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Der Orden Bne Briss · 1926-11-01 · Nr. 11 - November (11.1926) · p. Seite 187

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 11 - November (11.1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 187 (sequence 3)
Language
German
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hat. Aber es beginnt doch auch di^ Erkenntnis zu dämmern, daß die schärfste Ehrauffassung mit sittlich schwächlichen Anschauungen aufräumen muß.! VonverschiedenenSeiten ist dankbar anerkannt worden, daß in Ergänzung der Forderungen unseres Rituals geistige und künstlerische Fragen in das Ordensleben hineingetragen worden sind. Oie Besorgnis, daß dadurch Ethik und Humanität leicht zurückgedrängt, oijler etwa nicht genügend behandelt werden könnten, ist unbegründet. Die Forderungen) der Ethik und Humanität stehen in unserem Kreise unverrückbar fest, sie ziehen sich durchunser ganzem Ordensleben hindurch, auch aie Dinge, die auf den ersten Blick scheinbar nicjit mit den Themen Zusammenhängen, werden und müssen bei uns in irgend einer Beziehung doch mit ihnen verbunden sein. j Eines aber darf dabei nicht vergessen werden Ethik muß vorgelebt, wenijger vorgesprochen werden. _ j Ein Mensch geringer Erkenntnis Und wenig guten eignen Wollens kann laicht zu I der Fragestellung kommen: Was hab|e ich vOm Orden? wägt praktisch ab, prüft Gewinn und . Verlust wie ein Geschäft des Tages, bei dem; man einige Groschen gewinnt oder verliert. Dabei wird manch’ einer nicht auf die Rechnung kommen. Die müde Seele versagt ufid glaubt nur zu sehen, daß sie, wie überall so auch'frier, in eine ' ' ■■ .) -■ ■■■■■ Welt der Widersprüche gestellt ist und kein tiefer Sinn erkennbar. ’ ’• Wer so denkt, bleibt schließlich nicht nur seelisch zurück, er bleibt auch körperlich fern.. Zum Outen gehört aber doch noch etwas mehr: nämlich das Durchdrungensein, daß es um seiner selbst willen, ohne Rücksicht auf . Lohn und Strafe, auf Dankbarkeit oder Undankbarkeit ausgeübt werden muß. Dann ist Größe darin. Dann wächst eine seelische Befriedigung auf, die in sich selbst ihren Lohn* findet. Sie. ist es, die. letzten Endes den Widerklang..der Seelen äuslöst. In mannigfachen Varianten ist der Oedanke ausgesprochen worden, daß die Loge für den einzelnen das ist,- was er selbst aus ihr macht. Im Kleinen und Großen bleibt dje Schiltersche Formulierung immer noch zu Recht bestehen: .; ' V Wisse! Ein erhabner Sinn , ' Legt das Große in das Leben Und er sucht es nicht darin. , Krise? Der eine sieht in der Bewegung im Orden nur Krise, nur ein Durcheinander von Hotfnungslosigkeiten. - , Der andere sieht 1 das Bestreben, sich frei zu maxien von Mangelhaftigkeiten, von Ueberbleibseln, ein Aufwärtsdrängen: Klärungund Hebung, legt das Große hinein 'und findet es dann nicht hur in sich, sjonderri auch im Ganzen. a. out. Goethe und der Logengedanke. Von Br. L u d w i g M a r x , St. Georgen t. Schw. Es ist eine schöne Sitte, die> Logen nach bedeutenden Menschen zu benennen. Daß dabei nicht nur jüdische Persönlichkeiten berücksichtigt werden, sondern auch Männer wie Lessing; Herder, Kant u. a., die der gesamten gebildeten - Menschheit angehören, ist Toleranz und ein Beweis Grunde überkonfessionellen, Sinn unserer Logeneinrichtung. Als im letzten Jahr anläßlich des Ordensfestes alle Namensf patrone einer besonderen Würdigung unterzogen i wurden, da konnte man sich aus dieser Verein Zeichen hoher ür den im letzten ewig menschlichen Sammlung der edelsten Geister ein Bild machen von. den ideellen Tendenzen der Logen. . Daß dabei Goethe fehlte, mag aufgefallen sein. Viel-" leicht ist es kein Zufall, daß Goethe4 nicht vertreten ist: Er ist ja nicht, wie Lessing und Herder, ein ausgesprochener Repräsentant einer ' feststehenden Weltanschauung “ (der votweimarische Goethe ist der gotische, der nachitalienische Goethe, der griechische Mensch)) er hat auch zu der »Judenfrage*, wenn man für seine1 Zeit’schon von einer solchen reden darf, kein entscheidendes Wort gesprochen, ja sich eher ablehnend 137 -

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