Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1927-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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den Oroßstadtmaler als ein besonders schwieriges Problem zu gelten hat. Hierdurch! gewinnen seine Bilder, trotz ihres Naturalismus, und erheben sich ,zu künstlerischen Dokumenten von. besonderer Art. Pie Farbe fst in allen seinen Bildern frisch und lebendig. / Zwar war Fabian in seiner ganzen Kunstentwicklung niemals ein Stürmer unld hielt eher r an althergebrachter Tradition fest, als daß er sich den schnell wechselnden Modeströmungen der Jüngeren anschloß. v Aber die ganze Ehrlichkeit seines Schaffens, die Frische i seines natürlichen Wesens, bewahrten ihn ' vor irgend welchem Eklektizismus. i Ein ^deines i bisher unbeachtetes Bildchen, das , vielleicht nur als eine ' Studie angesprochen werden kann, zeigt so ganz die künstlerische Frische und Unvoreingehommenheit, mit djer er an jedes Sujet heranging. Es 'ist eine Darstellung des verschneiten Lützowplatzes, ein - Stück Malkunst von impressionistischer Lebendigkeit, das mir unter der großen Zahl seiner hinterlassenen Oemälde besonders aufgefallen und liebenswert ist. { All dieise Eigenschaften ließen ihn auch zu einem unserer feinsten Porträtisten werden. Die äußere Aehnlichkeit war ihm dank seiner großen technischen Fertigkeiten ein Leichtes und Selbstverständliches.^ Aber darüber hinaus dralng er in die Tiefe des 'Menschen. Ihm galt es, wie in seinen Landschaftsbildem, nicht die reine’ Aeußerlichkeit zu konterfeien, sondern die Psyche zu durchdringen uind ohne jedwede Sentimentalität die Wirklichkeit darzustellen. So hat er auch seine Familie oftmals gemalt. Einige Selbstbildnisse zeugen ebenso von der prägnanten Darstellungsart, mitjder er sich ungekünstelt und! ohne Eitelkeit ■ in 'spiner etwas'„schroff wirkenden Art darstellt, hinter der sich aber größte Liebenswürdigkeit, zartestes Empfinden und; heiterstes Wesen verhüllten. - Wenn es noch eines Beweises dieser glühenden Seele bedarf, die sich nur selten ganz offehbarte, im allgemeinen scheu und zurückhaltend war, so genügt ein Hinweis auf die wenigen, aber tiefempfundenen Dokumente, in denen Ahasver“. Die Auswanderer. er sich als stolzer und bewnßtCr Jude zeigt. Ein großes Gemälde aus. dem Jahre 1902 ^Die Auswanderer« stellt einen polnischen Juden dar, der mit dem Packl . beladen in die ungewisse Feine zieht; ihm folgt sein Weib, das Kind im Arm haltend. Es istnicht ‘ das erschütternde und ergreifende Gemälde des wandernden Juden, wir es z. B. Hirszenberg dargestellt hat, es ist vie mehr ein Siück Realistik, das dü'rch seine Wucht und Anspruchslosigkeit wirkt. Und wenn - 9 .-i "i&W