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Der Orden Bne Briss · 1927-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1927-10-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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toter, nebf wie Rath Wut ums Andere sa n anderen kam auch ein so"! kühle •leidenschaftsloser und ethisch hochstehender Denker er Tradition gewesen, bei den »sozialen e n a ü in dem Hexenkessel irregeleiteter Leben, fiel dem Ungeist zum Qpfi*r. en jahrelang hintep Kcrkermauettv von einem verständnislosen Feind grausam gequält Sicherlich unbewußt ist der junge Dichter Ernst Toller, der sich mit. völliger Selbstverle tgnung schon während des'•Krieges an den Z\vin<;«U'ri«Mauern menschlicher Unvernunft beinahe den Schädel eingerannt hätte, nur ein Fo^t setzer langer und stolzer jüdisch In ganz anderem Sinne als Dichtern« der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, «f # f.- ist bei Toller Dichten und Schicksal, Schreiben und Lebens« i:od Entwicklungs« Geschichte des eigenen Selbst eine wahrhafte und unfrenn« bare Einheit. Der zwanzig« jährige, kränkliche Ernst Toller lief in den ersten Augusttagen 1914 unermüd« lieh von Reg:ment zu Regi« ment, um ajls Kriegsfreiwilliger angenomrrien zu werden/ als Infanterist meldet er sich freiwillig, von Selbsthingabc und vatet ländischem Opfer« trieb erfüllt, . zu der vor« geschoben:iten Maschinpnge« yrehrabteilung und . zu den gefährlichsten t Patrouillen« gängen. — Erst gegen Ende; des zweit« n Kriegsjahres Wird er mit einem schweren Herzleiden heimgeschickt ,• ab?r sein empfindliches Ge wissen ist von dem Grauen, das^r Zusehen gezwungen war, so aus dem Gleichgewicht gebracht, daß er fort nur noch schreien, — schreien, — schreien möchte, dm all' das Morden und Entsetzen aufzuhalten! Sein »Daimonion« zwingt ihn von jetzt ab pazifistischen Propaganda. Die Münchener Räji republik wählt ihn’ im tollen Frühling 1919 Volksbea ifiragten- Mit krampfhaftem, leidenschal -Atelier «.tone, Berlin \\ Ernst Toller. lichem AV hüten, nimmt er an. hindert Todesurteile, Lebensge glaubliche in dem durch die glücklichel). iderstreben,i nur um Schlimmeres zu v«r Er zerreißt Haftbefehle, vgr begibt sich immer wieder nur um andere zu retten. Mit i ahr, gebrochere Luke nachts ins freie entwischen läßt., Schlußszene/da der.Held in großer.Voksversamm r Waghalsigkeit kriecht er in den KcIBr» die gefangenen Geiseln der Erschießung Kommunisten harren; und befreit die4 Lin indem er sie dunjh eine von ihm au zur e» Üm ft« in Lim ein Haar hätten ihn seine.GeSiiiru ngsgenossen dafür als Verräter niedergemacht.. JE ■ allein hat die Exekution der gefangenen »weißgardistischen«. Offiziere verhindert. Aber bei' der Aufrichtung einer neuen Regierung wird er .vom .Kriegsgericht zu einer fünfjährigen Militä/gefangnisstn ft verurteilt. Latfge5 Zeit wird nun der zarte, nenöse Dichte? von'einer Strafanstalt in die’ aridere gr sÄleppt. — ' Lind in der trostlosen Gefangenschai t'? entstehen dramatische Visionen und Gedichte, diu-wegen der Echtheit ihrer Gesinnung und der Wahrheit ihres Erlebnisgehaltes Heißenden Wirt in der Geschichte der, jüngsten Dichtung errungenhaben. Sejn eigentliche:; Erstlings« werk,, ’das Däma" »Die Wandlung«; das den bezeich» nenderr Llotertitel »Dps-Rin« gen reines. Menschen« führt, war schön ijn'Rübling 191b entstanden: Btles der re« präsenfativsteri Stücke jener Richtungen;in dir Literatur, die, mart unter dem viel« deutigen . Begriff »Bxpres« sionismus« zu iammenfaßt! Vieles ’nur'.ffüchtig skizziert,- es sind jedojh Bilder, irr diesen;■ Gestalij gewordenen Träumen, die eh r Zuschauer nie wieder vergessen kann. Lind vor allem' i ,t das Auto« biographische, c es. Werkes wahrhaft herzbewegend.. Von - , 4>lut voller* Erlet niskraft __ er« füllt,: zeigr. der Dichter im Helden »Friedrich» sich selbst, den deutschen Juden* der sich in engste Schicksnlsgcmelnschäf mit seinem deutschen Vaterlande sehnt, von »seihen Kameraden aber, für die er äußerlich, lind seelisch sein Lefztes hergibr, a|s artfremd zuri'rckgcwi.escn wird. Die grauenvollen Schreckbilder des wahn^'itz gen Völker« mordens geben den Hintergrund zu Ten ih ganz knapper und eindringlicher Spräche .geschriebenen, rasch vorüberhuschenden Schattenbildern. — Mit grauenvollem Hohn wird das Kriegs; ysteiji ver« spottet, das sogar noch -int Grabe Be orderungen, Rang und Vorurteile der Toten betont. -— Mit der großen Sehnsucht des Liebenden- Syc Üt Friedrich, « der »Mensch an sich«, sein Väterjä/ici-, und findet immer nur — die Menschheit, deten ko lvulsivischcs Stieben nach Würde und Freiheit er »Revolution» nennt. Durch viele Stationen führt der Weg dieses Suchenden.- Er mündet sdt Jießlich jn) jene starke IV) i

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