Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Trug. Whwissen ja, das Leben selbst ist nur ein Spie/| einzig wahr scheint eben . nur der Tod zu sein. »Wir spielen immer/ wer es weiß, ist klug!« Und weil wir wissen und klug sind, werden wir auch das Leben und die Lebenden nicht an» klagen. Nicht nur, weil es nichts nützt, wie andere schon erkannt haben. Nein, deshalb, weil wir Amt und Berufung nicht in uns fühlen, weil wir /lie Menschen auch noch in ihren Schwächen lieben und «veil es allgeimein gerecht und auch so wienerischweich anmutig ist, diesen Schwächen nachzusinnen mit dem Wunsch, sie zu verstehen. Gewiß, wir klagen niemals, an oder doch nur selten und auch dann nidit mit geballter Faust. 1 Wir Dicjhter sind Deuter, wir sind nidit Richter Unsere Feder isit kein Henkerbeil, wir führen ^len Pfeil der Satire, ohne jhn mit Gift zu beträufeln. Unsere Feder ist Melancholie, w.enn es' sich um letzte Dinge handelt, und isf Ironie, wenn es lustig sein soll, und ist oft neben- und ineinanempfindet und sie darum’ mit einier nicht immer erwiderten Sympathie für alles Deutsche, . das beides der. .S e ist spitz genug, um rächtet. Dem Weg bereitet, fn fremden Opernwie d drin mit der dieses läisser die sich beändjern läßt. Erft er orthodoxen der männlicher« äusge4 Arthur Schnitzler. jede Gestalt in ‘ scharfer Kontur |zu zeichnen, aber so; .spitz ist sie * nicht, daß sie ihr vernichtend höhnisdi in's Herz dringt. . . So denke ich’ mjf ein Gespräch Arthur Schnitzlers mit sich selbst, und wenn er sich im Gegensatz zu anderen Dichtern -fühlt. So wiegt er sich in diesem widerspruchsvollen Daseinswalzer und sieht den Mit^chwebendcn durch das Festgewand in’s Innere. Er ^ist so sehr, der er ist, daß er sich immer gleich geblieben ist, nunmehr über dreißig Sdiaffensjalire hindurch- Er war noch nicht lange zum Doktor der Medizin promoviert, als er auf dem öffentlichen Plan' der Literatur erschien und rasch als em starkes, wehr jund marktfähiges Talent entdeckt wurde. Man v»ar des »Naturalismus« in seiner sozial anklägerii then Form bereits müde. Nun kam Schnitzlers »Anatole«, dem Namen nach und auch in der Art nicht unfranzösisch, aber so sai|ft und dabei keck auf di«: Wiener Daunen gebettet Wie geschmeidig war dieser Humor, wie gut saß jedes Wort, dem Leben abgewonnen! Gewiß, das war ein Donauwalzerl und gerade darum' flog (er weiter, auch in moralisch störrisches » Norddeutschland, das Härte selber wohl kenjit und als Lücke südlich des Mains Jiegt, auszufüllen I Schauspiel »Liebelei« war damit-deif es wird noch heute überall und auth ■Sprachen gespielt und ist ebenso Filmtext geworden. Da ist viel Mitld kleinen Christin'^, und dabei doch faire, laisser aller, diese Nachsicht, scheidet, weil Sich doch nidffs zürntet und mehr in den Spur?0 und a’ngriffslustigen Wirklichkeitsdid tiyig war das Schauspiel »Freiwild«, die Geschilpte von dem - ■' Mädchen, da^ Gier und liefert ist-, .Dann, Jä ir um Jahr, au^ der imerschö »fliehen Quelle .der wie vor selbst zuströi inenden Stoffe gehotr, Novelj» len; Romani:, Schauspielet, Lustsp.ielef. V elakter, Einkk* ter. . Einma, ihr »Schleier der Beatri :e«/ versucht Schnitzler siqi im Versijlram^, im »Jungen Medardus« gibt er eine »Dramatische Historie«, und in depKomödie '»Fi.n < und Fliederbj isch«' will er mit mehr Vehemi :nr, als ihm sonst eigen ist,' dis. Thema vom heutigen Joui na listen. Satirisch 'erfassen. Er| ichreibt auch widj- »Freiwild«, e| dieses freilid isjst »Trofessq afi »Der We ifrage auf. Sefi Drangsal, weil Sterben«, d|e stören und dq Atl.mtic, der, wfe.mi Anklagestüd ebenfalls in seiner gedämpften Art, Bernhardi«. Hier und in dem R ins Freie« greift Schnitzler die Judi Professor kommt in Konflikte un er 'als Hpspitalarzt das - »schön Euthanasie einer Kranken nicht Priester mit den Sterbesakrament will. Die Anklage Schnitzlers rip geger. Menschen, als gegen Weltan f in einer großen Szene zwischen den jüdischen Arlzt und dem katholischen Priester wird von Schnitzler, seinem niemals aggressiven ünd hier vielleicht alkiu neutralen Wesen nach, die Fahne der- Tolferaiz gehißt. Sein Bernhard!'ist im, gar zeo "Verlauf dps nicht ^ulassdn tet sich nicht $o idiauungen, ur|d Stückes kein Kämpfer,, denn und Dogma ist und bleibt: des Dichters Leitsa ein« nder versteh« unser seine Auch der Jude und der Katholik irdischen Hilfe und der Mann reichein einander die Hand. i ■- ' 167* — ' der Mann.qier Her himmlischen,