Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 8 - August
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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' gäbe, jUnsre welthislorische Aufgabe erfüllen 'kfyuien, wenn wir uns auch als Schüler aller G r o ß eji und Edlen der Menschheit •fühlen, 41^ ja — nach der Meinung unsrer ■•Aken — '-Such der ewigen Seligkeit teilhaftig werden. Und eirf.Letzte» 1 Verlieren Vir nicht einen Augenblick ciie Menschheit, das Heil der ganzen .Menschheit aus dem Auge, bei allen unsern Unternehmungen, den kleinen wie den großen. Nicht einer Partei, nicht einer Richtung, nicht nur einer Nation, nicht nur einem Volk, sondern der Gesamtheit der Menschen muß unsre Arbeit geweiht sein.; i - Das ist unsre »Berufung«! Noch ist die Aufgabe Israelsnicht zu Ende. Alle Rückschläge .dürfen uns nicht wanken machen, wir dürfen nicht denken: matt will uns nicht! — Man soll uns wollen, muß uns wollen! Müde Resignation ist ebenso gefährlich wie satte Befriedigung. Ein Verzicht auf unsre Aufgabe wäre ein Aufgeben unseres Selbst, ein Schwanken schon, ein Mängel an Zuversicht und Selbstvertrauen von folgenschwerem Unheil. Der Glaube an uns selbst darf nicht ierschüttert werden! Auf ihn gründet sich unsre Zukunft. Es ist eines der schönsten Worte, das Pestalozzi gesprochen, sein tiefstes Bekenntnis und Erklärung seines Wesens; es mag auch uns eine Mahnung sein: »Glaube an dich selbst, Mensch, glaube an den inneren Sinn deines Wesens, „so glaubst du an Gott und an die Unsterblichkeit!« Max Liebermann zum 80. Geburtstag. t : \#r\> V* -K'v M < f- ' 'J •' . f Von Dr. K a . Wem es vergönnt ist, nach erfolgreichem Schaffen die Vollendung des achten Dezenniums zu feiern, dem gebührt, daß man an einem solchen Tage rückblickend sein reiches Lebenswerk betrachtet. Um Wieviel mehr geziemt es sich, einen Mann zu ehren, dessen Bedeutung Weftruhm erlangt hat, und der von der eigenen Nation als einer der Besten erkannt ist. Es erübrigt sich fast, heute noch ausführlich auf das hinzuweisen, was Max Liebermann geschaffen und geleistet hat. Zu Ehren seines 80. Geburtstages sind in der Akademie der bildenden Künste 100 seiner Meistergemälde und an anderer Stelle seihe Aquarelle und Zeichnungen ausgestellt und sprechen eine beredtere Sprache über den großen Künstler als alle Lobeshymnen, die ihm andere zollen. Unheirrbar ist er stets seinen Weg gegangen. Was sein scharfer Geist für richtig befand, davon konnte Ihn keine Kritik und keine Zeitströmung abbringen. Er diskutierte nicht über seine Kunst, Sondern arbeitete mit einer Zähigkeit, der man oft die Schwungkraft des Genies absprach, weil sie gar zu trocken erschien, und weil man in seinep Werken - manchmal nicht die Phantasie zu Entdecken glaubte, die doch bei vielen nichts weiter ist, als eine Mischung von Pathos und Sentimentalität - Sein schatfer Intellekt .ließ ihn niemals von Strenger Sachlichkeit abirren. Seine Kunst ist ruhig und eher spekulativ durchdacht als genial. Doch jeder Pinselstrich verrät den großen Könner. ' |v T1. Ssc h w a r z. Aber dieses Können ist nicht die ungeheure Handwerklichkeit, die ihm ebenso wie seinem | großen Vorgänger Menzel Selbstverständlichkeit ist, sondern der Ausfluß einer der geistvollsten und kultiviertesten Menschen, die Berlin in den letzten 50 Jahren besessen hat. Liebermanns Persönlichkeit ist interessant, ob er nun malt, radiert, schreibt oder redet. Denn er ist nicht nur der große Maler und der bedeutende Graphiker, sondern auch ein hervorragender Schrift steiler, der über Dinge der Kunst Unvergängliches geschrieben hat Und sein Witz ist ebenso scharf wie beißend, sein Humor oft nicht weniger geistreich als sein Pinselstrich. — In Berlin Ist Liebermann zur Welt gekommen. Er entstammt einer angesehenen jüdischen Kaufmann^familie. Er wird Maler gegen* den Willen des Vater^, muß mancherlei Spott über sich ergehen lassen, da man seine Neigung durchaus nicht versteht. In Berlin ist Steffeck sein Lehrer. Dann geht er nacW Weimar, wo ihm der Unterricht jedoch wenig behagt. Dort bereits entsteht sein erstes großes Gemälde »Die Gänserujpferinnen«. 1879 entfesselt in Münchep sein »Christus unter den Schriftgelehrten« einer Sturm* des Entsetzens. Aber von diesem Augenblick an war Liebermann kein Unbekannter mehr. Doch erst die. Studienjahre in Holland und Frankreich vollendeten den Meister. | Zu einer Zeit, da* die deutsche Kunst sieht nöch in provinziell-engen Bahnen bewegte, er*r kannte er als erster die großen Errungenschaften r — HO —