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Der Orden Bne Briss · 1927-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1927-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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d|uer durch die ganze Stadt, um sie am Zionstor wieder zu verlassen; die andere führt im rechten Winkel dazu vom (affator hinein und in gleichfalls fast gerader Lipie zum Tempelplatz, wo sie unvermittelt endet. $uf Straßen, die nicht gepflastert sind, wo jedes Auto, das vielleicht nach Jaffa fährt, jeder Wagen eine! dichte weiße Wolke von Staub aufwirbelt, an zweistöckigen villenartigen Steinhäusern, an Gärten, Plätzen vorüber, aufwärts und wieder abwärts, über ungleichmäßige Stufen, vorspringende Steine, führt der Weg an die Altstadt heran,! deren Zugang uralte Tore* bilden. Diese Tore sind der wuchtige Auftakt zur alten Stadt Jerusalem. Da ist das Damaskustor mit den phantastischen Zacken, die wie eine Reihe riesiger Drachenzähne Seine ganze Breite bekrönen. Und aüs mächtigen Quadern aufgemauert läßt das Jaffator den regen Strom der Fußgänger unter seiinem mächtigen Bogen durch die weit aufgeschlagenen altersgebräunten Flügeltüren. In seinem Schatten hocken Stiefelputzer, die durch andauerndes Klingeln Aufmerksamkeit erwecken, stehen Limonadenverkäufer mit den wie Smaragde und Rubine leuchtenden Wunderkugeln'ihrer Glasgefäße.. Zu seiner Rechten folgt das Auge der gewaltigenvMauer, an ihrer Biegüng von der steingemauerten Davidsburg überragt, die drohend und kampfgefeit über die im Licht verschwimmenden sjanften Hügel blickt. .»Die Ge-, schichte hat diese Zitadelle mit dem Namen ihres Lieblings geschmückt, obwohl eigentlich feststeht, daß sie ihre heutige Form durch Suleihian den Prächtigen erhalten hat. Aber alte Quadern ihres Unterbaues verweisen noch durch ihre Behauung auf die Zeiten des Herodes, und man sieht den hohen Turm im Nordosten als den schreckenbringendefi Phasael an. Durch den breiten dunklen Torweg betritt man das Gebiet def Altstadt. Ist dies die Altstadt, dieser!weite sonnenbeschienene Platz, mit soviel Raum für Wjagen, Pferde, Menschen-; das musikerfüllte arabische Cafe;, die hebräisch-arabisch-englischen Firmenschilder der Banken, der Reisebüros; diet eleganten Schaufenster reicher Antiquitätenhändler? Nach ein paar Schritten aber schließen sichl die Häuser eng zusammen. Man tritt in die eigentliche Altstadt ein. Steide, auf die du trittst. Steinhäuser zur Rechten und zur Linken. Immer hinab, in Mauern Kein Gefährt hat hier mehr schieben sich die grauen den Menschen vorbei, die und Steine hinab. Raum. Mühsam Eselchen zwischen 1 mit langer Schritten auf- Und labwärts streben oder in müßigem Umherschiehderh hier und da stehenbleiben, um in gurgelnden Lauten ein paar Worte mil dem Nachbar zu wechseln. , Da gehen sie in arabischer Aglaja und Ti rban, im levantinis,chen Blaurock und Fez, in polnischer Jubbize Tmd Velorrhut; schwarzgekleidete, völlig verhüllte Frai en zu zweit oder dritt, die Frauen eines Harems; Jungen in dünnem Kattungewand, flache Kuchen aif Blechen tragend; da; wischen Priester verschiedenster Herkunft, in den mannigfaltigsten Trachten, und die khakigelben Uniformen der englischer Polizei. Unendliche Vielfältigkeit der Erscheinungen. Die buntgedruckten Kattune, die sie am Körper in malerische Falten we-fen, liegen-.zum Kauf bereit in den offenen Kuben ihrer Läden; Seiden, hnndgestickte Aglajen, aner keine Prunkstücke, sondern alles dem Gebrauch einer nicht reichen Bevölkerung angemessen. Dazwischen hocken W echsler im düsteren Hintergründe ihrer Läden; S:hreiber bieten ihre Denste feil. Und darüber ngen still und grau zu zwei oder drei Stockwerken die steinernen Fassaden. Hinab. Ztir Linken die Gemüsehalle, eil mittelalterlicher Bpgenbai; Gestank; die Gurken, Tomaten,.kleine runde Aprikosen; man tritt auf Kerne, glitscht auf weljccn Blättern aus Dann aber bleibt das Tageslifh nimmt di , Unte die Straße wachsen zurück; Dämfflgning; eine Unterwelt :h auf. äuser überbauen ■irdische Gänge.. Die F Laübenartig, iofiohen düsteren Bogen sie über ihr zusammen, als ob kein Raum mehr gewesen sei, als'as galt, vor Angriffen ir den Schutz des staiken Mauerwerks zu^ schlü ifen. Unter diesen ßogen aber rührt sich der Handel, wächst der Vercehr. Wie bunte Flaggen wehen die Kefij-en und Stickereien durch die aneinmder sich reihenden fallen, ein festlicher Anblick, der sich besonc ers. anfangs , der Woche lohnt, wo ajle Läder geöffnet sind. Doch schon lange vor Sonne lunfefg^ng' wird es in diesen dämmernden Höhlen totenstiij; dem zufällig Verspäteten begegnet kitfm ein Mensch mehr, hier und da gelblich' schwelende Latefnen werfen riesige Schotten,-' und um heimlich hallt der eigene Schritt von den Gew|ölbeii wider. ... Von dieser Stätte, dem Mittelpunkt der alten Stad Heiligtümern, dem Tempelplatz, und man — 77 dort führen enge Straßen'zu der Grabeskirche. empfängt der Klage nauer, vor denen unauf lörlich verzückte /-■ den drei großen der Klagemauer Der tie. e Eindruck, den von’ de i Riesenquadern

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