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Der Orden Bne Briss · 1927-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1927-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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erst wenige Jahre angehört, das Wunderbare und Ueberraschende, daß er sieht und erlebt, wie abgeklärte Männer, die des Lebens Kämpfe, Erfüllungen und Enttäuschungen zu einem1 großen Teil? schon hinter sich haben, in der! Begeisterung und in tatkräftigem Wirken für1 den Orden und seine Ziele jung geblieben sind! ‘Gerade bei uns kann die Jugend das finden, was sie sonst bei »neutralen« Organisationen so häufig vermißt: daß nicht nur mit schönen Worten vob hohen Zielen geredet wird, sondern daß man bjereit ist, seine Kraft und seine ganze( Persönlichkeit für diese Ziele einzusetzen. Die Jugend wil| nicht Predigt, sondern Beispiel! Wenn wir aber in uns die Kraft und die Fähigkeit fühlen, die Jugend für uns zu gewinnen, so soll uns das nicht dazu führen, die vielen, vielleicht schon allzu vielen jüdischen Jugendorganisationen um eine weitere zu vermehren. Nein, unsere Aufgabe wird nur sein, die Jugend mit uns'eren Zielen bekannt zu machen. In den Jugendvereinen müssen — besonders von jüngeren Brüdern — Referate über den Orden gehalten werden. Zu offenen Logensitzungen werden wir mitunter [nicht nur die Söhne und Töchter unserer prüder, sondern auch Jugendvereine hinzuzuziehen haben. Dabei brauchen wir uns nicht davor zu fürchten, daß gelegentlich einmal ein Jugendlicher die Orenzen überschreitet. Wir haben Vorsitzende und Brüder genug, die imstande! sind, in taktvoller und geeigneter Weise c|afür zu sorgen, daß die Loge nicht zur Kampfarena wird. 1 Nicljt früh genug kann die Jugend darauf (ungewissen werden, Ueberzeugungen und Ansichten, die von den eigenen abweichen oder ihnen sogar Entgegengesetzt sind, nicht hämisch herabzusetzen, sondern .achtungsvoll zu bekämpfen — | und .zuvor sie zunächst einmal richtig kennen zu lernen! Wer freilich der Anschauung huldigt, daß die Jugend, überhaupt nicht das Streben nach Objektivität habe, daß sie von Natur maßlos und einseitig sei, wird eine Einwirkung im oben gekennzeichneten Sinne für aussicht »los halten. —• Sicherlich gibt es solche Jugendliche, wie es Ja auch recht viele Erwachsene dieser Art gibt! Wer aber zu der Erkenntnis gekommen ist, daß das Wesen der Jugend nicl t in der Intoleranz für fremde Ansichten besteht, sondern daß zum »Jung sein« und »jung .bleiben« Aufnahmefähigkeit für alles Schöne unc Gute und der Wille gehört, seine Persönlichkeit für seine ideale einzüsetzen — wer zu dieser E rkenntnis gekommen - ist, der wird sich auch dafür einsetzen, daß Loge und Jugend nicht die Fühlung verlieren. Diese Fühlung wird nicht nur der Jugend, sondern in gleicher Weise dem Orden zukommem. ' Dann wird es nicht mehr Vorkommen, daß ein Bruder einen anderen wphlwoilend-spöttisch belächeln t u können glaubt, wenn er von ihm sagt: »Bruder X, der ist noch heute imstande, sich für seine Ideale totschlagen zu lassen!« Wenn wir von der Jugend den Antrieb erhalten, für den Orden einzustehen und für ihn auch Opfer zu bringen, und wenn die Jugend von uns Objektivität •-»- oder vielmehr das Strebten nach Objektivität lernt, danm werden beide Teile gut dabei fahren. »Von Äußerlichkeiten im Gebaren der Jugendlichen dürfen wir uns nicht beirren lassen: »Wenn sich der Most auch ganz.absurd gebärdet, es gibt zuletzt doch guten Wein!« Max Fabian, Von Dr. Karl S c h w a \ z Am’ 29. März v. J. starb in Berlin, kurz nach seinem 53. Geburtstage, Max Fabian. Der stille anspruchslose, nur seiner Arbeit lebende Künstler erlag inmitten reichsten Schaffens einem Herzleiden. Mit ihm schied einer der charakteristischsten Berliner Maler, der seine Heimatstadt über alles liebte und sie in seiner feinen beredten Kunst iRimer wieder dargestellt hat. Einige kurze rühmenjde Zeitungsnotizen waren die einzige Würdigung seines arbeitsreichen Lebens. Die Oroßstadt geht zu schnell zur Tagesordnung über, sie vergißt die, denen sie Dank schuldig wäre, und weiß oft nicht, wer ihre glühendsten Fürsprecher sind. Vergeblich sucht man noch heutle in c}en Sammlungen der Stadt Berlin die Werke Max Fabians. Und doch müßte manches Stück gerade dort seinen Ehrenplatz finden. i Fabian war nicht nur ein Berliner Maler, sondern {im wahren Sinne des Wortes ein Berliner Kind. Ein Mensch mit klarem Blick für das {Leben, kein Schwärmer und kein Grübler, liebenswürdig und humorvoll, wasch- ~f . i . 1

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