Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 8 - August
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kindersinn, vpn Brudersinn und seiner sittlichen Auswirkung gesprochen als in dem Prophetenwort i Haben wir nicht alle einen Väter, hat nicht e i n Oott uns alle geschaffen, warum. seinen! Bruder.?’ sollte einer treulos sein gegen Und schließlich ist auch die wichtigste Bildungsstätte, die Familie, als die unentbehrliche Vermittlerin religiöser, ethischer, aller wahren Bildungswerte überhaupt immer! bei uns anerkannt worden. Steht doch .das Gebot der Elternehrung, .der Heilighaltung, der Familie im Zentrum des Zehnworts, ist ste dcjch jahrtausendelang Quelle ' unermeßlichen gewesen. Ist sie es noch und wird sie es audh weiterhin bleiben? Wir dürfen, wir müssen das Segens Familienverfragen. Ist der vielgerühmte jüdische sinn auch heute noch allgemein getralgen von einer solch starken religiös-ethischen Kraft, daß wir — wie Pestalozzi — ausrufen »Mutter,., Mutter, du zeigtest mir Gott in Deinen Befehlen, und ich fand ihn. in meinen Gehorsam. Mutter, Mutter! Wenn ich Gqttes gesse, vergesse ich Deiner!«* So Pestalozzi — und wir? Sind schon zu der Stuf^ gelangt, da wir sei bedürften? Worin denn beruht sein seine unvergängliche Bedeutung auch Nicht eigentlich in seiner pädagogischen sondern vor allem darin, daß er die Fraie wahrer Menschenbildung sub specie aeternijtatis betrachtet. Indem er die Pädagogik mit und zugleich mit religiös-ethischem Geiste erfüllte, wir etwa ner nicht. Größe, für uns? Leistung, sozialem Grundindem er albe Bildung zu einem rechte der^enschheft erhdb, glie derte er sie so fest in den sozialen Organismus der menschlichen Gesellschaft ein, daß sie daraus nimmermehr gelöst werden kann. Und indem er ferner die G e s a m t h e i t!u nsr er Naturkräfte entfesselt und entfaltet, wird körperliche durch geistige Arbeit geadeltj »Sie spinnen so eifrig, als kaum eine Tagelöhnerin spinnt — aber ihre Seelen tagelöhnern nicht.« Solche Vergeistigung der Arbeit, die Heiligung alles Tuns war im Judentum;:u Hause. Ist sie es noch? Ist uns noch jede Alltagstätigkeit ein Gottesdienst, d„ h. ein Dienst an der Gesamtheit? Erst durch diese sittliche Verpflichtung wird der Zustand der menschlichen Gesellschaft dem wahren Kulturstaat entgegengeführt. »Mensch, du lebst nicht für dich allein auf Erden!« ruft Pestalozzi, und er handelt, darnach. Wo finden wit heute eine solch restlose Hinung, die <der uns möchte e Menschen. prüfung und Selbsterziehung übe i, wenn wir gegenseitig uns stützen, wenn wir selbst1 besinnen. Mit Stolz wirc Tagen gar oft verkündet: y/ J r jüdisch g e.w o r d-en j Wir dessen woM freuen, wenn das nicht nur be deutet, daß mehr Hebräis« h geler nt wird, daß mehr Anteilnahme an jüdisch-polit sieh zeigt, sondern daß vir dardb doch_ auch nie unsern vwahren Beruf, urt;ere B e ’ u f u n g vergessen: »Zum Propheten der Vöker habe ich dich bestell!« v Unser Wirken gehö t der Menschheit. Wenn unsre Geschichte’.einen Sinn hat, so nur diesen: Wir sind hinausgesandt zu um lehrend zu lernen, lernend zu lehren. E$ wäre vermessen zu glauien, d«:ß wir rj u r Lehrer seir könnten unter den denen wir unsere Heima: «gefor haben wir innen gegeben ind yieUs empfangen, vieles von ihnen empfanden ürd wiederum ffeudig zur ickerstattet auf allen C ebieten, den materiellen Sind den geistigen, in Wissenschaften und Künsten, in Wirtschaft, und U-:1- :~ Ethik und Religion. Verschließen dieser Erkenntnis, daß! wir |hur dar — 109 — F ind gäbe im Helfen, aeine Selbstaufopferji seinen vergleichbar .ist, w :r von »als Bettler leben, um Bettler wi|e leben zu lässen«? * 1 , Die sozialen Nö;e unsrer Zeit-, sind kaum geringer als dazumal: Wohltätigkeit*—^ anstalten und soziale Ein ichtungen sind zu1^/ sammengebrochen, Waisen- und Krankenhäuser, sind in Not, zahlreiche Stift mgen zur Förderung geistiger Güter, zur Linderung mate feilen Elends .sind kümmerlich zusammrngesch umpft oder ■ gänzlich verschwunden. Wo, sine die Helfer? Wo sind die, die mit ihrem ganzer Dasein sich"\ opfern .zur Rettung-der Armen aus materieller,’aus geistiger Not? Längst wenn Pestal.ozais Ideeü verwirklicht sein werden^wird er noch als sqziale Persönlichkeit lebendig sein, w«H Kreis gespannt, weil er'die* ganz« heit zu ’ beglücken ’erstre bt : und diesem Ziele aufgezeigt h«t, eine und darum eine ewige. Aufgabe.. Wir ziehen unserer Wir csamkeil,, wie der sozialen, oft Grenzen -- vielleicht, aber auch wohl freiwillig gar viel an uns, nur an uns-! wenn wir als. Brüder uns zusamr und in geschlossenem Kreise an d|en weitesten Mensch-, den Weg'zu unermeßliche- — Und wir? der geistigen unfreiwillig Wir denken Es mag sein, menschließen uns Selbst- Elenden j uns auf uns in unseren ind mehr t mögen uns wir Völkern, bei den. Vieles Technik, in Wir uns nie n unst'e Äufr ■