Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1927-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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gleich zum Wohl! des Vaterlandes zu bereichern. Seine Seele ist der Inbegriff des Besten, was in } der Menschheit liebt an hohen Idealen der OQte, Selbstlosigkeit und Liebe.« Unzweifelhaft hat dieser Vortrag dies Ordenspräsidenten unserm Bruderbünde viele neue Freunde geworben. Unter der Leitung des neuen Ordenspräsidenten vollzieht sich in Amerika eine ungeahnte Umstellung des Ordensideals, das bisher in der schrankenlosen Wohltätigkeit seinen hervorstechendsten Ausdruck fand. ^Angesichts vieler betrübender Erscheinungen im Leben der. amerikanischen judenheit fragen die Führer; »Ist denn Outestun das einzige, was uns noch als Juden verbindet und kennzeichnet?« Unser Ordensorgan erobert die Frage: »Ist das Judentum in Amerika krank?« »Nein,«, antwortet es, niemals vorher hat es eine solche Lebenskraft entfaltet denn nicht der Einzelne, wohl aber' die großen Verbände besinnen sich auf sich selbst und treten energisch an die Aufgabe heran, dem Judentum in den Vereinigten Staaten ewige Dauer zu verleihen.« * Nie zuvor hat das Judentum dort so staj’k den Willen zum Glauben Israels bekundet Die jüdischen Pioniere sozialer Fürsorge, die bisher nur immer die Armen und Dürftigen betreuten,’ sinnen jetzt auf jyiittel', dem Judentum in Amerika - neues, kräftiges . Leben einzuhauchen. In erster Linie tritt der Orden B. B. auf den Plan, um mit ‘seinem neuen »Ausschuß zur Erweiterung unserer Zielsteckung« das Judentum mit heuern Inhalt zu erfüllen. Er Hämmert alt und jung den Grundsatz ein: »Ich bin ein Jude. Ich bin entschlossen, piner zu bleiben und das Erbe der Väter unverkürhmert auf meine Kinder über- 'gehen zu lassen!«! Eine Gemeinschaft — sagt das Ordensorgan -Idie einen so starken Willen zum Leben predigt, ist gesund! Eine Reihe von Fragen, wie dies Ziel zu verwirklichen ist, beschäftigt den Orden; z. B. . »Wie kann sich dag jüdische Leben dem Lebenskomplex Amerikas einfügen?« »Wiekönnen wir die Fülle des jüdisphen Lebens auf uns wirken lassen, und unser Leben als Juden reicher machen? »Wie können wir unsere Dichter und Künstler beim Judentum unid seiner Kultur festhalten?« »Wie Rönnen wir die Symbole,. Bräuche, ja die ganze Schönheit des Judentums, das wir auf dem vermeintlichen! Wege ,zum Fortschritt1 mit Füßen traten, wieder beleben und zu Ehren bringen?« »Wie können wir das Judentum der Jugend vor. Augen führen, damit sie es als etwas unendlich Schönes erkenne und würdige?« erfolgreichen »Gesellr i De Beantwortung dieser Fragen!stellt nunmehr die Hauptaufgabe un »eres Ordens dar, der m t den Erreichung dieser Ziele j eien Nachweis führen will, daß der K irper des amerikanischen Judentums nicht I rank Ist,.sondern nur geeigneter Nahrung beda:f. Abgesehen von - den großartigen Wohltätigkeitsaktionen hat noch keine’ Sammlung uijter der amerikanischen j udenhei.t eine so einmütige Begeisterung und demgemäß einen so gewaltigen Erfolg gezeitigt wie der »Feldzug« zwecks Aufbringung der Zweimillionenspende für der »Zielerweiterungs-Aus schuß. < Inzwischen geht das kipilurelle Leben der amerikanischen Judenheit se Gang. Nach dem 22 Jahresbericht der sejiaft zur Verbreitung von Bodenkultur unter den Juden der Union« habän in den letzten 0 Jahren 848 jüdische -Familie i mittels Darlehns seitens der Gesellschaft Farmen erwerben können; seit 1908 sind 15 510 judiscli e. junge Leute auf Farmen und anderen Gütern untergebracht worden. Seit 1900 hat die Gesellschaft 8 360 Darlehen.in Höhe von insgesant 5310215 Dollars vorgest eckt. In Thöms River und Farmingdale im Staate New York sind ganz: jüdische'Farmerkolonie; i angelegt worden. Der Verwaltungsausschiß der Gesellschaft ,hzt an 295 Söhne und Tö:hter jüdischer Farmer,Stipendien zwecks •Besuchs der landwirtschaftlichen Hochschulen verteilt. Ebenso richtete der Abschuß Abendschulen ein, versandte* Unteirichtsbriefe über rationelle Bodenkultur, schafft« die neueste einschlägige Literatur an und gaa schließlich den »Jüdischen Farmef-« heraus,.die einzige im Jargon abgefaß e fand wirtschaftliche ,2 eitung der Welt. Die ZaH der jüdischen Farmer .ist. von 1000 im Jahre 1000 auf 75 000 im Jahr« 1927 gestiegen. Wclhl bewußt, daß ein Wiederaufbau immer beim K > nde anzujfangen hat, laben die amerikanischen Verbändet die Logen yoran, in letzter Zeit pra:htvolle Kinderheime errichtet; die Märznummer zählt drei solcher Hei me . auf, »Homewood Tcrrace« in San Francisco, das Kinderasyl in Pleas iritville und das Waiserhaus »Vista del Mar« in Los Angeles.' Alle d ei werden nach jüdische n Religionsgesetz geh’alien, Sabbatrund Feiertage beobachtet, Religionsunterricht wird erteilt. Die Kinder werden zur Arbeit in den Heimen angehalten, so daß bezahlte Kräfte nur in gerirgem Maße herangezoj [en zu werden braucher. Eine große Anzahl junger Damen und Herren aus der Gemeinde Los Angeles nehmen sich dieser Waisenkinder liebevoll an. 79