Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Mensch entsteht; der nichts mehr vom konsfruieiten Theater;jeschöpf an sich hat. Der Kleinbürger Theobald Maske in der »Hose« ist dann ein Einzelwesen, das doch auch wieder allgemeinen Symboliinn hat, dieser Registrator, der für seine Existenz zu zittern beginnt, weil seine Frau im Städrpai'k, während der Landesvater vorüberfuhr; ihr Höschen verlor, und der dann erlebt, daß zwei »möblierte Herren« sich für die schuldlos pikant gewordene Frau interessieren. Dann, im »Snob« ist dieser Theobald Maske der Väter des Sohnes Christian, und Christian hat inzwischen bereits na,jch oben, .gestrebt, mit nicht saubersten Mitteln. Er hat sich Reichtum, er hat sich Bildung zugelegt, darf schon für einen künstlerischen Genießer gelten und ist doch nur ein elender Tropf, der, um eine Feudaltpditer zu heiraten, seine Mütter beschuldigt, sie hätte sich mit einem Aristokraten vergangen upd dessen blaues Blut in die Adern des Sohnes geleitet. Es ist dabei ein sehr feiner Zug, daß dieser Christian Maske sich auch schon das »Gemüt« des verfeinerten Menschen angeeignet hat. Als er den Tod eben dieser von ihm verratenen Mutter erfährt, glänzt ihm die Träne unter dem Monokel. Dann folgt »1913«, vor dem Kriege ent« standeni heutp wirkend wie eine Prophezeiung auf das Sdtredcliche, das wir nachher haben erleben müssen. Jetzt ist Christian ein Freiherr Maske von Buhow, Exzel'enz und Besitzer von 120 Millionen. Er ist Rüstungsfabrikant, dem Profit zuliebe wird er katholisch, aber in seiner eigenen Töchter hat er schon die Geschäftsrivalin, und wenn er sie auch besiegt : er stirbt im Augenblick des Triumphes. Und ist es nun mit den Maskes aus, und haben sie irnnjer nur gegiert und nie ein Ziel erreicht, an dem sip hätten ausruhen können: in »Tabula rasa« taucht derselbe Typus von neuem auf. Es ist »Der Bürger ,Schippel«, der'schön d^r Heft! der nach ihm benannten Kjomödie gjewesen, er, der wirklich illegitim gebortrj War-, aper aus dunkel: ter. Herkunft, und sich nun durch die Heirat mit (einer Bürgertochter lancieren will. So rasdv wäjchst er tn die Sphäre jener Bürgerlichkeit hinelit;.' jdie *n Nachahmung aristokratischer Bräuche ihre , Ehre rein halten will,) daß er kich sogar bjs zti eineth Duell vorwagt. In »Tabjtla räsa« . ist ef; wieder da. Jetzt ist er völlig Unterpehmer-Bourg^ote geworden, und neben jhm, noch Schonungsloser gesehen, steht der Sozialst Wilhelm Stander, e n, roher und gieriger Bujrsche, der von dem Pähfciwagen ab» springr, sobald er sein ganz.^erjsönliches Ziel erreicht hat. ,'; i Geld und Maclt ,und ,immer ’jvorerst .Geld, weil es zur Macht führt, sind das jagerrs, movens 'der Zeit. Das ist der. Leitgedanke; Sternheims immer von neuem, auch in der «Kc.ss^tte«, In-der auch das von milderen Geistern geyn gerühmte Familienleben immer des Geldes .wegen hinter dem Wandschirm dt r Reputation in seiner Hinterhältigkeit, Lieblosigkeit und Untrere gezeigt'wird Stets ist es das Bürgertum 'in lallen seinen Schattierungen, das werdende und Jas gewordene, also ist es eigentl ch das_ ganze.Molk, das von Sternheim gnadenlcs, mit ' einem ' Humor von oft erschütternder Bitterkeit ,.an: den / langer .gestellt wird. O i/ie Schonung, mir einer, kaltblütigen Anatomenkunst, die, wenn-wir iht; Zurufen:.-»Hier ist noch Leben!« uns erwidert: »Hier ist nur noch eine Leiche«. Mit vollkommener Herzlosigkeit, weil sie g ohne Hei soziale erkannt h das Ganz Ijsydie tpt und himmt. eine Kunstfptm gegeben hat, die späteren Geschlechtern noch'-sagen wird: das war Carl Jü i theoret aller P^: ,des Ju verstän kraft nicht so kon t volklidtei Max Brod und Arnold Zweig. äubr, sagen zu dürfen: aDiese.Welr ist z!« Ater hier spricht einer, d^die in ihren , schwachen Stellungen ihr, wenn er.auch den Teil für Sternheini. Von Fritz G o I d I) e r g. Anders sind die inneren Zwiesi Visionen die in nie it* jüdisch Aus deutscher im Geis lischer Dramatiker, — ein Begriff, derkeiner scheni Deutung mehr bedarf. Denn trotz issivität, die man für ein Wesensmerktnal Sprache kommt,- erklärt, werden Irrfahrt und Leidensweg dlich und vorstellbar erst durch eine Dulder» durch einen' Aktivismus, die ihresgleichen haben in der Geschichte der Völker. Nur iten reine, starke jüdische Dramatiker auf Grundlage erstehen und schaffen. — yoraussetzüng.en, wenn zu der keit die Z-weihHt von Blut und enn der jüdishe piditer seine einer Sprach« vgeijtalten muff, m Blute wurzelt solch eiper Entwyrzel die vielen Stufung unter de l. modern und Mise tungen, die jüdischen Sprache: aufweisen, lassen. Die Reihe W erklären' sich sich Schriftstellern in v