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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 4 - April
Date
1927-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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eihe künstlerisch-geistige Erziehung uurchgeführt werden, die auf diese doppelten Pflichten im Leben vorbereitet. y Die Wege und Mittel dazu? Schreiber hat iri einem kleinen Kreise die. ersten Versuche gemacht An jedem zweiten oder dritten Sonn- ^bönd-Nachmittag versammelt er nach dem jüdischen Jugendgottesdienst alle jüdischen Kinder ir) einem geeigneten Raume (Logensaal) und veranstaltet einen Lichtbildernachmittag - mit zu großem Teile jüdischem Charakter. Jüdische Märchen und Erzählungen, dann sorgfältig gejtsiebte. Märchen und Erzählungen der anderen Literatur werden mit farbenprächtigen Lichtbildern ausgestattet und der versammelten Jugend vorgetragen. Der Eindruck ist sehr stark und die Veranstaltungen eine heiße Sehnsucht der Kinder. Die kleinen Kosten trägt die Loge oder eine Korporation, die Veranstaltungen, sind ganz kostenfrei für die Teilnehmer. Unbewußt, und da künstlerische Tendenz am nachhaltigsten wirkt, tief, wird so das jüdische Kind in das jüdische Wesen eingeführt. Der Zusammenhalt wächst und die Arbeit wird vorbereitet, die später die ernsthaften, ethischen jüdischen Organisationen vollenden müssen. , An die Einführungsarbeit, die zuerst rein unterhaltend scheint, schließen sich dann aufsteigend und in wohlbedachter Folge Lichtbildervorträge .an den Sonnabend-Nachmittagen, die die Schauplätze der Bibel zeigen, mit erzählungsmäßigen Darlegungen der betreffenden Abschnitte der Religionsgeschichte, Bilderdarstellungen aus der historischen Geschichte der Juden, das Werk und das Leben berühmter Männer aus der ju- denheit folgen — immer in künstlerischer Form, 1 in «iner ethischer Tendenz. Auch Musik wird verwendet. Die Jungen und Mädchen* werden so zeitig mit jüdischem Geist und Wesen infiltriert, und . Was die innere Gehobenheit allein nicht macht, * beendet die liebgewordene Zusammenfassung zu künstlerischem und geistigem Erleben! — Freilich müssen jene Menschen zur Stelle sein, die den -Weg auch künstlerisch zum Kinderherzen finden. Freilich muß — es herrscht noch ein Mangel an durchaus wertvollem zweckentsprechen dem literarischen Material, nicht zu sagen erst ein brennender Mangel an geeigneten Bildern — auch die Technik solcher Nachmittage verstanden ' werden. Dann aber, wenn die ersten Mühen vorüber sind und regelmäßig, als ein nicht mehr zu missendes Erziehungsmittel, diese jüdischeh Lichtbilder-Nachmittage planmäßig überall durchgeführt werden, dann wird sich in einigen Jahren der Erfolg, der jetzt kaum einzuschätzen ist, einstellen: die Jtingen und Mädchen werden jugendlich-bewußte jüdische Kinder, un^dann wirkliche Seelen-Jjuden zu werden! j! Den Ausblick auf die Befruchtung unserer Dichter und Schriftsteller, Maler und l^ünstter' will! ich heute ncjch nicht wagen! j i i.Schreiber des Artikels sammelt jetzj Bilder und! Vortragsmaterial im Sinne der obenstejhendejn Ausführungen. Er ist gern bereit, übeij dieses wie auch über das Technische der Vorführungein Auskunft zu geben. ' : * . 4 * ♦ Zu den Ausführungen, die der Bruder einer kleinen Loge in einer Mittelstadt über die almähliche heranerziehung unserer Jugend zu jüdischem Wissen und Fühlen gemacht hat, möchte, ich Folgendes bemerken:! Der Bruder bemerkt sehr richtig, djaß, die Auswahl an wirklich künstlerisch-wertvollem Erzählungs- und Bildermaterial sqhr gering ist. Jüdische Märchen, die wirklich wert Sind, unserer Jugend nahe gebracht au werden, kenne ich nur sehr wenijge, vielleicht ebenso wenig, wie wirklich gute jüdiscie Erzählungen. j Aber vielleicht kann das ein 'geschickter Redner durch seine Kunst ersetzen. Es ist nur zu befürcf ten, daß er sich bald ausgegeben haben wirc. Ganz besonders groß ist diese Not gewiß in kleinen und mittleren Orten, aber auch in der Grdßstadt ist die Zahl solcher Künstler, die zugleich das Interesse an der jüdischen Jugend und am jüdischen Geist haben, hur gering. Ich empfehle daher, geistige rjnd leibliche Genüsse mit einander abwechseln zu lassen. In einer unserer Synagogen veranstaltet jder Synagogen verein in Verbindung mit dem Rabbiner jeden Sonnabend nachmittag Zusammenkünfte der Jugend, in denen diese mit Kuchen und Obst in bescheidenetn Umfange bewirtet wird, wobei der Rabbiner sich mit den Kimjtern über jüdische Fragen unterhält und eine sjtets angeregt lauschende oder debattierende, Hörerschaft um sich versammelt. Es ist zu hoffen, daß diese Schar sich immer mehr erweitert 'und daß sie allmählich auf die leiblichen Genösse verzichtet. Es wäre vielleicht auch möglich; die Jugend auf dieselbe Weise zu fesseln, wie! der oben genannte Brief Schreiber es vorschlägt j und selbst tujt. Dabei möchte ich aber davor waitnen, - 66 - i

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