Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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übri; gütigsten, liebes-opferfähigsten Menschen, dei einmal in triebhaftem Wahnsinn das Böseste Im »B o c k s:g e s a n g« sind Thema und mehr nach deirpanischen, jiaturhaften, unter überethischen, gleichsam »heidnischen« Seite schoben — der unheimliche* iunsichtbar »H^ld«, Mifgeburt und Zwitter, von Mensdi Tier, ist die Verkörperung der kosmischen, taren und amoralischen Schöpfungskraft. Im »Bodesgesang« mischt sich schon bezeichnend Pan-Hymnik mit der Scheu des geistigen ethischen Menschen •.. Beide Werke sind als dichterisch-dramatische Kunstwerke nicht stark? wirken, vielmehr konstruiert und erkra Der große Stern der inspirierenden Stunde nicht über ihnen. — Das Beste am »Bocksges ist noch jene lyrisch-balladeske Woge des haften Orgiasmus, die ihn durchflutet, macht noch kein Drama .... »Schw.eiger« und »Bocksgesang« sind mit gewissen Rechte bald wieder von der Bühne schwunden -4 der »Spiegelmensch« i weise erst ga|r nicht auf sie gekommen — wen nicht in Berlin, das oft gerade am Wesend und Bedeutenden vorüberzugehen pflegt, schwierige, psychologisch-dialektische Thema wohl den Durchschnitt ab. Die Spaltung Doppelung des Bewußtseins, die gefährliche lauerung de$ naiven Trieb- und Gefühls durch den überwachen Verstand: das ist doch tjat. — kzent und verende und men« Titel diese und 'Abc r gens eben mpft. stand ang« natur». das einem : t hier Werfel mit jviel Geist und Kunst szenisch verleiblicht. Nujr aus verwandtem Erleben ist solches Erleben zu jbegreifen. — Das in der moc ernen Dichtung so^ wohlbekannte Thema »Vatei und Sohn« <von Werfel selbst , schon in einem Frühgedicht behandelt) spielt auch hier hinein. Aber die menschliche und dichterische Ueberlegenheit Werfels .zeigt sich aiich hier wieder in dem Unterton von Verständnis, Herzlichkeit und Versöhnlichkeit, Die Flucht in den indisch-buddhistischen Geist endlich entspricht einem allgemeinen Sehner und Suchen der Zeit. — Werfels großer Bühnenerfolg war »Juarez und. Maximilia n«, ein Stück noch nicht s|ehr entfernter, bunter und tragischer Zeitgeschichte, in seiner Wirklichkeitsnahe auci dem breiteren Publikum zugänglich, mit starkem dich- X des uri 1 terisch-dramatischera Können gesi zeichnet die Ueberparteilichkeit matikers, mit der hier Spieler behandelt sind, und die zugleig: i spannungsvolle Art, mit der hier Gegenspieler, Juarez, im Hintergrur und dennoch die Handlung mit stärkst) ström durchpulst . . . Die »revolUti r de pathien Werfels sind wohl fühlbar,! kl; Dr; sj t ße verteil« ijgstens ichen Das s< jireckt und Beebens von sich niemals einseitig und aufdritfg der künstlerischen Gesamtwirkung k Werfel viel zu sehr die Kraft uni des Künstlers ... Endlich sein Berlin auch noch nicht aufgeführtes unter den Juden«. Es Werfel, daß er sich an soldi' gri wegs populäre Themen heranwjg schwerlich ein »Welterfolg«i-'zu erz! kumsdramatik ist djes freilich nicht hochstehende Hörerschaft wird es? gewiß nicht verfehlen. Mit sicheret Werfel in jene große Zeit der religiösen Wende hinein, da*Judenl tum sich eben erst zu scheiden beg; steht auch ~ zu diesen Dipgeti Künstler, daß man sein persötili' zum Judentum nur mittelbar aus ablesen kann. Dann findet man ■ unterbewußt wirkt in ihm das sondern auch ganz bewußt nimmt jüdischer Art und jüdischem Schiri Ueberlegenheit des bedeutenden einmal zugleich tiefrassig und über; er doch immer wieder Worte der Liebe für jüdischen. Geist und ’ji Gewiß sieht er scharf genug auch Rasse: eine gewisse Wehteidigkef Verbissenheit, einen häufigen Manj< Selbstvertrauen, Ehrfurcht — Aber man spürt eben trotz Rassenverbundenheit, und in der Patriarchen Gamaliel hat Würfel Beste altjüdischen Geistes ein drucks!: t. So ist Franz Werfel ein wolf, Europäische wachsender deutsche!1 ein letzten Endes jüdischer Dicht er ns ■t allein Gt 5 di L 175 ’ I' i < leitet. . Ausge» , echten Dra- . Gegenspieler kurist- und der mächtigste gehalten ist :em Wijkungs« ionären«! Sym« aber”, sie jgetzen ich .auf Rösten iefurth: dazu hat - das ^Gewissen f . '*v ztes, bisher in L ama »Pa u1us rieht sehd für und keines« t, mit denen den ist, Publi« _ aber, auf eine seine Wirkung Instinkt greift tultüreJlen und und Christeninnen. Werfel so sehr als dies Verhalten der Gestaltung aber: nicht nur jüdische Erbteil, er Stellung za Y sal. Bei aller Geistes; der nun assig ist, findet/ Schätzung und indisches Ethos, die Fehler der und Lebens- - el an Naivität, Ueberkrltik, di ne innerste' talt des greisen s "Höchste und A rk 'verkörpertfjnmer mehr ins —* aber auch tknd Dramatiker.!