Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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ur. Natürliche Vier» ich Studien Anatord I. p. Poritzky gehört zu den feins:en hinzu, um seiner Produktion ein beson lefes Kolorit zu verleihen. Es sind gesättigte, dunkel strahlende Farben* von'großer Intensität; und wir cfel- Epiker Poritzky sie klug anzuwendeti'weiß* ro eignen sie auch dem Dramatiker. Von Poritzky «ist eine lange Reihe von Essays, Novellen, Skijz'en, Romanen erschienen.« die seinen Namen schnei macht haben für.di^ Bühne hat hältnismäßig wenig geschrieben. A, ihn auch auf diesem Gebiet anerkünn ni und die Schicksale einer ungewöhn eit 'Jugend hießen ihn schon frühzeitig, sich Lebens aufeinander» klar.und präzis zu ihnen Stellung nehmen, einmal ein paar Semester lang medizinische dem Skalpell in den Köpfen! der deutschen Literal anlagun schwere^ 'Jugend hießen ihn mit denl Erscheinungen des setzen, Er hat getrieben und mit iesälen der Berliner Universität gearbeitet: Diese Tätigkeit, von der er sijh schließlich, in seiner Ethik ti|ef verletzt, mit Ekel mag seinen Trieb verstärkt haben, den Dingen auf den Grund zu gehen. Daß er sie, physisch und psychisei angewidert, aufgab, trifft die eine Seite seines Charakers: die Romantik/ daß er überhaupt vermochte, das Se; ierniesser zu handhaben, cie andere: den Drang, hinter d ie Fassaden des Seins zu blicken und mit unerbitt» lieber, >ohrender Logik bis zur Basis vorzudringen. In dem Künstler und dem Menschen Poritzky, die eine untrennbare Einheit bilden, mischensich innig diese leiden Eigenschaften: Romani izismus und Realis» mus. :Es mag sein, daß — je nach Stoff UnctStimmung — bald das romantische, bald das realistische Element. das Liebergewicht hat, nie aber ist bei Poritzky das eine ohne das andere denkbar. Und diese Verschmelzung zweier Hete» rogene gibt seinen Werken den eigenen und bis» weilen fast fremdartigen Reiz. Audi wo er zu den Abgründen des Daseins hinuntersteigt, erblüht ihm immer noch irgendwo die blaue Blume, und wenn er aus frei schaffender, beschwingter Phan» ' tasie eine leuchtende Welt des Unwirklichen erst^hei läßt: ein paar Züge des Wirklichen sind immer mit fester Hand hineingezogen. Pc ritzky verbindet die Eigenschaften des.. Forschers mit denen des Dichters, des kühLkri» tischen Beobachters mit denen des heiß«—und auf» richtig Mitempfindenden. Darum hat allef, was er schreibr, eine ausgeprägt persönliche Note, und 'seine Neigung zum Mystisdi»Uebersmnlichen tritt I. E. Rieh Poritzky. . Von a r d Wilde. <- -■ •; Xtelirr: n illinKcr. Berlin bekannt gfcer nur ver* er miln hat ‘ / I. E. Poritzky.' i'iiot - \ Eine Apzal f unter eidem Pseudonym . xeröffenrlfthrer Einakter behau itet sich dau ernd auf den Spielplänen von Kabaretts'und Eiw.4aer» theajern. Es sj cd leichte, lose Sachen, in' fr scher Laune konzipiert unc zux Papier gebrächt , Sie bedeuten ge-, wissertbaßen eine - Ent* Spannungde: - sonst an schwerer, >Proojematik sich übenden Geistes; und wollen nicht mehr; sein, a(s lilsTjgv bunte irpterhaltung. Auf ganz anderety jioher Stufe steht dagegen'las Märchen» spiel »Die Gfü klidien«, eine ih'; anmutiger _ Versspradie und heiterer Pi ösa gehaltene Apotheose ’sel >stgenügsamer Zufriedenheit .und # unverbrüchlicher Liebe, die allen» Versuch jngen widerstehen. Diese»' Dichtung, in der Här jn-al-Raschid, dem Kalifen von Bagdad, die Ro le -des Versucherszugewiesen isr, wird von' einem lichten Humor übersonnt ' und bezaubert d treh die Fülle und die Reife der ..Gedanken '* . _ - Zu Bezirken, die weit von die :er quellenden Fröhlichkeit entfernt liegen, führen Pöri zkys Dramen: »Die unsichtbare Kraft« und';»Qe>er Nacht«*). Hier" vollziehen sich in bürgerlSdv :n Umwelten^ Tragödien der Seelen, von denen' < er Dichter die Schleier lüftet/ deren geheimste Bezie lupgen er aufdeckt, und deren zarteste Regungen er belauscht. In beiden Stinken gehen' die Geschehnisse zwischen V ■; « *) »Die Glücklichen« und.»Ue^er.Nadn«:sind auf zahlreidien Bühnen zur Darstellung gelangt, Die unsichtbare Kraft« wurde von Max R e i p h a r d t zur UrSufführujig im Deutschen Theater in Berlin erworben;: 181 #".M