Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 193 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Staatsrechts« und »Die allgeneine Nährpflicht als Lösung der sozialen Frage«. Man kennt wohl die beiden wichtigsten Tragpfeiler dieser ganzen sozialreformerischen Ideenwelt: eben diese allgemeine Nährpflicht« und di; dadurch ermöglichte gesellschaftliche Garantierung des Existenzminimums — und die Freiwilligkeit des Kriegsdienstes. — Man wird solchen sich im einzelnen bereits Spuren der Verwirklichung zeigen, darf auch nicht übersehen werden. Es ist der vollendende Zug in seinem Bilde, daß er ganz zuletzt noch im großen Stile wirken wollte. Nach der Lektüre eines Buches von Holitscher wollte er an Lenin Schreiben. »Ich habe mich in der stürmischsten Erregungstets mit Schlag Worten wie Naivität, Doktrinarismus, Ideologie, rasch oei dei Hand sein; aber gerade in Zeiten wie diesen, die im Guten und Bösen von heut zu morgen dss Unwahrscheinliche Ereignis werden lassen, sollte man wissen, daß die Utopie von heute die Wirklichkeit von morgen sein kann. Genug, wunn diese großen Gedanken, die hier wirklich na:h Vauvenargues’ schönem Wort »aus dem Henen kommen«, in diel Diskussion geworfen werden Ideen gegenüber befunden. Wenn es mir gelänge, jetzt einzu- r\ - . , ,, M , . ■*« als zukunftbildendes Ferment w Anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburts greifen, würde etwas herauskommen, was *die Welt noch nicht gesehen hat, —Das wäre ein Abschluß!« (Dabei teilte er keineswegs die kommunistische Unterwertung des Individuums!) In diesem unscheinbaren und an^Druchslosen Weisen verkörpert sich das Höchste, das Ewige jüdischer Art: das dieser Rasse* eingeborene H e i 1 a n d s t u m'. Und in jfiiesem Zeichen wird Popper - Lynkeus’ Sein und Werk*.von wenn sie eiterwirken. Daß Jahr zu leuchten. Jahr stärker in die Zeiten weiter- :f - 1 i;- Manuel Joel. Zu keinem hundertsten Geburtstage. Von E. F i n k e I. 19. Oktober 1926 Geschichte und in ihrem Oktöberveröffentlicht, die tragenden Lehrers Die Abhandlungen, mtsgenossen, die _ seinen Füßen ge- “hme Persönlichkeit tages von Manuel Joel am hat die »Monatsschrift für! Wissenschaft des Judentums« heft eine Reihe von Beiträgen dem Andenken dieses hervo in Israel gewidmet sind*) zumeist aus der Feder von während ihrer Studienzeit zu sessen, schildern die vorne; des Meisters, sein harmonisches Wesen, seinen trefflichen Charakter, seine lautere Gesinnung, seine schlichte Frömmigkeit, seinen sittlichen Ernst und seinen sonnigen Frt hsinn, seine starke Begabung und sein vielseitiges Wissen, Eigenschaften und Vorzüge, die ihn zum Führer seiner Berufsgenossen und der gesamten deutschen Judenheit. bestimmt .haben. 1 in Dankbarkeit nmd Verehrung werden die mannigfachen unsterblichen Verdienste in Erinnerung gebracht, die sich oel erworben als •) Die .Gesellschaft“ gibt d gegen Einsendung von 4 Mit. an scheckkonto Berlin 7030. Heft gesondert ab ul Veit Simon, Post- Dozent am Jüdisch-theologischen S-e/ninar zu, Breslau, als tiefgründiger Forscher auf dem Ge-, biete der jüdischen Wissenschaft, insbesondere auf dem der Religionsphilosophie, auf welchem er bahnbrechend und pfadweisend gewesen ist, schließlich als Rabbiner und treuer.Hirte seiner Gemeinde, ln seinen wissenschaftlichen Arbeiten bewundern wir die Originalität seiner’Gedaqjcen, die Fülle des Wissens und die Klarheit* der Darstellung. Seine gehaltvollen Predigten zeichnen sich durch erhabene Gedanken aus, durch eine schlichte und markige; Sprache mit feinen Pointen und Apercus; sie waren einst den Zuhörern und sind noch heu^e dem Leser ein hoher Genuß. Obgleich eine zurückgezogene Gelehrtennatur, trat Joel mutig in den Kampf, wenn es galt, Angriffe auf Juden und Judentum abzuwehren, unwürdige und unwahre Beschuldigungen energisch zurückzuweisen. Es geschieht dies mit feinem Takt, mit Gewandheit und Vornehmheit, zuweilen auch mit Witz und Ironife, Seipe apologetischen Schriften gegen Professor H. v. Treitschke (Breslau 1879), gegen* Gildef- 193