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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 4 - April
Date
1927-04-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Dr. Paul Nathan. Mif fast 70 Jahren ist ein Leben abgeschlossen worden, üb^r dem als Kennzeichen stehen Am 15, könnte: Hilfp den Bedrängten. März 1927 ist Br.. Paul Nathan nach kurzer j Erkrankung verschieden. Als demokratischer Politiker gab er zwei Jahrzehnte lang gemeinsam mit Theodor Barth die Wochenschrift »Die Nation« heraus, als Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung hat er die Sozialfortschrittliche Fraktion begründen helfen. 1921 wandte er sich | der Sozialdemokratie zu. Vor der Gründung des Centralvereins gehörte er dem »Abwehrkoraitee« an, das Ende der 80 er Jahre des vorigen Jahrhunderts zur Bekämpfung des Stöckerschen Antisemitismus begründet wurde. Nachher hat Br. Nathan im Centralverein eine jahrzehntelange Tätigkeit in dessen Vorstand ausgeübt. Einen besonderen Klang gewann für uns der Name Paul Nathan durch seine großzügige und aufopfernde Arbeit im '»Hilfsverein der Deutschen Juden«. Hier knüpfen sich gemeinsame Beziehungen zwjschen Großloge und der genannten Organisation Nathan hat mehrfach Reisen nach Palästina unternommen. Das Scliulwerk in Palästina, das später von der zionistischen Organisation übernommen wurde, das Tee mikum in Haifa fst im wesentlichen dei Initiative Paul Nathan r entsprungen. Vielfapi ist Paul flathan in ( ie vom Judenhaß besonders bedrängten Li Inder gereist:. 1904, 1905, 190Ö iry das von» Pogromen erschütterte Rußland, 1912 .nach tlem Balkan zu Rettungsmapnahmen für^die durch: Kriegs wirren bedrohten Juden, Noch' wenige Monate vor seinem Toce bemühte et* sich, jri Rußland die Auftiaubewcgung der russischen* Juden durch eign£ Wahrnehmung kennen zu lernen. In einer vor wenigen Wochen erschienenen Broschüre »Das Problem der'Osljudent hat er seine Anschauung zu dfieser Frage literarisch entwickelt., ' In den Ländern des «politischen Elends verhandelte emit den Ministern, im Weltkrieg' organisierte er das jüdische Hills werk-« hinter der Front. Es gelang ihm däbe , unkluge Deportationspläne zu verhindern.;An vergangene Zeiten erinnert seine Tätigkeit in berichtigten Ritualmordprozessen: Tisza Esler, Xanten; Könitz, Kiew» Ein Mann — groß im Wölfin -und Wirken —* ist von uns gegangen. Ein Bruder!. Briefe an den O, Ein Weg zur jüdischen Jugenderziehung! Von Br. Siegmund Reis, Hindenburg. Bei den jüdischen Kindern fehlt mehr als bei*den anderen die jfrühzeitige Erziehung für ihr späteres Leben in per Oesamtheit der Juden. So hoch man auch das Durchdringen des Kindes mit dem literarischen und künstlerischen Kulturgut der Welt oder djes nationalen Vaterlandes einschätzen will, nie, oder ganz selten kommt das jüdische Kind mit] speziell jüdischen Kunst- und Geistesdingen in Berührung. Im allerbesten Falle handelt es sich da um Einzelausnahmen. Haberi Schüler irti allgemeinen die Möglichkeit, Kindertheater, Märchenaufführungen, Vorlesungen und Deklamationen za hören: es sind die Märchen, Stücke und Geaichte und Erzählungen der deichen Literatur! Jüdische Märchen, jüdisches Kindertheater, jüdisches I ' B.B. A Gdt Wesen kommt ihnen in der ganzen Gemeinschaft nie zugute. Es sei damit nichts -gegen das Schöne und Tiefe der allgemeine^ Literatur ge-, sagt, und;s ist auch nicht die Ajbsicht,-das als echt wertbi‘ständig und schön befundene irgendwie unter dem billigen, ‘fadenscheinigen und unwahren Einwand des »Fremden« abzulehnen. Aber es ble ibt das Eine währ, daß für die jüdische Jugend nichts getan wird, um sie schon in der Zeit der! Schule zusammenzuführen und dort außerhalb des Religionsunterrichtes und des Hebräisch-Lernens im . jüdischen! Sinne auf sie zu wirken. p lange die Juden im Lande jgewissermaßen der — 65 - Existenz als Staatsbür ger noch eine außc Doppjelexiitenz als Jude innerhalb der jüdischen Gemeinscfaft führen wollen ödpr müssen, so lange sollte oder müßte, schon pei der Jugend

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