Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 8 - August
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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seelisch anteilnehmende Persönlichkeit; Eine Leistung von ungeheurem Format aber hat Kaelter,für das jüdische Emigrationswerk in Danzig während des Krieges und nach dem Kriege, geleistet. In unermüdlicher, aufopfernder Weise, die vielleicht seine Lebensbahn verkürzt hat, ist er hierbei tätig gewesen. Er hat sich in den Herzen von Tausenden ein Denkmal gesetzt, das ein Bleibendes an dankbarer Erinnerung sein wird. Wir dürfen mit Stolz sagen, daß er unser Bruder war. A. Gdt f > Die Juden von P ü s c h e 1. Kronburg. Roman von Ernst 1 . geeignet.!sind für isine heranwajehsende Jugend J- Den Verfasser des Romans beseelt wahres Menschentum. ' Der Autor will aufklären, ausgleichend wirken, Mißverständnisse aus der Welt schaffen, Vorurteile bannen, die, wo ^ie wuchern, die Jugend vergiften. Der Inhalt des Romans ist fesselnd, ein hohes Lie^ der Ethik, ein erstrebtes Nebeneinanderleben aller Konfessionen als' Inbegriff menschlicher Sittlichkeit. In Kronburg, einer ehemaligen Hohenzollemresidenz, leben Juden und Christen in idealer Harmonie Nebeneinander. Der Pastor Menzel waltet seines Amtes in vorbildlicher Weise, ein gütiger, furchtloser und vortirte.lsloser Seelsorger. In der Familie Menzel verkehrt der Jude Siegfried Meyer, Sohn einfer alteingesessenen * * jüdischen Familie, als gern gesehener Gast. Den zarten Beziehungen, welche sich zwischen Elisabeth, der Pastorstochter, und Siegfried Meyer entspinnen, bereiten die Eltern keine Hindernisse. Verständlich wird die bange Furcht und Unentschlossenheit Elisabeths geschildert, ebenso wie der Wunsch der beiden Liebenden, den änderet) Teil zum Qlaubenswechsdl zlt bekehren. Das friedliche Nebeneinanderleben der Einwohner von K. wird bei dem Amtsantritt des Pastors JKraft gestört, der die Toleranz des Pastors Menzel bekämpft und dessen Amt erstrebt. Feige, ehrgeizig, skrupellos entfacht K. unter den friedlichen Bewohnern von Kronburg antisemitische Hetzen. »Kampf gegen die Juden« wird das Losungswort der neuen Parteien. Russische Bolschewisten vermehren die Verwirrung.' Kronburg wird Schauplatz blutiger Straßenkämpfe. Die fanatische Menge schreckt auch vor Schändung der Kirche nicht zurück. Der Jude Meyer 'wird vorn Pöbel ermordet. Das soldatische Gehabe, der verderbliche Eit.fluß der Lehrer auf die Jugend werden treffend geschildert. Der Roman . bringt Gestalten und Charaktere, die mit viel Menschenkenntnis geschaffen wurden, Oer Oberpfarrer Menzel, dessen Schwiegersohn Balzer, Herr v. Treuenfels und . auch der General, der alte, achtungsgebiptende Kriegsgenosse und Kommandeur Meyers, der ihm am Grabe als tapferen Kriegskameraden Dank für .seine Vaterlandsliebe und Aufopferung1 spendet, s.ind fesselnde ldealgestalten, vielleicht sogar .mit zuviel Idealismus ausgestaltet ' Der Autor hat sich mit seinem ganzen Herzen ' für seine Idee eingesetzt und dadurch die Tendenz zu Scharf ausgeprägt. Juden wie Christen'sind als Vertreter von gut und böse zu scharf markiert und gegeneinander ausgespielt. Drastische Wirkung erzielen die Charakterschilderungen und typischen Gespräche der Dienstboten, dem Leben