Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1927-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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kreis des »Ich« zu schalten, das B. und E. in Umkreis des »ich und du«. Nun unterscheiden sich B. und E. insofern voneinander, als B. die Kraft ist, die die gleicigearteten Komponenten des1 Hin- und Widt rwirkens zusammenschtießt, während das E. verbinden soll, wo anders geartete oder verschieden geartete Kräfte, Persönlichkeiten oder Oegebe i- ..^heiten, aufeinanderstoßen. Das 8. ist aUo ku z * gesagt die Kraft der Homogenität, das E. dsis Mittel der Heterogenität in unserem Bruder- ^kreis. Man möchte zwar vielleicht meinen, dsß innerhalb cLkr »Kinder eines Bruderkreises«, die sich zu gemeinsamer Aufgabe zusammengeschlo;• sen haben, nur gleichgeartete Kräfte zu finden Wien. Aber dies wird noch nicht einmal bsi* der Begründung des Bundes der Bne-Briss dur fall gewesen sein. Heute, nach der gewaltige n Ausdehnung des Ordens und der einzelnen Logen, ist dies geradezu eine Unmöglichke t. Die »Anders-Richtung«- wird heute sogar d e . häufigste Erscheinung sein. Und sie darf vo - haqden sein, wenn sie nur nicht zu einer kleinlichen,auf persönlichen Kampf eingestelltenGeger - richtung , wird; denn bei einem solchen Wide •- _-streben der Kräfte wird Gemeinsamkeit, einträchtiger Zusammenschluß zur Unmöglichkei: ' Bei dieser Gegenüberstellung von homog<- nem Streben in B r ü d e r I i c h k e i t und heterc - genetn Streben in Eintracht hüte man sic i '■ natürlich vor der Meinung, als sei bei brüderlich geeinten Menschen' eine vollkommen; Gleichartigkeit' in der Disposition und im Veiwirkiichungs w e g vorhandenr-im Ziel allenfalls wird Uebereinstimmung walten. U n t e r w e g > werden auch Brüder sich immer wieder suchen -müssen, um sich zusammen zu finden. De' -Wandel der Eindrücke, die auf uns einwirker, Umgestaltung des Urteils oder der Schlußfolgerung aus gewissen Gegebenheiten wird imme' wieder eine Neüeinstellung erfordern. Ein ruhender Zustand ist also auch für das Wirken der Brüderlichkeit nicht gegeben: Angleichung wird für den Weg, immer wieder ierstrebt werden müssen. Die Wandlung ist aber noch intensiver aut dem Gebiete, das durch das E. gemeistei t werden soll, weil hier die Spannung noch wesentlich größer ist. Denn hier ist män verschiedet t eingestellt nicht nur über den Weg, sondern auch über das Ziel. Wie eine Entladung zwischet i positiven und negativen Kräften — womit keim: Bewertung ausgesprochen werden soll — wirk hier die Unterschiedlichkeit. Was diesen Aus gleich oft vernichtend und zerstören^ macht ist . dies: gewisse Voraussetzungen fehlen auf der einen oder anderen Seite. Unzulänglichkeit und Makel, die an Persönlichkeiten haften, erschweren oder machen ganz unmöglich ein einträchtiges Ausgleichen. Logenbrüder sind doch jMenschen, die über den Durchschnitt hervortretenr und führend sein sollen. Wer sich aber (zum Boten einer Sendung macht und als Berufener hervorzufreten wagt, der muß sein Tun i^nd Lassen so regeln, daß im persönlichen wie! familiären Leben, in Wirtschaft und Politik köin Zweifel an seiner Wertigkeit bleibt. Wenn i man aber auf den Apostel einer Idee mit dem Fitiger weiser kann und sieht, daß in seinem Ljeben statt Treue Untreue, statt Zuverlässigkeit (Eigennutz, statt Ueberzeugung raffinierte Schlauheit herrscht, dann wird man diesen Vorkämpfer;h6hnen; wo aber Hphn die Waffe ist, wird der Kampf verbittert, und die Gegner gehen nachgrollend auseinander. ■ * Wenn diese erste Voraussetzung erfüllt ist, dann mag um Ziele jeder Art gekämpft werden; denn stille Ruhe ist in einem strebenden Kreis eine Unmöglichkeit, und deshalb ist der Vorschlag für \mser E. »Einheit« zu setzen, abzuweisen, denn Einheit wäre die, Forderung des unmöglichen Ruhezustandes, während »Eintracht« das T rächten nach . Einigung, aus- Ärückt, d. h.'den Versuch in getragener Art uns zu vertragen, wenn auch die Wege, auf denen wir schreiten, strahlenförmig auseinandergehen oder sich sogar schneiden: wenn für die Brüderlichkeit , die A n gleichung das Ziel war, so ist für Eintracht die A u s gleichung die Forderung. Und die"Aufgaben, die eine solche ausgleichende Zusammenarbeit erheischen, sind heute zahlreicher und dringender als je zuvor. Wenn auch viele Fragen menschlicher Hilfe über Grenzen, die früher unüberwindlich schienen, hinweg beantwortet und erfüllt werden, so bleibt doch noch vieles zu tun. Junge und Alte, Kranke und Sieche, Lebenskampfzerbrochene schauen nach Führung und Hilfe aus. Not, die an einem Ort nicht gemildert werden kann, findet vielleicht anderswo Heilung. Trennung und Scheidung der Persönlichkeiten, der Kreise und Verbände ist jn solcher Zeit nicht angebracht. Die Zusammenarbeit der Logen-Verbände und auch der Logen-Distrikte, die in so dankenswerter Weise angebahnt ist, sollte deshalb, gerade als Betonung unserer Eintracht, weiter ausgebaut werden:?ur Eintracht braucht man sich gegenseitig nicht zu kennen, wenn man tnur voneinf.: 94