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Der Orden Bne Briss · 1927-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 9 - September
Date
1927-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Körper und dann erst das Modejoumal befragen. Und wenn auch die heutige; Mode manche Körperformen zu enthüllen erjlaubt, ' die eine frühere gnädig verhüllte, so köpnen doch aiich die Oesetze der Schönheit und des— Taktes verletzt werden, wenn eine Frpu die ihr von ihren eigenen- Körperproportioflen 1 vorgeschriebenen Grenzen überschreitet.! Was Gottfried Keller von> der Frau Gritlj (in den. »Mißbrauchten Liebesbriefen«) sagt, | das sollte man von war jeder Frau sagen in ihren Kleidern können:. j und bei rte, Diese Frau sich selbst befand sich ‘zu Hause, und wer da'einkieh |in keiner Marktbude.« Hierher gehört auch das Verhältnis zu unserer Wohnung. Auch hier stehen Fe rm und Bildung |in unmittelbarer Wechselbeziehu ng. Wenn auch idie heutige- Wohnungsnot viel; Heimkultur zu .Grunde richtet, so ist doch kein Raum so klein, paß er Uns nicht voh seinem,Bejvohner erzählen . gönnte. Ueberfülle an Unnötigem oder -strenges . |Maßhalten sind untrügliche Kriterien für Unordnung oder Bändigung im Mensel lert selbst. Der Einwand, daß, das Geld ^es- Reichen durch }er den Mangtel geschmackvolle .Einrichtungen' ü pn Bildung hinwegtäusche, wird dadurch, hin-, fällig, daß ja glücklicherweise nicht nur Teppiche Und Bilder reden, sondern auch die Menschen selbst, die sie "'besitzen. Und da bedarf es im allgemeine^ ^keiner gioßen Menschenkenntnis, um, d* JCtyft ZU entdecken, die sich hier oft zwischen - Außen*’, und Innen, zwischen Form und Bildung auftut. Aesthetische Kultur, die gerade hier not tut, ist nicht eihfe reife Frucht, die einem von außen in den Schoß fällt, sondern , das Ergebnis Eigenen, etfisten Bemühens. -Wir reden hjer nicht vom Künstler .selbst, dieni das künstlerische Erleben’ angeboren ist, sondern- vsm Durchschnittsmenschen, der sich zur Kunst, zum Schönen bildet- Da kann wahres, künstlerisches Erfassen nur''aus dem-Boden eines gereinigten,1 reichen inneren Menschentums her- ' Vorgehen.* Auch 'die* Liebe zum Schrien ist. " eine Entwicklungsstufe des Menschen, zü' der er steh erst heraufarbeitet. »Vom Nützlichen durchs Wahre zum Schönen«, so bezeichnet ’ Goethe diesen Entwicklungsgang:' Ueber den ' Egoismus, . den Nützlidikeitsstandpunkt, zum-' Wahren, zur Erkenntnis, ^von def Erkenntnis zur ^chönhejt erst wenn wir diesen Weg zurückgelegt haben/ ist ,uns Schönheit nicht mehr nur eäne freundliche Begleiterin des Lebens, sondern ein wesentlicher Bestandteil;un$c»er Lebens- ' anschäuung, eine Forderung unserer Lebensr gjestaltung, Unserer Bildung. 1 Erst auf dieser Stufe der Entwicklung werden Form und Bildung ifjre schönste Vermählung feiern. Loge n und Mysterienbünde.. : Von >. F r i t z-(3 o 1 d setum i d t "(Spindra-Loge)’’ Das Logengeheimnis hat Lufmerksamkeit weiter Kreise au seit jfeherdie sich gezogen*. Gegner der Freimaurer . und, des Ordens Bne Briss haben ihrer Phantasie die Zügel schießen lassen und behauptet, die Logen verfolgten als Geheimbünde unsittliche Und Vaterlandsfeindliehe 2 wecke und Ziele. Auf der anderen Seite haben enttäuschte Logenangehörige sich dahin geäußert, das Ördensgeheimnis bestehe" darin, daß in den Logen weder, ein Geheimnis noch sonst etwas Eesonder^s zu finden sei. Wie ist es zu erklären, daß die Ordensidee spweit wir zurückblicken können, bei Freund und Feind den größten Mißverständnissen ausgesetzt gewesen ist? August Homeffer, durch dessen Werk »Symbolik der Mysterienbünde« (2. Auflage, Niels Kampmann Verlag)- diese Ausführungen angeregt worden sind, erklärt die gewollte-und 'ungewollte Verkennung der Logen .dadurch, daß der Dogmatiker, der »reine Vernunftmenschi, ein Feind der:Geheimhaltung und ein Verächter jeglichen Mysieriüms sei. Ihm gehe für dis Streben nach Lebenserhöhung durch Bilder lund Gefühle,.durch S y m b o 1 i k ein Smn ab, Las Lbgenerlebnis könne ihm nicht, übermittelt verdien, gleichwie es nicht‘möglich sei, bei -manc aen Menschen die Empfänglichkeit für die Kuns zu erwecken. Horneffehat sich zwar nur die Aufgabe gestellt, die Symbolik der Mysterienbünde bis .in die älteste Zeit zu verfolgen und gemeinsame Züge herausruschälen. Seine Abhandlung zeigt uns aber ^.daijber hinaus den Zusammenhang des heutigen «ögenwesens mit den alten Symbolbünden, derenlBlütezeiten in das ausgehende Altertum und in das 17. und 18. Jahrhundert fallen, — 134 —

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