aus Versehen leider ver« ■ dorben — ibringt, und dieser es mit Todesverachtung vertilgt, bloß um -die alte Frau nicht zu kränken Nur ein Dichter, der mit dem Judentum noch in innigstem Kontakt steht,' kann ein jüdisches F^milieninterieur so gut beobachten und gestalten. | Das zweite, fünfaktige Werk des Dichters, das , noch jvor der großen Inflation entstandene Schauspiel j»Tulpenfrevel«, das ebenfalls’ in den letzten Jahrfen viel gespielt wurde, ist gegenüber dem »Beaumarchais« ein' Fortschritt. Treitscftke schreibt in seiner »Deutschen Geschichte«, daß die Juden sich allerorts zu typischen Kapitalisten entwickelten. Nun, einige der größten S o z'i a I i s-1 e n waren Juden, frevel« hat der jüdische Dichter tiefstem sittlichen Ernst und Veran getragene Tragödie des Im Luxus Kapitalismus und aüsartenden Kriej; geschrieben. An dramatischer.Folgc *' ginalität des Stils, Fülle der lebens ten Figuren und Straffheit der. dieses Stück an der Spitze des sehen Schaffens. Es schildert 'die großen historischen Börsenkrachs ir .Kc haben um schönere di: cer Kt ßi> clejl U ) t en. dt r besd e i Ir h holländischen Pächter Jahrhunderts immer! Tulpen gejzüchtet. Vorübergehen exaltierte Spekulation haben de4 zwiebeln ^n deh holländischen J sinnlosen und rein fiktiven Preis: bis der furchtbare Sturz kommt, mit Besitzer und Zwischenhändler — Mit feinen Anspielungen auf auf die ganze, jeder Ungerecht! leistende Wirtschaftsorganisation wird der irrsinnige Tanz aller um Wert von — Blumen gezeigt VI Symbol: den eigentlichen Wert Blume, der in ihrer zeitlosen, heit liegt, den eigentlichen \t ahren erkennen in dem fieberhafte mTanz Kalb nur ganz wenige, nut der * Dichter William und der greise <i| sie sind die einzig wahrhaft Tragödie! — — Sein ethisches Pathos hat Dichter in den Mund gelegt; \f eniger, Versev zu schreiben, als üb Würde zu wachen,« und: »Es i$ und keine Weisheit auf dieser lehrt als die Verschmelzung voi Mensch.« — Sehr 'geschickt und gj der "Tulpenfrevel« verschiedene einander. Die, Sprache hat vom i gerade das Gute, die Knappbcfit'1 ärgenommen.. Der breit ausgetnaj hausakt, in dem die verschiedenen gierig und spekulierend ihre Gesdiä könnte sich in der Blütezeit des * kleines Meisterstürkchen seßen lassie n allem hat das Werk^Sinn und: Idjs Zeit den Spiegel vor. Es ist ] Versuch, aus den tastenden E^> Gegenwart wieder zu einer tnonuj tischen Form zu gelangen. Aehnlich wie irrt »Beaumärdfpi Schluß die Ueberlebejiden in ei u(id im »Tulpenf,acob die; von wortungsgefühl schwelgenden sgewinnlertums c riditigkejt, Ori- , yahr gezeichne« mposrtiön steht bi herigen Jacob'» Zeit des ersten >a.;. Die 'Mitte des 17. ilnii ^köitbärere Export und trS'der j J’ülpenrsen, zt ^inem emporge trieben/ alle,djiuern, ugrunde gehen. . sc re Zeit und jkeit Vorschub thserer- Epoche eingebildeten eld/ tiefsinniges wundervollen Jat 6\ 1$5 :i denen alt des um das neiyizelj h jährige [ faltige Qärtner,- Veisen in der Schön»- Lebens, goldene ib; dem jufigen Mein" Amt ist ■ r der Menschen keine "Religion :1t, cjig. anderes Mensch, und icklich verbindet ifdemente ’ mit» xptessjidlsrnnS und' Schlagkraft, dritte Wirisyölk^t/pen ’geldfte abschließen, t lätüralismus aj$ Und. vor und hält der ein: großzügiger lerimenten der fientalen drärnq» is*. wollen am unbewohnteis,

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