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Der Orden Bne Briss · 1927-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1927-10-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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J dieser Dichtung die Traum-Visionen Jakobs. Der verstoßene Engel Samael, ein wendigen Leidens, hält ihm in Schijdcsal seiner Nachkommen, in seiner jammervollen Ohnmacht und in seiner bluttriefeijded Grausamkeit mit vor [Augen, um ihn Gott abwendig zu machen, — Gott und trauend, wi flammenden Worten doch die Senpboten Gottes, die seinem letzten nehjnen, selbst allem Erden sagt dann: I Ich will eid. Gqttes Und vertm die Symbol' des notseinem Traume das des Volkes Israel, Erzengel, obsiegen. Willen blind ver* I Jakob alles Martyrium auf sich jintliche Stimme sie werden ließ. so gestählter, aus seiner S Leiden ertragen, wie das jüdische/ da es an ihnen aber nicht zugrunde ging, wurde es durch sie um Obendrein verstand es der Jude, wache stets Kraft; aus seiner Unterlegenheit stetj?-Geist zu ziehen.; Und gerade ^uch das Bewußtsein, äuserwählt zu sein, und das auf wirkliche Ueperlegenheit seines Glaubens, seines Eingqtres — cjer damaligen* Viel-jGqperei gegenüber — gegründet] gab dem jüdischen Volke schon von jeher jene außergewöhnlichen, flügelausspannenden Kräfte. Man lese einmal bei lilietzsche nach (Morgenröthe, »Vom Volke Israel«), und man wird verwundert1 sjein, welch eine fast biblisch herrliche Prognose hiejein Nicht-Jude dem jüdischen Volke Stellt, und das nicht etwa aus zufälliger Schwärmerei, nein, Unter dem Zwange isich aufdrängender .Gründe! , ~ : -{l Ganz reizvoll in »Jaakohs Traum* ist, wie Phantasie- und Wirklichkeitsbild; sich einander zu decken suchen, wie Wirklichkeit und Ueberwirklichkeit unmerklich ineinander verfließen . — eine Kunst, die wir auch an Rudolf ■ G. B i s d itp.g s Legenden so sehr schätzen-.- tlt bcrhaupp-eclbeipt Beer* Hofmann besonders als Formkjitnstlersein Biestes y gegeben zu haben. Er gibt nicht i — wie ofttsfifißt auth große Könner — »das Dirpken der Gt danken*, sondern die Gedanken j in ihrer letzten Ausreife und größten Verdichtung und allemal In kristallisch klarer und'wundervoll geschliffener Forrjp Sein Stil zeichnet sich’ durch da$ ruhige/ ausge malte Bild aus, das Schuld an <Gottes> oft fürs erS e altf gebraucht erscheint, aber dann durch eine! deine, plötzliche oft bei Ni :tzsdie — «übet» so dich erhöht vor ja nur — mein Sohn — midi dir so tief verschulden, Daß ich i — zur Sühne allen; darf! j Und so klingt die gedankent|efe Erörterung der Problematik des jüdischen Volkes in froher Zuversicht seiner Aiuserwähltheiti und seiner Sendung aus. Dem Einwand: das ist jüdischer Chauvinismus, kann man; entgegephalten, daß die Zerstreuung der Juden unter die Völker und deren kitäftebildende Folgen tatsächlich zu einer ragenden Einmaligkeit Wendung — wie raschend neu wird und wirkt. ^iu«h versteht |r es durch reiche Verwendung wtehrender. Y^rbln seipem Gedankenstrom mitreißende Kraft zu vef leihen. Seine Vers? sind voll Gl|nz und. Melodie und stellenweise von einer shakej drängtheit und Kraft. Beer-Hofmann ist jüdischer tp liehen Sinne, bewußt' in Traditiör pearesdien Gtjichter im eigen!- und JPietät wie seine Gestalten wurzelnd, stolz 4 tf sein Bluterb^, sich selbst als Flußbett jüdische Blut strömt fühlend] deij von Kein Volk hat solche unerhörten der Patriarchen bis hin'' zum Mjer einer Weljt :m überspitzten, erftillung. Er ist ganz frei von hyperklugen Intellektualismus, der ich bei den Jud^n der Diaspora bedenklich stä'rk entwickelt hat. IJn Gegenteil, was diesen Dichter troj: aller kritischen Eitiwände besonders lieb und wet sein, Gehirn noch zum Teil Heri i;t/ daß es übeh haupt sein Herz zu sein scheipt, rfii Außer den schon erwähnten Weil Beer-Hofmann eine ' iarte' und psychologisch tiefe t dem er denkit. ken hat Richard eine weniger ' Eriählung »Der Tod Georgs« lobenswerte Erstlingsschrift »No/eilen« < 1893p, eine prächtige, sprachgewaltige »|(jedenkrede auf' Mozart« und jenes eine, doch.! einzige Gedicht »Schlaflied für Mirjam« veröffentlicht. Se schöpferischer Geist gleicht jene! langsam tragen, dafür aber Frülite von letzt Reife und paradiesischer Fracht bescheren. W(r hoffen nun auf das baldige Ersehe »Die Historie von Königf;Davide, daß wir in Ridiard Beer-Hofmann jüdischen Dramatiker,! sondern den jüdischen Volkes haben!- len der Trilo] IJe zeigen htin nicht ntir ein|i Dramatiker - 163 durch das däs heiligen Quelle macht, ist, daß ,7 Bäumen, di & '

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