Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Büi si< ti und Versnovellen errin Gunst *des Publikums, der Sdiar der »Freien für Ibsen. Sein erster 1893 der »Talisman«. Gustav Frey tag, Heyse, Schmidt, Treitschke und zuerkannt, dem 'Wilhelm Ich , frage mich - um ein Kaiser mit dem’ Sch von welcher pathologischen wenn er in geistigen Din jener Leute entgegenzusi »ein Kaiser auch in Ll^t ^Große Erfolge reihen die »Jugendfreunde* und von denen jedes Stück geht, und auf den meiste erscheint Als Vortragende gerufen und ahnt früher» w zwangsläufig in der Zuku meisten andern. In einei fahrungen nieder. Das noch oft beschäftigt und seiner Problematik. Detr das politische* oder Erziel als feiner abseitiger Beoba in vielen seiner Lustspiel: doch nie verdammend, zu Als llebersetzer Molicre. gen ihm frühzeitig die Dann findet man ihn bei ne« und als Vorkämpfer janz großer Erfolg wird instimmig wird ihm von Dilthey, Minor, Erich Weinhold der Schillerpreis I. die Bestätigung versagt, dimmels willen: was hat llerpreis zu tun?! Und Anmaßung muß er sein, gen sein Urteil dem Urteil eilen wagt. Nur, weil erhosen Kaiser bleibt?« dem an, wie vor allem Die Zwillingsschwestern«, über tausend Bühnen n europäischen Theatern r wird er nach Amerika dort los ist, und was sich nft ergeben muß, als die Buch legt er seine Er* Königsproblem hat . ihn i Timer wieder spielt er mit Leben, des Tages, ob ungsfragen sind, steht er hter gegenüber, und weiß witzig und überlegen, ihm Stellung zu nehmen. t Cyranos, Peer Gynts tald , IS in und der »hakespearschen Sonette hat er sich ein unvergeßji hes Verdienst erworben. . Eine lange Schar von feinen Lustspielen Fuldas ist im letzten Menschen; her an uns vorübergezogen, in Vers und Prosa i Stoffe der Renaissance, des Rokoko . und der Moderne ... ja solche wie »Des Esels Schatten«, die schon von grauen Zeiten her zum ewigen Inventar der Menschheit gehören. Alfrel Klaar hat im Cotta'sdien Verlag, der auch die ange Reihe , der Werke Fuldas-brachte, eine feinsinnige Studie über Fuldas Leben und Lebenswerk veröffentlich;,- und ich glaube, man kann Fulcjas geistige Tendenz nicht besser charakrerisieren als Klaar es tat, wenn er «agt: »hjfur selten führt uns der Dichter Fulda an die tragischen Abgründe heran — seiner Natur entspricht es vielmehr, die Konsecjuenzen des Irrtums und der Entartung ^ufzudeckeni und aus der inneren Natur der Menschjen heraus dje Heilung zu bewirken. Die Falschmünzerei der Modephrase hat er mit scharfem Urteil-bekämpft und für neue befreiende Gedanken dje besten Geisteswaffen geführt. Scheinwerte in ihrter Erbärmlichkeit zu enthüllen und die wahren Lesenswerte zu den allein gültigen zu machen, ads der^Verkünstelung zur Natur zurückzufühten und in der Natur den Sdiöpferdrang und die ewigen) Menschenrechte immer neu zu beleben — das ist; die durchgreifende innere Tendenz seiner stärksten Dichtungen und seines ganzen .Wirkens.« Georg Hirschfeld. Von; Ludvrig Davidsohn. Der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen hat auch fdas gesamte Leber unserer Epoche von Grude! aus aufgewühlt. Das Symbol unserer Zeit ist clas rasende Auto g »worden, das Interesse unserer Jugend hat sieh dem Radio und Jazz, den Flugzeugen und Jagden nach sportlichen Rekorden zugewandt. Vergeistigte Imerlidikeit und schwermütig-stille Einkehr sind [egenwärtig außer Kurs geraten'. Wäre dem ander», so hätten die Bühnenwirkungen eines so echten und feinen Dichters wie Georg Hirschfeld länger »orgehalten. Heute ist er als Dramatiker von Jüngeren, Geschäftig» : Lärmenden fast verdrängt, und nur als fruchtbarer Erzähler, dessen Fabulierkunst und Gestaltungskraft keinerlei Ermüdungserschei tung zeigt,i hat er eine weitverbreitete treue Gemeinde. In der Geschichte der jüngste leutschen Bühnenliteratur wird er jedoch immer einen geachteten Platz behalten. - Schon als Zwanzigjähriger trat der 1873 in Berlin Geborene mit Bühnenwerken an die Oeffent» lichkeit. Das Antlitz noch feucht von wirklich ge» weinten 7 rÜnen, die Stimme noch bebend von Schmerzen, die wirklich erlitten waren! Keine Phrase uni kein unechter Ton störte in seinen Werken, i nd Gerhart Hauptmann nannte ihn ergriffen »se nen einzigen, ernstlich Mitstrebenden«. Eine Art geistige Frühlingsluft durchwehte Jamals Kunst und Leben. Wie ein Sturmwind fegte der junge Naturalismus überkommene Vorurteile und sich spreizenefe falsche Konventionen hinweg. Ein glühendes Streben nach’ Wahrheit »und sozialer Gerechtigkeit machte sich überall gehend. — 1 jI i