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Der Orden Bne Briss · 1927-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1927-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Oebete Oläubiger emporsteigen; die legendäre Heiligkeit der stillen, Lateinern, Griechen und Armeniern geweihten Altäre in der Orabeskirche; der dämmernde Fels hinter der brcmzegoldenen Gitterung der Omar- Moschee, den uralte Mythen von der Opferung Isaaks umspinnen — wo niemand, Jude, Christ und Moslem, sich des Eindrucks erwehren kann, als stehe er im Mittelpunkt der. Welt, und dies sei die Kuppe der Achse, um die die Erde schwingt — all das muß anderen Berichten Vorbehalten bleiben. »•. Wir selber wandern auf einer der engen Gassen, von gestikulierenden Knaben verfolgt, die uns führen wollen, an Seiler-, Spezerei- oder Fleischerläden vorüber, wieder empor zum Licht und steigen über steile, halbzerbrochene Stufen auf die Festungsmauer, um ausruhend noch einen Blick über die Stadt zu werfen. Wie ein weißes Steinmeer sieht sie von oben aus, bewegungslos, von stummen, schmalen Zypressen und Palmen überragt; eine Trümmerstätte, doch organisch gegliedert; eine orientalische Stadt, wo doch das Leben der östlichen Leichtigkeit entbehrt und, vom Religiösen ganz durchdrungen, langsamer, starrer, ehrwürdiger abläuft. Aber hinter der zerklüfteten Oberfläche ihres Greisenantlitzes ziehen sich in sanfter Linie die begrünten Hähge des Skopus unddes Oelberges, von schmucken weißen Häuschen überall bestanden: aus tausendjähriger Tradition erwachsendes, aber eigenes, neues Leben. Aus Amerika. lxxiii. > B’nai B’rith Magazine« Februar und März 1927. Aus den beiden vorliegenden Nummern unseres Ordensorgans, des »B’nai B’rith Magazine«, interessiert uns vor allem ein Vortrag, den unser Ordenspräsident, Br. Alfred ,M. Cohenj am 2. März im New Yorker Ru n d - funk über die Geschichte und Leistungen unseres Ordens gehalten hat. Nach der Erklärung des Namens »Sohne des Bundes« sprach der Präsident über \die in New Vork erfolgte Gründung des Ordehs (1843), verlas die Eingangsformel unserer Logensitzungen und zählte dann die gewaltigen Institutionen des Ordens in Amerika auf, wobei er namentlich bei denjenigen verweilte, die ihre Pforten auch nichtjüdischen Hilfsbedürftigen öffnen. Freudig begrüßte Br. Cohen die Zusammenarbeit mit dem Kirchenausschuß zwecks Erzielung besseren Verstehens unter den Angehörigen der einzeihen Bekenntnisse. »Wenn wir uns selbst getreu sind,, können wir gegen niemanden unaufrichtig sein. Wenn jedes einzelne religiöse Bekenntnis mit aller Kraft danach streben würde, in seinen eigenen Reihen bessere und edlere Männer und 'Frauen zu erwecken, so würde dies einen erheblichen* Beitrag. zur Veredlung des gesamten Menschengeschlechtes liefern.« Diesem Zjwecke der Völkerversöhnung seien auch die soeben ins Leben getretenen Zweigvereinigungen der iHillel-Stiftung« gewidmet. In seine Darlegungen flocht der Ordenspräsident die folgende sinnige Erzählung, »Der Glücksprinz« von Oscar Wilde, ein: »Im Herzen einer Stadt' stand das goldene Denkmal eines Fürsten und blickte von seinem erhöhten Standpunkt in das Elend | der Stadt hinein. - Eines Tages flog ihm ein Rotkehlchen auf die Schulter/und der goldene Prinz sprach mit dem Tierchen. In einiger Entfernung konnte er durchs Fenster eine mittellose ijAutter am Bette ihres kranken Kindes sehen. An anderer Stelle lag ein gelähmter Mann in einer Mansarde. Nach Westen hin schritt ein Mann ohjne Schuhe1 durch den tiefen Schnee, ln östlichet Richtung .wanderten hungernde Kinder. Da (sägte der' Prinz zu dem Rotkehlchen: »Reiß mir jmal mit deinem Schnäbelchen ein paar Goldplättchen aus dem Körper und bringe sie der. armjep Mutter ans Krankenbett des Kindes, dem armbnl Manne, der hilflos in der Bodenkammer liegt, dem Alten, der ohne Schuhe einherläuft, und den hungernden Kindern, damit sie sich satt(,essen können.« Das tat das Rotkehlchen. Es pflückte Gold aus dem Herzen der Bildsäule, und zwar in jedem Winter, und trug dies Gold aus dem Körper des Prinzen den Armen hin. Mit Schrecken sah di^ Bevölkerung, daß das Gold von dem Denkmal des Fürsten verschwunden war, aber auf dem Antlitz des jungest Mannes lag ein Glanz, den man nie vorher gesehen hatte. Daraufhin nannte man das Denkmal den »Glücksprinzen«, i Auch I der Orden B’nai B’rith, ein Fairst in Israel, blicht.sich auf der Welt um und äridmet seine Hilfe den Waisen, den Leidenden allerorten, den nach, Mexiko Geflüchteten; er nimmt sich der Kranken und des Vaters Beraubten in Amerika an. Nun hat es dieser Fürst inj Israel unternommen, das Leben Israels selber {durch die soeben in Kürze geschilderte Tätigkeit zu- 78

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