Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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nur die schon oft angezogene praktische Intelligenz — er belebt die bei uns Juden leider stark vernachlässigte naturkundliche Erziehung, die draußen in der Natur besser erfolgen kann. Auch durch diesen Unterricht lernt der Schüler das .Beobachten! »Aber,« wird mancher einwenden, »wozu soll sich mein Kind mit Tümpeln, Teichen, Käfern, Insekten beschäftigen? was hat es davon, wenn es die Vogelstimmen, die Steine, die Sterne Trennen lernt, wenn es selbst Nistkästen zimmern und anlegen kann?« .. Wir ejziehen unsere Kinder nicht für gestern und vorgestern, sondern für .morgen und übermorgen. Das zukünftige Schlachtfeld ist der Weltmarkt und seine Industtie. Praktische Intelligenz und Handgeschicklichkeit jeglicher Art erleichtern die Berufswahl, ermöglichen unter Umständen eine Umstellung. Der Werkunterricht muß sich natürlich in den gesamten Betrieb der Erziehungs- und Bildungsarbeit emgliedern; er stützt Und ergänzt den Schulunterricht und läßt die Anlagen des Schülers hervortreten. So lange das bloße »Wissen«, mfehr geschätzt wird als das geschickte .»Können«, ist eine Abnahme des geistigen Proletariats nicht abzusehen. Der Grundsatz für die Erziehung unserer Jugend muß sein: Hebung der produktiven Arbeit! Hier können wir die Arbeit der Schwestern nicht entbehren! Sie muß aber planmäßig vor sich gehen. Regt durch Vorträge und Referate das Interesse an; sorgt, daß die Logenbibliotheken auch eine Reihe solcher Bücher anschaffen; sammelt J:ond$, setzt Prämien aus, kümmert Euch, daß Sh Ferienheimen dieser Unterricht Eingang findet und Ihr werdet ein Werk begründen, (daß für unsem Stamm von Segen sein wird. Es wird Euch sicher mehr Freude und Anregung bieten, als irgend eih literarischer Kunstvortrag, jden Ihr auch an anderen Stellen hören könnt. Schafft zunächst eine Logenbastelstube, die Logenjugendwerkstatt. Beginnt zuerst vielleicht im Hause einer Schwester mit einem kleinen;Kreise. Fördert die zeichnerischen Fähigkeiten der Knaben — Eure Töchter besitzen ja, bei; ihrer größeren Handgeschicklichkeit, diese Gabe weit mehr als die Jungen; fördert die Handfertigkeit, denn Sinn für Ordnung und Unterordnung; diese Beschäftigungsstätten — die auch in Gärten untergebracht werden können — werden Freude an körperlicher Arbeit herbeiführen. Liegt es doch in der Natur der Jugendpflege, daß sie auf völlig freiem Sich-Geben und Nehmen beruht. Papp-, v Holz-, Metall-, Korbflecht-, Modellierarbeiten usw. müssen auf einfache Formen beschränkt werden und sich den häuslich-wirtschaftlichen Bedürfnissen anpassen. Nach lind nach wird der Zusammenschluß zu Arbeitsgruppen, in denen Knaben und Mädchen sich gegenseitig ergänzen, zu weiterem Fortschreiten Anlaß geben. Es wird dazu kommen, daß sie selbst ein Jugendheim, eine Wanderherberge aus eigener Kraft schmücken und ausbauen. Eine der wichtigsten Maßnahmen wird natürlich die Beschaffung geeigneter Lehrkräfte sein. Denn es besteht die Gefahr, > daß ur geeignete ermüdenden Kleinkram betreiben und die kostbare Zeit vertrödeln; es wäre dann wirklich besser, diese Zeit mit Spiel, Wanc ern und Turnen auszufüllen.* Zur Ausbildung der neuen Logenjugendpflegerin bezw. des -Pflegerswird der »Deutsche Hauptverein für werktätige Erziehung« sich gern bereit finden iassen. Hier liegt Neuland für tüchtige e^nst strebende Erzieher und Erzieherinnen, hier öffnen sich Aussichten überfüllten Beruf. für einen noch n cht‘ erel-, hte ks- Praktische Bücher: ' ►Werkarbeit für Schule und Leben.« Im Aufträge des ZentraMnstituts für Erziehung und Unterricht. Von Geh Rat L. Pallat. Breslau. Fcrd. Hirth. 1926. (Theoretische Vorträge.) ►Der deutschen Jugend*Handwerksbuch.« von L. Pallat. 2 Bd. B. G. Teubner. 1923 (Bas Papier-, Papp-, Holzarbeiten usw.) Ganz Vor zügliches Buch, für Prämien geeignet. ►Schenkende Kinderhände.« Anleitung für lek Arbeiten für Knaben und Mädchen. Vo vereinsverlag Mch.-Gladbach. 1922; ► Werkbuch für das Haus.« Anleitung für Bas11er. (Motto: Was man sich selbst machen kann.) Von Eberhard Schnetzler, Stuttgart. (Glänz ind geschrieben.) ► Mit Modellierholz, Schere und Kreide.« Von Löffler, Lindemann und Schimpf. Leipzig. Verlag Alfred Hahns. ■ ►Zur Problematik des schöpferischen Kindes.« Von Albert. Nürnberg. Verlag Korh&Berg.*lP26. ►Das Kind als Gestalter.« Von Albert. Nürnberg. Verlag Korn & Berg. 1925. ► Die schaffende Arbeit der Mädchen in Verbindung mit dem Zeichnen.« Von Josef Haberfellner. Prag-Leipzig 1915. ►Der praktische Lehrer.« Uebungen vbn Prof. Maurer. Hildesheim-Leipzig 1915. ► Moderner Werkunterricht.« Von Georg Stiel der. Leipzig.» Dürrsche Buchhandlung. 1926. ►Die neuen Werjrbücher« des Verlags O)to Müer in Ravensburg. | 64