Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 198 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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gearbeitet, und eines Tages muß er erkeinen, daß die Familie, für die Kt die Fron eines ganzen I ebens auf sich genommen hat, ihn verachtet und daß er ihr nicht fein genug ist. An diesem Konflikt zerbricht si :in Herz. Die letzten Jahre seines Lebens rückt er von den Menschen, die sich.ihm gegenüber einmal in einem Augenblick verrat«! batten, wo’ er es nicht merken sollte, ab und lebt nur noch seinem Glauben. Auf dem Friedhof hält er an dem Grabstein seiner Eltern mit diesen still: Zwiesprache. ,Er sucht den Anschluß zur Vergangenhert, da er den Weg zu der nächsten Generation nicht mehr findet! ■ Meisterhaft von Zweig erzählt, wirkt diese schlichte Geschichte deswegen so erschütternd, weil sie jeder von uns irgendwo im Leben schon einmal beobachtet hat und weü oftmals rasches wirtschaftliches Indiehöhekommen die Bande lösen ‘will, die die neue Generation mit der Vergangenheit verbindet.. ‘Schließlich weisen wir noch auf einen großen zweibändigen Rdmap- »Volk'ohh^Raum« von HansG^imm, erschienen im Verlag Alb^rf-Langen, München, in dem das jüdische Problem 'hur .nebenbei behandelt wird, aber doch in einer Form, die Entgegnung heischt. Es dreht sich in diesem Buche, das in seiner' Sprache und in seinem Atifbau eine hervorragende Leistung darstellt, um die Tragödie des deutschen Volkes, das bei einer stets wachsenden Volkszahl keinen Raum für seine Ausbreitung findet Drei Jahrzehnte überseeischer Geschichte gleiten an unseren Augen vorbei, und wir körnen in das Erleben kolonialer Menschen einen tiefen Einblick tun. Wenn, aber hier vom Juden die Rede ist s® ist es immer im ungünstigen Sinne. Der Verfasser gehört sicherlich nicht zu den Menschen, die den Juden mit der üblichen antisemitischen Voreingenommenheit entgegentreten. Dazu ist er ein viel zu tief angelegter Charakter, aber man merkt eben, wie er dem deutschen Menschen mit einer ungeheuren Nachsicht entgegentritt und dem jüdischen Menschen mit der Voreingenommenheit, -die so oft das gegenseitige Verstehen so außerordentlich erschwert Mag sein, daß Grimm auf kolonialem Boden oftmals jüdischen Typen unerfreulicher Art begegnet ist. Aber er vergißt dabei, daß man eben auch dem Juden den Lebensraum gerrommen hat und er so' oft darauf angewiesen ist, nur der Vermittler im Handel zu sein. An einer Stelle seines zweibändigen Werkes stellt Grimm alle die Aeußerungen, die man deirt deutschen Volke gegenüber in abfälliger Weise getan hat, zusammen und siehe da, es zeigt sich, daß sie alle im entgegengesetzten Sinne laufen. Arbeitet man nicht auch so dem Juden gegenüber? Wir möchten abbrechen. Trotz dieser Einschränkung bin ich der Meinung, daß auch dieses Buch wie auch die beiden vorangegangenen durchaus lesenswert ist und eben die Grundlage geben kann zu gegenseitigem Oedankenaustausch im vertrauten Kreise, -s- "* . . 1 . . Das Oktoberheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums erscheint in verstärktem Umfang und bringt eine Reihe von Aufsätzen zur Erinnerung an einen der ersten Mitarbeiter der Monatsschrift, an Manuel Joel, dessen Geburtstag am 19. Oktober zum hundertsten Male Wiederkehrte. Einer Uebersicht über Joels Leben und Wirken von C. Seligmann folgen Erinnerungen des Baseler Philo* rsophen Carl Joel und Würdigungen der Bedeutung Joels als Denker, als Darsteller der jüdischen Religionsphilosophie, als Prediger und namentlich als praktischer Theologe, der mit Erfolg die sogenannte mittlere Richtung im Judentum vertrat. Bilden diese Aufsätze 'einen ebenso wertvollen wie gemeinverständlichen Beitrag zur inneren Geschichte des Judentums im 19. Jahrhundert, so zeigen die folgenden Arbeiten, wie die gegenwärtige Wissenschaft sich um die Weiterführung des Lebenswerkes Joels bemüht; besonders anziehend ist Albert Lewkowitz’ Nachweis, welche Bedeutung für Spinozas Denken dem Judentum zukommt. —, Außer den Joel- Aufsätzen enthält das Heft eine sehr lehrreiche Uebersicht von Bernhard Heller über »biblische SageJiforschung«, die auch dem Laien veranschaulicht, daß sich zu biblischen Erzählungen und Gesetzen zahlreiche Parallelen bei andern Völkern finden, daß aber gerade durch den Vergleich die Eigenart und Ueberlegenheit der biblischen Gedankenwelt deutlich hervortritt. Aus dem Verbände der FnaenverehMen der U.O.B.B. Losen. 1 Artikel und Bericht* mut dtm Vsrbands stthen unt*r Vsruntwortung dar Radaktion dar Konattbarkhta ihr Gros*log*} I I Manuskript* für Eimandungtn, dis untsr disasr Rubrik srsehsinsn solhn, srsrdsn jsdoch zuvor an ’dh Adrssss von § i Frau Anna Ls»y. Ststtin, EHaabathatr. 10, srbstsn. I --f»-iunr-«ii«liuiiutfii«ii«MUilul-»“*“«-r”^‘» Beschlüsse des Rheinisch - Westfälischen Logenfrauen-Verbandes aus der Tagung vom 28. September 1926. .1. Der Rheiq.-Westf. Logenfrauen - Verband bittet um Neuordnung des Wahlmodus. Eine Neuwahl der Distriktsvorsitzenden wird zur Zeit abgelehnt und der Antrag für die nächste Tagung des Vorstandes der Frauenvereinigungen der U.O.B.B.- Logen zur Diskussion gestellt. j 2. Die Distriktsvorsitzenden und die Verbandskommissionen sollen, analog dem Generalkomitee der Bruderlogen, zu einem 198