Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1927-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727475-6029141-6074733--1329-4867962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
betreten.* Die Freimaurer lassen bei Festlogen , die Brüder durch die Schaffner feierlich mit Musik einführen, dann {folgen die Meister und Ehrengäste, ritualmäßig begrüßt: Formen, die das Ungewöhnliche, dem Alltjag Entrückte, besser ausdrücken, als eine sich unterhaltende Oemeinde, die erst durch Hammerschlag zur Ruhe gerufen werden muß. Einer besonderen Beachtung bedürfen in unserem Sinne die Brudermahle, die leicht in eine Parodie der Logenstimmung entgleiten. Festesfreude verträgt sich sehr wohl mit geschmackvoller {Form und ist ohne Entgleisung ins spießbürgerlich triviale möglich. So sollten die Trinksprüche des offiziellen Teils durch rhythmisches Oläserklingen betont werden, nicht aber durch das geschmacklose Lebehochsingen, das in Kegelklubs ganz gut am Platze ist. Auch hier sind die Freimaurer bei ihren Tafellogen mit besonderem Ritual und guter Musik ein edles Beispiel. Das Geschmacksniveau unserer Feste sollte hinter diesen Vorbildern nicht Zurückbleiben. Wer sich nicht in edler Foftn zu freuen vermag, an dem hat die Arbeit der Loge ihr Werk noch lange nicht vollendet. Daß uinsere Feste in größerem Rahmen, Bälle und Oesellschaftsabende, ebenfalls die Kunst in Fform guter Musik und Rezitation sehr wohl j vertragen, dafür bietet die ddle Geselligkeit! unseres eigenen Kreises und anderer geistig hochstehenden Gemeinschaften Beispiele genug. — Eines besonderen Wortes bedarf noch die Bedeutung der Kunstform f i als gemeinschi ftbildende Kraft. Das Predigen von Ethik gegenüber reifen .Menschen hat nur dann einige Wirkung, wenn der Lehrende selbst eiqe beispielgebende, mit der Kraft des Wortes begabte Persönlichkeit isL Anderenfalls ruft die intellektuelle Einwirkung auch die kritische Gegenwirkung hervor. Dagegen wendet sich die von künstlerischer Form getragene Lehre unmittelbar an das Gefühl, sie erweckt eine gesteigerte Stimmung ui d bindet den Bruderkreis in gemeinsamem inieren Erlebnis, während die intellektuelle E nwirkung eher in einzelne Meinungen spaltet und trennt. — \ Die Abstammung aus einem rationalistischen L md hat in unserem Orden Symbol und Form at.f ein Mindestmaß beschränkt. Ob eine ri ualmäßige Verstärkung dieser gemeinschaftsb ldenden Kräfte möglich oder wünschenswert, bleibe hier nnerörtert. Aber eins steht fest: unter Verzicht auf alle Mittel der Gefühlssteigerung werden wir unsere Aufgabe nicht erfüllen .können. WaS^ns nottut, ist: Loslosung vom Alltag, Erhebung üter die Ehene eines nüchternen, prosaischen Schaffens, Steigerung der Logenstimmung zu religiöser Weihe! Der wachsende Organismus einer Gemeinschaft muß sich auch in Mitteln und Formen stets neu gestalten. Ueber die Niederungen des Alltags trägt uns abef” nichts stärker empor,, als die Durchdringung unseres Tuns mit den Formen und dem Geiste der Kunst! Rückblick auf die Tagung der Arbeitsgemein Distrikte U. 0. B. B. Wien, 5. Dezember 1926 Von Br. Vizegroßpräsidenten Dr. B. Walte Schaft der Europäischen Von Tagungen dieser Art darf nicht erwartet werden, daß Beschlüsse, die sofort in Wirksamkeit umgesetzt werden, gefaßt werden. Nur derjenige» der dieser Tagung beiwohnen konnte, wird während der Aussprache, die einen ganzen Tag in Anspruch genommen hat, empfunden haben, was es bedeutet, mit Führern unseres Ordens sich auszusprechen. Das Gefühl! des Erlebens solcher Augenblicke läßt pich naturgemäß in einer Schilderung schwe nachfolgenden Stimmungsbilc Der von Bericht ergib Führung der verbunden ist Der Tagt Sitzung vorat staltet hatten. t wiedergeben. Darum sollen die Zeilen lediglich ein allgemeines geben. - ■ >• r. Großsekr. Wiesmeyer erstattete welche Fülle von Arbeit mit der eschäfte der Arbeitsgemeinschaft ng ging am Vorabend eine Fests, die die Wiener Logen veran- Sie klang nach Beendigung der