Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Jungfernzeugung des Qehirns.’^wie manche Klischee-Kritiker zu meinen glauben. Sie hat wohl einen in Höhen beheimateten Verstand zum Va\er, aber auch ein in alle Gefühlstiefen und -untiefen dringendes Herz zur Mutter! Es gibt nicht viele Gedichte, die so herzblutdurchtränkt und so stimmungssah wie diese sind! ' •! ‘ i « i. 1 Nirgends in seinen Werken wird auf Wolken gezimmert, stehen abstrakte Begriffsbauten; alles ist erlebnisgeboren und greifnahe, Lebensphilosophie. Denen, die glauben rn Goldschmidts Gedankentiefen nicht hinabsehen zu können, sei gesagt, daß diese Tiefen durch die klare Bildersprache und durch die erleuchtenden Vergleiche für jedes offene Auge sichtbar sind, Man lese daraufhin seinen Aus w.a h 1 b a h d »Quintessenz« (Conconjia, Deutsche Verlags-Anstalt,1 Berlin), der neben Lyrik, Erzählerisches, Aphoristisches, Dialoge, Skizzen und Essays enthält, und man jWird von alledem überzeugt sein. Wenigstens diese bunte Schüssel voll geistiger EdelgenüsSe genießen, heißt auch seine kulturelle ' Gewissenspflicht am Leisen und Zukünftigen erfüllen. ' , »Bibel des Ichs« heißt sein neues eben vollendetes Lyrik-Werk, ln dieser Ich-Bibel offenbart sich ein lyrischer Großgeist von einer Reife, die (würdig ist, goethischvgenannt zu i kehr werden. Ein anderes Werk’: »Der positive Nihi- Üsmu|s, Zerfall und Aufbau der Welt« ist noch seiner Feder. Diese Ar jeit will dem allzu skept sehen , Nein des Heut« ein Ja entgegenstemnen. — Als leidenscfiaftl eher Bejkenner der Seele ist Goldschmidt ein unerbittlicher Qeghejder Technisierung und der.nu demen y.erlarvung und ein unerschrockener, Kämpe gegen das -literai ische Falschmünzerturn und gegen den Götzendienst eines gewissen Publikums am Absurden und Talentlosen. Frei iclvsteht auf solch mutiges Kämpfertum stets Eir kreisung' und Vereinsamung^ die ihm auch in irrer ganzen Bitterkeit r ieht erspart blieb. — Di t philiströse Klage über das Heute liegt mir fert. Gewiß,, es verkennt die besseren Talente rieht mehr wie die VergJ ngenheik Die. wahrhaf zeitüberragenden Geist »r scheint die Gegenwar aber ebenso nicht zu v;rstehen, zu übersehen, wie die früheren Zeiten! . v , Mögen nun auch größere dem Wirkenssegen K! W. schließen! Möge der größ:re - Erfotg seine ..Schöpferquellen noch reicher ‘manches große Werk ihm n noch gegönnt sein, sich der Seele zu schreiben! augh von Wüniiche zurir 2. Juli, dem Tafe der.50, Wieder- »eines Geburtstages. Natur. Wenn vom Alltag wild in mir Wirre Dunkelheiten fließen, ,, Flücht’: ich mich, Natur, zu dir, Lege dir mein Ich zu Füßen. Und du nimmst mich willig hin, Wie ein Kind, das du geboren; Was icpi auch gewesen bin: Nimmer bin ich dir‘verloren. Kreise ihre See*erv joldschmidts ersprudeln. lassen, och geliingen, ihm s e:i n ejn »Faust« Das sipd unsere . » ’; Und ich spüre deine Hand Ueber meine Seele gleiten, Lsise öffnet sich^eiri Land N it unendlich stillen Weiteh „ Und ich trinke tief in midi Deine unberührte Fülle: Langsam, langsam löst es iich, eine um die andre Hülle/ r Und was schlecht War Lernt in dir sich tiberwiji Und mein ganzes | Mens Feiert still ein WiCderfintii 97! pder klein; den,. <|hensein ’ len. - r.vDr. Ludwig Marx, Bruch al.