Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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nulierung: »benevolence.brotherlylove, harmony«, für benevolence nicht »Wohltätigkeit«, sondern M mehr wörtlicher Uebersetzung »Wohlwollen« zu sagen. Im Deutschen ist Wohltätigkeit ein abgemünzter Begriff geworden, der den sozial überholten Begriff des Almosengebens enthält und darum in einer Zeit der Erkenntnis der Pflicht zu sozialer .Wohlfahrt abschreckend wirken muß. Dieser abträgliche Oedanke isf weit im Orden verbreitet und trägt mit dazu bei, die an sich ewigen Ideale des Ordens für veraltet zu erklären. — Dagegen enthält Wort und Begriff »Wohlwollen« gewissermaßen etwas Aufstrebendes, etwas, das ein Wachstum bedeutet, das der feinsinnigsten Ausdeutung fähig ist. Darum dürfte es gerade für die Einführung neuer Brüder von besonderer Kraft sein. Wohlwollen, d. h. das Gute wollen, schließt auch die Absicht der Tat'ein. Aus all den angeführten Gründen hat der Referent beim Sonderausschuß für die geistigen Interessen den Antrag gestellt: »Die Großloge möge ,in Ausdeutung der grundlegenden Buchstaben bezw. Begriffe r »W. B. u. E.« statt W Wohltätigkeit: Wohlwollen Gesan die Gesamtheit der Bruderliebe und' setzen, so daß Begriffe »Wohlwollen, Eintracht« läutet« und bittet den Sonderausschuß, der Großloge zu empfehlen, daß wir in Zukunft in Ausdeutung unserer Grundbuchstaben und Begriffe »W.B.u.E.« anstatt: »Wohltätigkeit,Brüderliebe und Eintracht«-, »Wohlwollen, Bruderliebe und Eintracht« sagen, wobei wir unter Beibehaltung der Grundbuchstaben nach dem Vorschlag vori*Br. Steinberg »Wandlung, Beispiel, Erkenntnis« als den Weg zu unseren Fo rd e rü ng4n\ bezeichnen können. ' * > ’ ■ i . Der Referent hat nach dem Vorschlajg von * Br. Caherj-Köln das Wörtf Bniderlichkeit für Bruderliebe in -die Ueberschri t dieser; Ausführungen und in seinen Antrag aufgenojnmen. In der angegebenen Form ist i|jer Antrag vom Sonderausschuß angenommen worden, i* Die Formulierung der Ordens und des Weges ist so Buchstaben: W. B. E.« beibehaften Grundlagen des jewählt, daß die werden. Handfertigkeitsunterricht für unsere Jugend. Von Br. Dr. Ludwig O Eine der wichtigsten Aufgaben für unsere so tatfrohen Schwesterovereinigungen ist die Förderung der Handfertigkeit unserer Kinder. Je krasser sich die Folgen des materiellen und seelischen Zusammenbruches zeigen, je mehr sich die antisemitischen Bestrebungen auf Hinausdrängen der Juden aus kaufmännischen, technischen und anderen gehobenen Stellungen, sogar aus dem Zwischenhandel, geltend machen, um so’ ernster müssen wir sorgen, daß der kommenden Generation die Umstellung auf andere Berufe und Erwerbsmöglichkeiten erleichtert wird. Unleugbar wird sie bisher durch einseitige Vorbildung und einseitige Gedankenrichtung gehemmt; unleugbar, finden die »Anderen« infolge größerer praktischer Intelligenz leichter neuen Unterschlupf. Glücklicherweise hat unsere heutige Jugend den Wert körperlicher Ertüchtigung begriffen und stählt in Sport-, Turn-, Ruder-, Box-, Wandervereinigungerf ihre Körperkräfte für den Lebenskampf. Gewiß schafft sie dadurch ein Mittel gegen einseitige Geistesbildung,1 gegen ross (früher Kissfngen). t \ ’ die übertriebene literarische Ei Stellung,| gegen er-, Kaffeehaus- Großstadtlebens die zermürbende Büro-, Thea hockerei, gegen die Folgen 'des — aber die moderne Eugenic verlangt reicht bloß Heranbildung von Musk »Ijuderj, sondern die harmonische Entwickelung aller. Fähigkeiten und Gaben. Nichts kann die einseitige Oeistigkeit besser entlasten als die sorgfältige <i Förderung der'Handgeschicklichkeit und1 der mit ihr zusammenhängenden Fähigkeiten. 1 Handfertigkeit bedeutet:, mit der Haikd etwas fertigen können, die Fähigkeit zu praktischer Arbeif. Die. heutige Lernschule legt auf diese Fähigkeit zu wenig Gewicht,, schiebt das »Wissen« gegenüber dem »Können« zu sehr in jfen Vordergrund, treibt zu viel Philosophie und zu wenig Praxis, zu viel Wort- und zu wenig £>i ithunterricht. Sie berücksichtigt zu wenig die .Selbsttätigkeit und Selbständigkeit des Schülers und überbürdet oft mit »Wissen«.. Von jeher abe hatten die ersten Pädagogen als Ziel der Erzjehurtg dje gleichmäßige Entwicklung von Geist und Körper 59