entnommen sind die völkischen Schlagworte. Die Episode des verführten Mädcl^ns, t die darüber ge- . führten Oespräche, die Anzüglichkeiten und Beschuldigungen .Fflau Justizrat loch wohp S chin and e r-s-jch a.f t. herausgegeben Joseph Roth: -Judeji auf W Band 4 der »Berichte aus der Wiiklichkeritvon Eduard Trautner. Verlag Die Schmede. Ber|in l927. Das Büch ist iein flammender Protest, gegen “die Gleichgültigkeit der westeuropäischen uden. gegenüber dem Schicksale ihrer. Glaubensbrüdef im Osten JEs appelliert an unser OerechtifjUeits- und äolidaritätisgefühl. Joseph Roth entwirft pin anschai liehe« Bild vom Leben unserer Brüder im O^ten ünd_ m der FrenJde. Er geleitet uns in ein jüdisches Städtchen, befeuchtet, z. T. recht humorvoll, das Treibeh der Hän Iler, die ^dreimal täglich beiten, — sie sind »iei Gott zu doch immer Zeit haben, zu »politisieren!d$n Chassidim bekannt sowie, mit ein am Wune errabbi. wenig 1 e r. Hause!« — und , macht uns mit Wir erleben das Thorafest und den Begräbnis sowie die,Hochzeit des 14jähr Wunderrabbis mit einem 16jährigen Mä Ichen. den armen jüdischen Musik er vor Verfasser ufhd den dessen Ruf oft bis nach Paij« dringt,j wo es .nach' Amerika.1 licher Kr. »ft, niriligkeit \ylie beim stellt uns Chasen , reiche Gemeinden . gibt, öder fear bi Nirgends ist Güte so nahe bei körpe gends Rohheit so fern einer groben T jüdischen Gelegenheitsarbeiter. Die andere Hälfte des Büchleins fiihft uns in die westlichen Ghettos, zunächst nach W ien in die Leopoldstadt, wohin der Krieg viele Flüchtlinge versc Hagen hat. Nach dem Kriege wurden sie zUm Teil gew ilt.sam repatriiert. Es folgt -Berlin — vielfach. Dur< bgangsstajtion ^für die Emigranten, die über Hamburg oder Amerika wollen.! In Paris leben die Ostjuden vi :l besser Berlin, ln der Nähe des Mont Martse und .der .Selbst i irrer ationalgibt es jüdische Viertel, wo sie für billigste Miete Johnen. Dagegen ist Ungarn für die Ostjuden 'gesperrt, die ungarischen Glaubensgenossen nepmen' sich nicht.an, da die meisten ungarischen magyarisch sind. Amerika wfrkt-wie ein Magnet': fast je leostjüdr^Che.Familie hat dort einen Verwandten, und durcfi die Gittejr.seineS Kerkers lockt ihn die Statue der Freiheit, trotzgrößter Schwierigkeiten seine zweite Ist der Ostjude nicht zum Bauerb der russische, so bietet ihm Sow'jetri ßland doch ein weites Betätigungsfeld. Nach des' Verji ssers Ansicht ist nthaltien schon aur Hä fte gelösj, wenn sie in Rußland gelöst ist. ' Die. Schilderurg rührt anunser jüdisches Herz und Vertiefung in das ostjüdische Problem uns inneren Oewir n bringt und große Vierte' zu der Menschheit schaffen hilft. ■ Br. Dr. Harry S c h, i n d 1 e r (C harlotteni i .ft ^ftarschensch Sch'eufer. .Verlag Verf. gibt in unter Benutzung über die Entwicklur Burschenschaft vor Berücksichtigung der anderen großeh und Judpnfrage Berlin-Wien 1927. Iiickenldser .historischer Reihenfol interessanter Quellen einen g des Antisemitismus I «i dejr Dell Ihrer Gründung an ui iter gleM Z< r österreichischen Burschensche studentischen Verbände' jn aum Kippur,, eih gen Sohnes eines Ämsterda < m nach als in* Bastille Juden r Mancher jhat hier Heimat gefunden, orädestinieri wie im Segert• Von Df». O. F, ■i ge und erblick tschen leitiger ft und uisch- Dei 121