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Der Orden Bne Briss · 1927-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1927-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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hieb vor, und einen Faustsddag hält es ’ unter seiner Würde. Es hat Fuldas Kunst nach dem Grundsatz.: »im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist« <und es ist eine höfliche Kunst!) .nicht an Anfeindungen gefehlt. . Sie schien ihnen in den Umgangs- „ formen zu verbindlich, um wahr zu siin. Und doch ist sie in'ihrem Wesen ganz echt, ihre Form ist ihr Natur. Ich erinnere mich — das mag jetzt dreißig Jaire fast her sein —, daß Paul Schlenther zu mir jagte, daß ihm Fulda gestern erzählt hätte, er arbeite augenblicklich an einem Prosastück, und das fiele ihm schwer, denn er hätte fange Jahre nichts als Verse gemacht. Es ging ihm also damals wie Ovid :',»Was ich zu schreiben versuchte, semper versus erant: immer wurden Verse daraus«. Die gebunden^ Sprache lag seinem Wesen näher, als die ungebundene. Sein Geist brauchte die Prismen von Reimj und Rhythmus. Weriln heute nach Jahrzehnten jich das'Theater von jener klassisdi-gebändigten Form de‘s Büstspiels, die als ein wahres künstlerisches Spiel funkelnd in These und Antithese an uns vörüberzieht, und die meht* anregt, als erregt,... wenn sich das Theater Sn umgekehrter Richtung vielleicht davon entfernt, so ist der Erfolg trotzdem Fulda nie untreu geworden. , Das jedoch ist ein besserer Beweis für die Echtheit seiner Begabung, als lange und weitschweifige aesthetische Untersuchungen. Gewiß, Kritik darf sich nicht dem Erfolg beugen/ aber sie 'soll aus seinen Gesetzen lernen. Und diese bejägen: man kann einmal Erfolg haben durch G Ück oder Konjunktur/ auch wohl zweimal/ — 'aber niemand, der es nicht verdient, kann sein Lebehlang den Erfolg an seinen Wagen ketten. Auf die Dauer ist Welt und Publikum .... und die pejnl me Bestie des Theaterpublikums nun erst recht!... unbestechlich, und folgt nur dem »Echten«. Nichts a \>er verzeiht sie weniger, aris wenn Sie sich einmal für übertölpelt hielt. Und noch eins: ein guter Teil der Fuldaschen Erfolge waren.Welterfolge, und er war einer der gespieltesten deutschen Autoren im Ausland/ in den romanischen Ländern so gut,1 wie in den englischen. Auch das spricht besser*, qls alle Untersuchungen, für echtes Künstlertum/ delnn die Erfahrung hat gelehrt, daß es meist hier nur ein Entweder — Oder gibt, und daß sonst die beiden Sprachkreise sich auszuschließen pflegen,.. dank einer Sehr verschiedenartigen Mentalität. Kunsj,' die sich überall durchsetzt und weltgängig ist, ist außerordentlich selten, und muß schon von sehr re ner kristallinischer Form sein. Und auch diesen letzten Beweis wußte Fulda’ dt^tch seine Lebensarbeit zu erbringen. i >! Und noch teelter; jede Kunst, vor allem die des Theaters, hat eine politische Linie, und mag sie in hrem A‘iul)eren noch J: o fern aller Politik sein. Cie politische Liqie <eiitfgs Kleist ist anders, wie die eines Hai iptmarin/ dje f ine$ Kaiser anders, iiwie die: eines Sternheim, ck er wie die eines Schnitzler. Fulda hat stets, was mich an ihm so sympathisch berührt, die politische Linie jenes bürgerlichen deutschen Menscher jüdischer Art, der kein Revolutiolär ist, weil er eine kulturelle TraditioV verteidigt, aber der aufrecht und frei ist und ■ viel zu alt für Vorurteile jeder Art. Die überlebt:n Mächte in der Gesellschaft, oder, jene des Staates, oder einer Herr: hyrkaste erkennt er nicht an. Und er bringt siefnit ei em witzigen'Nasensjüber 2u Fall, statt wie ande e zörnrot im Eisenharnisch vergeblich gegen sie ai zurennen. Die Gelschichte von David und. Goliath, „ steht im Alten jTtestamcnt. Und so schlägt Fuldas Herz — trotz aller Li:be zu dun Dingen überlieferter Kultur*!-istets stärker nah links, als lach rechts. »Freie Reichsstadt Frankfurt«. In d^fT drei'Worten sind die Bestandteile seines Wesens enthalten/ das Bürgerliche, das Freie, dd:; Reich, und die des Forizönts. Denn Frankfurt /nat nadr beiden Seiten gesehen. In Deutschst: e i n tnd ‘ über de^; Rhein hinüber., hat schon .seit Genei.triönen seine Söhne Welt hinaus nach JE™ land und über das grdße Wasser jeschicki, um weiten. Solche Dinge aber vergegenwärtiget, wenn man stehen und im Kern erfassen Und noch weiter. Die aj Versuche sind bei Fulda Weiten immer land h Und e$ die in größten! Mitbürger! das Pü ihn später verskla die Lin die rur rten. Denn Dichter-werden und-sein heißt, e der Kindheit weiter üid zur Höhe führen, bjei^andeien Menschen! mit 'der Pubertät Er ist Jahren brand! schon Weise, heraus. — selbst^ :rfertigte Stücke; für opentheater. ' Und au® das vielleicht macht zum Dramatiker [ und zum “Theaterabbrich und sich im Beruf dam]) meist völlig verliert. Weg und Werk Füldas sinq derart Allgemeingut, daß man nur wenig hier .darüber zu sägen braucht, außerordentlich frühreif-f Mit einundzwanzig Doktor, Kuno Fischer i and Scherer, Hlldejnd Biedermann sind . $ :irie Lehrer. Aber als 19jähriger beteiligt er^si/h an den historisch-kritischen Dichteraysjj aben derVde'utschen Nation|alIiteratui, gibt Johann, Christian Günther, Brockes und ein paar p erschollene Schlesier Nach seinen ersten! Erfolgen wendet er npeh Heyse im Kleine Dramen sich nach München, wo irtinfi sr Mittelpunkt der Literatur stejit. — 151 — •1 ihnen i den Blick zu tiuß man sich auch einen Kühstler verrilt. rrersten dichterischen bei seinem wie

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